Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus mit Scheune

ID: 143504289520  /  Datum: 29.07.2026
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Dorfwiesenstraße
Hausnummer: 13
Postleitzahl: 72175
Stadt-Teilort: Dornhan-Fürnsal

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Rottweil (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8325012011
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,3762° nördliche Breite, 8,5186° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Eine mittige, zweigeschossige Bruchsteinmauer, die im EG den Stall- vom Scheunenbereich und im OG den Wohn- vom Scheunenbereich trennt, legt die Vermutung nahe, dass es sich dabei um die Überreste eines Vorgängerbaus handelt, auf dessen Basis sich der heutige Einfirsthof entwickelt hatte. Genau datiert kann sie nicht werden, frühestens ins 11. Jahrhundert.
Der Umbau zum Einfirsthof erfolgte wahrscheinlich 1585 (d). Weitere Bauten schlossen leicht gedreht daran an. Der Winkel dieser anschließen-der Bauten stimmt mit der Stellung überein, in der ein Keller heute unter der südlichen Wand liegt. Es handelt sich dabei also vermutlich um den Keller eines der früheren anschließenden Gebäude, die heute nicht mehr bestehen. Sie mussten zwischen 1837 und 1919 entfernt, und die Scheune entweder in der gleichen Baumaßnahme oder später verlängert worden sein.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es sowohl in Stall, Scheune als auch im Wohnbereich größere Um- oder Ausbauten. Die größere Veränderung erfuhr der Hof allerdings in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, vermutlich in den 1960er-Jahren. Ferner geht der Großteil der Oberflächen im Wohnbereich noch auf die 1960er-Jahre zurück.
In den 1980er-Jahren wurde die nach Süden kippende Giebelwand gesichert und ab dem Obergeschoss mit einer Bodendeckelschalung verkleidet.


1. Bauphase:
(1050)
Das ungewöhnlichste Bauteil des Einfirsthofes ist die mittige, zweigeschossige Bruchsteinmauer, die den Stall- vom Scheunenbereich trennt. Eine im Vergleich zu einer Fachwerkwand so kosten- und arbeitsintensive Mauer ist an dieser Stelle weder konstruktiv, noch aus praktischen (bspw. landwirtschaftlichen) Gründen notwendig. Es sind auch keine ähnlichen Beispiele von zeitgenössischen Bauten bekannt. Die Vermutung liegt also nahe, dass es sich dabei um die Überreste eines Vorgängerbaus handelt, auf dessen Basis sich der heutige Einfirsthof entwickelt hatte. Vor allem die teilweise zugesetzten Fenster in der Bruchsteinwand im Obergeschoss bestätigen diesen Eindruck. Mit einem trapezförmigen Grundriss ähneln sie einer Embrasur aus dem Festungsbau. Zudem ist am heutigen Durchgang vom Scheunen- zum Stallbereich noch der Rest einer steinernen Türlaibung zu erkennen. Beide Bauteile können nur aufgrund stilistischer Bauteile nicht eindeutig datiert werden. Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass die Erbauung der Mauer bis ins Hochmittelalter, also ca. das 11. Jahrhundert, zurückreicht.
Die nördliche Erdgeschossmauer ist aufgrund ihrer Dicke und des gleichen Materials ebenfalls als Überrest des etwaigen Vorgängerbaus zu datieren.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein

2. Bauphase:
(1585)
Dendrochronologisch konnten ein Ständer im Scheunenbereich (Bundachse V), ein Türpfosten im Durchgang von Stall- zum Scheunenbereich (Bundachse IV) sowie zwei Ständer im Nordgiebel auf das Jahr 1585 bestimmt werden. Vermutlich wurde der Einfirsthof in mehr oder weniger seiner heutigen Form zu dieser Zeit erbaut. Ob die gleichen Räumlichkeiten schon für die Zwecke genutzt werden, wie zuletzt (v.a. die Stall- und Wohnräume), kann nicht nachvollzogen werden. Sicher festzustellen ist dagegen, dass das Gebäude sich von Anfang an in der noch heute nachvollziehbaren Höhe mit Erdgeschoss, Obergeschoss und – je nach Bodenaufbau – ein bis drei Dachgeschossebenen präsentierte. Es dehnte sich nach Süden allerdings vermutlich nur bis zur sechsten Bundachse aus.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

3. Bauphase:
(1800 - 1900)
Inschriftlich ist der gusseiserne Ofen bzw. sind seine einzelnen Teile auf den Beginn des 18. Jahrhunderts zu datieren.

