Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Stadthaus

ID: 120250730521  /  Datum: 15.01.2026
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Marktplatz
Hausnummer: 8
Postleitzahl: 72401
Stadt-Teilort: Haigerloch

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Zollernalbkreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8417025008
Flurstücknummer: 282/7
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,3666° nördliche Breite, 8,8040° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

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Wohnhaus mit Laden (72401 Haigerloch, Im Haag 33)
ehem. Rabbinat, Im Haag 53 (72401 Haigerloch)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Grundkonstruktion des Gebäudes ist, besonders im 2. OG, 1. DG und 2. DG noch weitestgehend aus einer einheitlichen Bauzeit um 1476 (d) erhalten. Mehrere Reparatur- und Umbauphasen ließen sich nachweisen. Bis ins 19. Jahrhundert bestand das Gebäude in seiner bauzeitlichen Länge, bevor es nach Norden erweitert wurde. Das 20. Jahrhundert brachte schließlich weitere weitreichende Veränderungen durch die Erweiterung der Werkstatt nach Norden und den Einbau des Ladens im Süden. Nichtsdestotrotz ist die bauzeitliche Konstruktion auch heute noch gut ablesbar. Besonders erwähnenswert ist der große, mit einer Bohlen-Balken-Decke überwölbte Raum im südlichen 2. OG sowie die dazugehörige Ständer-Bohlen-Wand im Osten.


1. Bauphase:
(1476)
Bauzeitliche Konstruktion

Das Grundgerüst des Gebäudes mit den 15 südlichen Sparrenachsen fällt in eine einheitliche Bauphase mit Fälldatum der Hölzer 1475/76 (d). Das Dachwerk mit zweifach stehendem Stuhl, OG2 in Ständer-Bohlen-Bauweise und der große, mit einer Bohlen-Balken-Decke überwölbte Raum im Süden konnten dendrochronologisch in diese Bauphase datiert werden. Ein älterer Ursprung von Teilen oder des gesamten massiven Unterbaus konnte nicht nachgewiesen werden.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Ausstattung
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Decken
    • untergezogene gewölbte Balken-Bretter-Decke
  • Holzgerüstbau
    • Geschossgerüst
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Bohlen
    • Flechtwerk

2. Bauphase:
(1522)
Um das Jahr 1522 (d) kam es am damaligen Nordgiebel, heute Sparrenachse 15 zu einer umfangreichen Reparaturmaßnahme, bei der eine witterungsbeständigere Konstruktion gewählt wurde.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Konstruktionsdetail:
  • Wandverkleidung
    • Fachwerk
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Ziegel

3. Bauphase:
(1700 - 1799)
Vermutlich im 18. Jahrhundert wurde die durchhängende Bohlen-Balken-Decke im OG2 mit einem Überzug verstärkt. Eine dendrochronologische Datierung der Reparatur war nicht möglich.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Ausstattung
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Konstruktionsdetail:
  • Decken
    • untergezogene gewölbte Balken-Bretter-Decke
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • Unter-, Überzüge, Pfetten

4. Bauphase:
(1800 - 1890)
Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude um 5 Sparrenachsen nach Norden verlängert. Beim Einbau der Schmiede im Jahr 1890 bestand die Verlängerung bereits.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Anbau
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Konstruktionsdetail:
  • Wandverkleidung
    • Fachwerk
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl

5. Bauphase:
(1960 - 1970)
Die letzte große Umbauphase des Gebäudes ist in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu datieren. Nach 1948 erfolgte der Einbau des Verkaufsraumes im südlichen EG sowie der Garagenanbau im Norden. Außerdem wurde die heute vorliegende Oberflächengestaltung der Räume hergestellt.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Dachgeschoss(e)
  • Anbau
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohn- und Geschäftshaus
Konstruktionsdetail:
  • Verwendete Materialien
    • Beton

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Süden / Stadthaus in 72401 Haigerloch (10.12.2025 - Jule Denter (LAD))

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Objekt liegt in der Haigerlocher Unterstadt und bildet mit den Nachbargebäuden 2, 4 und 6 die nördliche Platzbegrenzung.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Handwerkerhaus
    • Wohn- und Geschäftshaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Beim Objekt Marktplatz 8 in Haigerloch handelt es sich um ein dreigeschossiges Gebäude mit zweigeschossiger Dachkonstruktion. Es ist vollständig verputzt. Das Gebäude steht giebelständig zum Marktplatz, sodass sich die Firstlinie in Nord-Süd-Richtung erstreckt. In EG und 1. OG grenzt das Gebäude direkt an das östliche Nachbargebäude (Marktplatz 6). Im 2. OG ist es durch einen ca. 40 cm breiten Zwischenraum von der Nachbarbebauung getrennt, schließt jedoch mit seinem Dachvorsprung an das Nachbargebäude an, sodass der Zwischenraum nicht bewittert wird. Das Gebäude erstreckt sich entlang der Pfluggasse nach Norden. Im Norden des Gebäudes schließt ein eingeschossiger Werkstattbau an, welcher räumlich direkt mit dem Hauptbau verbunden ist.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Erdgeschoss: Ladeneinbau im Süden und Werkstattbereich im Norden.
Obergeschoss 1: Aufgrund der Topographie nur im Süden vorhanden.
Obergeschoss 2: Ehemals saalartiger Raum im Süden mit gewölbter Bohlen-Balken-Decke. Heute mit Leichtbauwand unterteilt.
Dachgeschoss: ein Wohnraum im Norden, ansonsten nicht ausgebaut.
Vertikalerschließung: Treppenraum in der östlichen Gebäudemitte.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Unsaniert. Keine erheblichen Schäden an der Gebäudesubstanz feststellbar. Ostwand im Mittelteil in Folge einfacher Reparatur- und Umbaumaßnahmen in statisch und baukonstruktiv fragwürdigem Zustand. (Stand 2026)
Bestand/Ausstattung:
Bohlen-Balken-Decke im Verbund mit Ständer-Bohlen-Wänden im südlichen OG2.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Bohlen
    • Staken
  • Mischbau
    • Außenwand aus Holz
    • Außenwand aus Stein
    • Obergeschoss(e) aus Holz
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit stehendem Stuhl
  • Holzgerüstbau
    • Geschossgerüst
  • Decken
    • untergezogene gewölbte Balken-Bretter-Decke
Konstruktion/Material:
Die Ständer-Bohlen- bzw. Fachwerkkonstruktion des OG2 ruht auf zwei Geschossen in Massivbauweise. Zweigeschossiges Sparrendach mit zweifach stehendem Stuhl und angeblatteter Kehlbalkenlage.

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