Haalstraße 5/7 (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Friedhofskapelle, sog. Liebfrauenkapelle

ID: 128447831718  /  Datum: 21.06.2026
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Hauptstraße
Hausnummer: 50
Postleitzahl: 88529
Stadt-Teilort: Zwiefalten

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Reutlingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8415085011
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Im Jahre 1111 wurde in Zwiefalten ein Frauenkonvent gegründet. Nachdem die Frauen zuerst provisorisch untergebracht waren, sollen Sie um 1146 eine eigene Kirche St. Johannes bezogen haben. Der Frauenkonvent konnte sich nur bis etwa 1370 halten.
Im Bereich der heutigen Friedhofkapelle war schon immer der Platz des Frauenklosters vermutet worden. Allerdings wurde die Kapelle in der Vergangenheit als ein jüngerer Bau des 15./ 16.Jahrhunderts angesehen und dem hier um 1571 eingerichteten Friedhof zugeordnet .
Dies ist jetzt im Befund widerlegt. Die freigelegten Mauerwerke der Nordwand sind eindeutig älter und könnten zu einem Ursprungsbau aus der Zeit um die Mitte des 12.Jahrhunderts gehören.

Ältester Bauteil ist der Schiffbereich mit der nördlichen Tür, dessen Westausdehnung offen bleiben muss. Diesem wurde mit wohl nahem Zeitabstand ein Rechteckchor angefügt, Datierung Mitte 12. Jahrhundert. Dies dürfte dann der Kirchenbau des Nonnenkonvents bis zur Auflösung um 1370 gewesen sein.

Der heutige Westschluss ist jünger. Vielleicht entstand dieser erst im Zuge der Umnutzung zur Friedhofskapelle im 16. Jahrhundert. Die ursprüngliche Nordtür ist ebenfalls verändert worden. Dazu sind die heutigen Fenster später eingebaut oder vergrößert worden. Ob die Kirche in diesem Zuge auch erhöht wurde, muss offen bleiben.

Wesentlich jünger ist die Vermauerung der Nordtür (vor 1744) und die an die Kirche anschließenden Friedhofsmauern. Die Östliche ist im heutigen aufgehenden Bestand verschwunden.


1. Bauphase:
(1111)
Kapelle des 1111 gegründeten Frauenklosters Zwiefalten
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Klosterkirche

2. Bauphase:
(1567)
Veränderung
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1571)
Anlegung eines Pestfriedhofs mit Ummauerung und Grabsteinen
Betroffene Gebäudeteile:
keine

4. Bauphase:
(1760 - 1770)
Aussattung
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Nordosten / Friedhofskapelle, sog. Liebfrauenkapelle in 88529 Zwiefalten (2011 - Michael Weihs)
Abbildungsnachweis
Ansicht von Norden / Friedhofskapelle, sog. Liebfrauenkapelle in 88529 Zwiefalten (2011 - Michael Weihs)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische und Archäologische Dokumentation

Beschreibung

Umgebung, Lage:
An der Südseite der nach Riedlingen führenden Straße.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Friedhofskapelle
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Verputzter Rechteckbau mit Satteldach und nach Osten eingezogenem Rechteckchor. Langhaus durch schmale, leicht spitz zulaufende Maßwerkfenster geöffnet. Über der westlichen Giebelseite kleiner Dachreiter. Spitzbogiger Eingang.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
In der Nord- bzw. Ostwand des Schiffs liegt ein absolut lagiges und qualitätvolles Quadermauerwerk vor. Dies weist zeitlich durchaus um die Mitte des 12.Jh.. Allerdings stören ein paar hochkant versetzte Steine und die mittelgroßen Steinformate. Hier findet sich ein leiser Hinweis auf eine etwas jüngere Datierung. Nord- und Ostwand des Schiffs sind gleichzeitig errichtet worden. Der Bau bezieht sich auf ein mindestens 1,5m tieferes Niveau als heute. Nach Westen reicht das Fundament der Nordwand über die heutige Westwand hinaus. Der ursprüngliche Kirchenbau könnte länger gewesen sein.
Im Osten gab es eine originale Türöffnung mit Tuffsteingewände. Die Tür ist später nach oben erweitert worden.
In der Wand zeigen sich verschiedene zugesetzte Öffnungen, die zum Teil auf ehem. Rüsthölzer zurückzuführen sind. An der Wand gibt es Brandspuren zu einem nicht näher zu fassenden Brandereignis. Die heutigen Fenster sind nachträglich oder später vergrößert.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Das Mauerwerk, Nordwand und Ostwand Schiff, als auch der Nordwand Chor ist aus Kalkstein, die Quader mit geglätteter Oberfläche und Seiten, absolut lagig versetzt, vereinzelt hochkante Formate, betonte Eckquaderung an der NO-Ecke, von einem Eckquader teilw. zwei abgehende Lagen (besonders auf der Ostwand).

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