Bis mindestens 1837 reichte der Einfirsthof nur sechs Binderachsen nach Süden. In der historischen Flurkarte aus jenem Jahr war der Scheunenteil winkelförmig. Weitere Bauten schlossen leicht geneigt daran an. Die Neigung dieser anschließender Bauten stimmt mit der Drehung überein, in der der Keller heute unter der südlichen Wand liegt. Es handelt sich dabei also vermutlich um den Keller eines der früheren anschließenden Gebäude, die heute nicht mehr bestehen, und der deshalb durch die Dorfwiesentraße 13 erschlossen wird. Der oberirdische Teil der Gebäude musste zwischen 1837 und 1919 entfernt, und die Scheune entweder in der gleichen Baumaßnahme oder später verlängert worden sein. Das Fachwerk der ehemaligen Südwand ist in der sechsten Binderachse ohne Gefache noch in der Scheune zu sehen. Auch im zweiten Dachgeschoss gibt es Spuren der baulichen Veränderung: In der sechsten Binderachse wechselt der liegende Stuhl mit zwei Ständern in einen stehenden. Das Rähm ist an der Stelle der Ständer angestückelt.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Ausstattung

4. Bauphase:
(1900 - 1950)
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es sowohl in Stall, Scheune als auch im Wohnbereich größere Um- oder Ausbauten: Die gusseisernen Stützen im Stall stammen aus der Zeit um 1900; in Zweitverwendung und in der ländlichen Gegend von Fürnsal wurden sie eventuell auch später verbaut. Deckenbalken der Zwischenebene in der Scheune konnten dendrochronologisch auf den Winter 1912/13 datiert werden.
Für den Wohnbereich zeigt das Baugesuch von 1919 den Raum 1.12 bereits als separates Zimmer (die Abtrennung durch die Bretterwand ist wahrscheinlich nicht bauzeitlich) und mit einem Zugang zum Flur 1.01. Die Lambris (und mit ihnen vermutlich auch die Täfer und Rahmenfüllungstüren) wurden also erst nach Zusetzung der Tür verbaut, da an dieser Stelle keine Unterbrechung im Lambris zu erkennen ist.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Ausstattung

5. Bauphase:
(1950)
Der Einfirsthof erfuhr eine große Veränderung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, vermutlich den 1960er-Jahren. An der Ostseite des Stalls wurde eine Melkkammer eingebaut. Um den nötigen Raum dafür zu schaffen, wurde unter der Eingangstür des Wohnbereichs eine Auslucht geschaffen, an der entlang die neue Treppe nach oben geführt wurde. Die westliche Wand des Stalls und vermutlich auch die des darüberliegenden Obergeschosses wurde aus Porenbetonsteinen geformt und im Bereich des Obergeschosses mit Eternitplatten verkleidet. Sämtliche Fenster auf beiden Seiten stammen aus der gleichen Maßnahme.
Neben dem Melkraum erhielt der Stall eine Güllegrube, einen Teilspaltenboden, hängende Holz-Schiebetore und eine von Raum 1.08 zu bedienende Melkmaschine – alles Neuerungen, die ab der 1960er Einzug in die Landwirtschaft fanden.
Während der Flur des Wohnbereichs 1919 in etwa die gleiche Form wie heute hatte, unterscheidet sich die Raumaufteilung der Räume 1.02 bis 1.09 zum heutigen Bestand. Die Fenster und Türen aus den 1960er-Jahren lassen darauf schließen, dass diese Zimmer nach 1950 verändert wurden. Das Badezimmer und die an das Abwasser angeschlossene Toilette hielten Einzug. Auch die Erschließung hat eine Veränderung erfahren: Zusätzlich zum Haupteingang entlang der Auslucht wurde ein direkter Zugang vom Stall zum Wohnbereich geschaffen. Auch die Erschließung des Dachgeschosses vom Wohnbereich aus wurde verändert: Die Treppe befindet sich im Baugesuch von 1919 noch um 90° gedreht an der Küchenwand.
Ferner geht der Großteil der Oberflächen im Wohnbereich noch auf die 1960er-Jahre zurück: Die Lambris und Täfer wurden in einem gelblichen Weiß überstrichen.

