Hauptstrasse 13 (Mosbach)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Kelter

ID: 104397453321  /  Datum: 03.07.2026
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Winzerstraße
Hausnummer: 7
Postleitzahl: 75210
Stadt-Teilort: Keltern-Ellmendingen

Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Enzkreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8236070003
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,9038° nördliche Breite, 8,5762° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Kelter wurde um 1482 (1481/82 (d)) als offene Fachwerkstützenhalle errichtet und weist einen dreigeschossigen Dachstock mit stehenden Stuhlgerüsten auf.


1. Bauphase:
(1481 - 1482)
Errichtung der Kelter (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf

2. Bauphase:
(1750 - 1800)
Erweiterung der Kelter nach Norden (gk), möglicherweise mit Kelterstube 1758-60 (a)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Anbau

3. Bauphase:
(1758 - 1760)
Errichtung der Kelterstube (a)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Anbau

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht Nordost / Kelter in 75210 Keltern-Ellmendingen (07.05.2026 - Jonas Senghaas )
Abbildungsnachweis
Östliches Außenwand des Erdstocks / Kelter in 75210 Keltern-Ellmendingen (07.05.2026 - Jonas Senghaas)
Abbildungsnachweis
Innenraum der Fachwerkstützenhalle / Kelter in 75210 Keltern-Ellmendingen (07.05.2026 - Jonas Senghaas)
Abbildungsnachweis
2. Dachgeschoss: Zweifach stehender Stuhl mit Steigbändern / Kelter in 75210 Keltern-Ellmendingen (07.05.2026 - Jonas Senghaas)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologischer Bericht

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das untersuchte Objekt befindet sich in dem zur Gemeinde Keltern gehörenden Ortsteil Ellmendingen.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Kelter/ Trotte/ Torkel
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Die traufständig zur Winzerstraße orientierte Kelter weist mit einer Länge von etwa 21 m und einer Breite von ungefähr 13 m eine stattliche Größe auf. Sie verfügt über einen eingeschossig abgezimmerten Erdstock, der sich nutzungsbedingt über eine beachtliche Höhe von etwa 4,8 m erstreckt. Das dreigeschossige Dachwerk verfügte zur Bauzeit über einen Vollwalm im Süden und einen Halbwalm im Norden.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der Erdstock der Kelter ist in fünf Quer- und zwei Längszonen unterteilt, die mit Ausnahme der mittleren Querzone, gleichmäßig breit ausgebildet sind. Die mittlere Querzone ist hingegen doppelt so breit ausgeführt und diente wahrscheinlich als Ein- bzw. Durchfahrt.

Der Dachstock war, bis auf eine Ausnahme, nicht durch Binnenwände unterteilt. Lediglich in der östlichen Hälfte der mittleren Querzone war ein Raum abgeteilt. Dabei handelt es sich bemerkenswerterweise um eine Umplanung während des Abbundprozesses. Das spiegelt sich im Konstruktionsgefüge wider, dessen vierter Querbund in zwei Teilbünden abgezimmert wurde. Grund hierfür war die Verschiebung des östlichen Teilbundes um ein Gespärre nach Süden, um einen größeren Raum abtrennen und den Querbund als Fachwerkwand nutzen zu können. Leere Blattsassen am Bundkehlbalken des westlichen Teilbundes beweisen, dass diese Verschiebung zu Beginn des Abbundprozesses noch nicht vorgesehen war. Da die Stuhlrähme keine leeren Zapfenlöcher für die Stuhlständer aufweisen, muss die Entscheidung zum Kammereinbau nach der Abzimmerung der Querbünde, jedoch vor dem Abbinden der Längsbünde erfolgt sein.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst, einstöckig
Konstruktion/Material:
Der Erdstock der Kelter wurde in einer weiten Ständerstellung abgezimmert und ist einfach verriegelt. Da auf den Einbau von Fachwerkschwellen verzichtet wurde erfolgt die Aussteifung durch tiefansetzende Kopfbänder, die ein fußzoniges Ausknicken der Bundständer verhindern.

Das dreigeschossige Dachwerk wurde als quergebundenes Sparrendach abgezimmert, weist eine Neigung von etwa 54° auf und umfasst 25 Gespärre. Diese sind passend zur Zeitstellung überwiegend geblattet ausgeführt. Da auch der Anschluss der Sparren an die Dachbalken über Anblattungen erfolgt und somit die Sparren den Dachvorsprung bilden, konnte die Traufe weit nach unten gezogen werden. Aufgrund der großen Spannweite wird die erste Kehlbalkenlage durch ein dreifach stehendes Stuhlgerüst unterstützt. Die Bindergespärre sind in jedem vierten Gespärre eingestellt und verteilen sich somit gleichmäßig über das gesamte Dachwerk. Um eine starke Biegebelastung der Dachbalken zu verhindern, erfolgt die Queraussteifung durch Steigbänder. Diese nehmen einen Teil der Vertikallasten der Stuhlständer auf und leiten sie statisch günstig in Traufnähe ab. Im zweiten Dachgeschoss ist ein zweifach stehender Stuhl eingestellt, der ebenfalls durch Steigbänder ausgesteift ist.

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