Haalstraße 5/7 (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Sog. Hahnsches Haus, Winkelhakengehöft, Doppelwohnhaus

ID: 138874668620  /  Datum: 29.04.2021
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Bei der Kirche
Hausnummer: 1
Postleitzahl: 70794
Stadt-Teilort: Filderstadt

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Esslingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8116077012
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,6750° nördliche Breite, 9,2377° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
keine Angabe

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
1. Beinhaltet Bauteil: Sog. Hahnsches Haus, Winkelhakengehöft, Doppelscheune, Bei der Kirche 1

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Wohnhaus (70794 Filderstadt-Sielmingen, Bei der Kirche 15)
Wohnhaus, ehem. Zehntscheuer (70794 Filderstadt-Sielmingen, Bei der Kirche 17)
Sog. Hahnsches Haus, Winkelhakengehöft, Doppelscheune, Bei der Kirche 1 (70794 Filderstadt-Sielmingen)
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Wohnhaus, mit abgegangener Scheune und Backhaus (70794 Filderstadt, Bei der Kirche 21)
Wohnhaus, Hauptstraße 55 (70794 Sielmingen)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Der südliche Kernbau wurde als traufständiger Bau in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet und durch Schultheiß Hans Hahn im Jahr 1581 (i) zu einem giebelständigen Bau erweitert. Wohl im 18. und 19. Jahrhundert entstand der östliche Anbau.


1. Bauphase:
(1500 - 1550)
Errichtung 1. Hälfte 16. Jh.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

2. Bauphase:
(1581)
Giebelständige Erweiterung (i) und Dachwerk
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1700 - 1899)
Östlicher Anbau
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Anbau

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Südosten / Sog. Hahnsches Haus, Winkelhakengehöft, Doppelwohnhaus in 70794 Filderstadt, Sielmingen (02.09.2002 - Tilmann Marstaller)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Orientierung zur Straße: giebelständig (ursprünglich traufständig).
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Mächtiges, zweigeschossiges und verputztes Fachwerkhaus mit dreigeschossigem Satteldach, niedriger Sockel aus Quadermauerwerk, am Giebel über profilierten Schwellen
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Struktur Unterbau: 2 / 2 / 4 (Geschosse / Schiffe / Zonen)
Struktur Dachwerk: 3 / 2-2-0 / 4 (Geschosse / Schiffe 1. DG-2. DG-3. DG / Zonen)
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Im Innern des dreigeschossigen Dachwerks findet sich eine interessante Stuhlkonstruktion. Im 1. DG besteht sie aus einer Mischung aus dreifach stehenden Stühlen an den Giebelwänden und einer Kombination aus liegendem und einfach stehendem Stuhl in den Innengebinden.

Gefügehölzer: verzapft (Hahnenbalken der Unterfirstkonstruktion verblattet). Mächtiges zweigeschossiges Fachwerkhaus mit dreigeschossigem Satteldach. Drei am südlichen Bereich der westlichen Traufseite erkennbare Knaggen belegen einen ehemals hier vorkragenden Westgiebel. Da sich am bestehenden Dachwerk keinerlei Hinweise für ein solches Querdach finden, deutet alles darauf hin, dass es sich bei dem südlichen Teil des Hahnschen Hauses um den Rest eines älteren Gebäudes handelt. Der zweischiffige und vermutlich zweizonige Unterbau des Vorgängergebäudes überbaut den mehrfach unterteilten Gewölbekeller. Nach Lage der Dinge besaß der ältere Unterbau zwar die gleiche Traufhöhe wie das bestehende Gebäude, war aber traufständig zur Straße hin orientiert.
Früher war am Unterbau ein Relief mit dem Wappen der Thumb von Neuburg sichtbar, das möglicherweise von der ehem. Zehntscheuer Nürtingen (Georg-Schurr-Str. 7) stammte.
1581 (i) wurde das Dachwerk des Ursprungsbaus abgetragen und der Unterbau nach Norden um zwei Zonen erweitert. Schließlich wurde das verlängerte Gebäude mit einem nun giebelständigen Dachwerk versehen. Das Fachwerk des südlichen Straßengiebels, das an seiner Innenseite unverputzt ist, zeigt charakteristisches Zierfachwerk des 16. Jh. mit geschwungenen 1/3- und 2/3-Fußstreben sowie genasten Kopfwinkelhölzern. Von Außen sind aufwändig profilierte Kehlleisten unter den vorkragenden Stichbalken erkennbar. Zudem scheint die Vorkragung des 1. DG mit drei Knaggen unterstützt zu sein. Die Fachwerkfassade, die vermutlich das reichste Sielminger Beispiel renaissancezeitlichen Zierfachwerks darstellt, erhielt als krönenden Abschluss eine kanzelförmige Giebelkonsole mit der Jahreszahl „1581“ und den Initialen „H H“ (Hans Hahn).
Im Innern des dreigeschossigen Dachwerks findet sich eine interessante Stuhlkonstruktion. Im 1. DG besteht sie aus einer Mischung aus dreifach stehenden Stühlen an den Giebelwänden und einer Kombination aus liegendem und einfach stehendem Stuhl in den Innengebinden. Dabei werden die äußeren Pfetten im zweiten Quergebinde von einer ungewöhnlichen Kombination aus stehendem Stuhlständer und seitlich abstützendem, liegendem Stuhlständer getragen. Das Kehlgebälk über dem 1. DG ist vollständig verzapft, während die Hahnenbalken über dem 2. DG an die Sparren geblattet sind. Sie gehören zur bauzeitlichen Unterfirstkonstruktion, die vollständig erhalten blieb.
Über den nicht näher untersuchten Unterbau wird im Sielminger Ortsbuch folgendes berichtet: “Die Wohnräume sind den modernen Bedürfnissen angepaßt: Der Backofen neben der Küche wie der alte Rauchfang mit offenem Kamin darin mußten weichen. Auch eine in Stein gehauene, spitzbogige Wandnische wurde aus dem Winkel in der Wohnstube entfernt. Einst mochte sie das Weihwassergefäß enthalten haben. Die Gänge, die einst zu den verhältnismäßig niedrigen Gemächern führen, waren mit Sandsteinfliesen belegt.” (H.M.Murr: Das “Schloß” in Sage und Wirklichkeit. Ortsbuch Sielmingen S. 240ff).

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