In den 1980er-Jahren wurde die nach Süden kippende Giebelwand gesichert und ab dem Obergeschoss mit einer Bodendeckelschalung verkleidet. Aus diesem Grund wurden die in dieser Wand sitzenden Fenster ausgetauscht.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Ausstattung

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Wohnhaus mit Scheune in 72175 Dornhan-Fürnsal (12.03.2026 - strebewerk. Architekten GmbH)
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Wohnhaus mit Scheune in 72175 Dornhan-Fürnsal (12.03.2026 - strebewerk. Architekten GmbH)
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Wohnhaus mit Scheune in 72175 Dornhan-Fürnsal (12.03.2026 - strebewerk. Architekten GmbH)
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Wohnhaus mit Scheune in 72175 Dornhan-Fürnsal (12.03.2026 - strebewerk. Architekten GmbH)
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Wohnhaus mit Scheune in 72175 Dornhan-Fürnsal (12.03.2026 - strebewerk. Architekten GmbH)
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Wohnhaus mit Scheune in 72175 Dornhan-Fürnsal (12.03.2026 - strebewerk. Architekten GmbH)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung
  • dendrochronologische Untersuchung
  • Bauaufnahme

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Der Stadtteil Dornhan-Fürnsal liegt nördlich der Stadt Dornhan im Landkreis Rottweil.
Zwei von der Hauptachse Dorfwiesenstraße abgehende Straßen, Eschleweg und Hofwiesenweg, formen ein rechteckiges Grundstück, auf dem das untersuchte Gebäude traufseitig zur Dorfwiesenstraße steht. Es handelt sich um einen Einfirsthof mit Satteldach, dessen südliche Hälfte als Scheune, die andere im Erdgeschoss als Stall, im Obergeschoss als Wohnraum und in den Dachgeschossen als geöffneter Lagerraum zur Scheune genutzt wurde. Er wird ergänzt um diverse Anbauten.
Lagedetail:
keine Angaben
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Der Einfirsthof ist ein längsrechteckiges Gebäude mit Satteldach und steht traufständig zur Dorfwiesenstraße. An dieser östlichen Traufseite führt eine halbgewendelte Außentreppe entlang einer Auslucht im EG zum Haupteingang im Obergeschoss. Das Vordach in Form eines Krüppelwalmdachs bildet eine kleine Veranda auf der Auslucht, in die die Treppe mündet.
An der Traufe im Westen etwa zur Hälfte der Gebäudelänge geht das Satteldach in ein Schleppdach jüngerer Anbauten über.

Vier Ansichten bilden die Hülle des Einfirsthofes, wobei sich die östliche Trauffassade zur Straße hinwendet und somit die Hauptansicht ausbildet. Der Zugang zum Gebäude befindet sich ebenfalls an dieser Seite. Die Trauffassade an der Westseite ist durch diverse Anbauten ergänzt.

Die nördliche Giebelfassade wird horizontal durch den verputzten Sockel, eine Metallleiste auf östlicher Traufhöhe und eine Fuge in der Bodendeckelschalung gegliedert. Der Sockelbereich ist gelb gestrichen; größere Abplatzungen im Putz zeigen den Bruchstein darunter. Großflächige Schmutzablagerungen bilden grau-schwarze Flächen auf dem Sockel. Die westliche Ecke wurde aus Backsteinen und Zementputz vermutlich aufgrund einer Fehlstelle neu geformt.
Die restliche Fassade ist mit einer Bodendeckelschalung aus Holzbrettern verkleidet. Sie wird auf Höhe der östlichen Traufe (die westliche liegt etwas tiefer) von einem Tropfblech unterbrochen. Etwa auf Höhe des dritten Obergeschosses (bzw. der Kehlbalkenlage des zweiten Obergeschosses) gibt es eine Fuge in der Verschalung, bei der die Bretter des oberen Bereichs die des unteren leicht überlappen. Sowohl an dieser Stelle als auch am Übergang zum Sockel und an allen Fensteröffnungen sind die oben liegenden Bretter segmentbogenförmig abgesägt und ragen mit der Rundung leicht über das Ende der Verschalung.
Der schmale Ortgang, bekleidet mit einem Brett und einem Metallwinkel, zeichnet die Dachkonstruktion mit dem leicht ausschweifenden Aufschiebling nach und mündet unten beidseits in einem Kastengesims, das beide Traufseiten einfasst.
Im Sockel befinden sich drei Fenster, ebenso im Obergeschoss, allerdings nicht in einer Achse. Die Fenster im Sockel gliedern sich in ein einzelnes auf der östlichen Hälfte und zwei enger nebeneinanderstehende auf der westlichen. Im Obergeschoss ist es anders herum: Das Paar Fenster am östlichen Rand zeigt die Stube im Inneren an. Die zwei Fenster je erstes und zweites Dachgeschoss scheinen sich an einer vertikalen Mittelachse zu orientieren, liegen jedoch nicht ganz symmetrisch. Knapp unter dem First sitzt ein mittiges Fenster.

Auch an der Ostfassade zeigt sich die horizontale Zweiteilung der Fassade mit dem gelben, verputzten Sockelbereich und dem verkleideten Obergeschoss darüber. Sie wird aber auch vertikal geteilt: Etwa mittig sitzt eine Auslucht im Erdgeschoss, an deren nördlicher Seite eine halbgewendelte Außentreppe an Glasbausteinen im Erdgeschoss entlang zu einer darauf liegenden Veranda führt. Sie wird überdacht von einem Krüppelwalmdachgiebel; ihr Dach schließt wie ein Zwerchhaus an das Satteldach an. Von dieser Veranda aus führt die Haustür in die Wohnung. Die Tür in der Auslucht darunter führt zur Melkkammer. Südlich dieser Eingangskonstruktion befindet sich der Scheunenteil, nördlich davon der Stall im Erdgeschoss und die Wohnung im Obergeschoss.
Der Scheunenteil ist im Obergeschoss mit einer Bodendeckelverschalung verkleidet, deren oben liegende Bretter am unteren Ende der Verschalung segmentbogenförmig abgesägt sind und mit der Rundung leicht über das Ende ragen. Ganz südlich befindet sich eine wagenhohe Öffnung in der Fassade zur Garage, nördlich daneben führen hintereinander eine Holztür, eine Klappe in der Verschalung darüber und ein Fenster in die Scheune sowie ein Doppelflügeltor, dessen rechter Flügel nochmals horizontal geteilt ist.
Der Stallbereich im Erdgeschoss rechts der Eingangskonstruktion wird erschlossen durch ein Schiebetor mit zwei Festverglasungen. Nördlich daneben befindet sich ein Fenster, nördlich daneben eine Tür mit Oberlicht.
Entlang des Dachrandes befinden sich ein kastenförmiges Traufgesims und eine Dachrinne. Ihr Fallrohr verläuft senkrecht nahe der südöstlichen Gebäudecke. In der ziegelgedeckten Dachfläche sitzen vereinzelte Glasziegel. Es gibt Ziegelfelder mit anderer Farbe.

Die südliche Giebelfassade ist ähnlich wie die nördliche horizontal durch den rötlich-gelben verputzten Sockel und eine Fuge in der Verschalung gegliedert. Die Verschalung besteht hier, wie auch auf der nördlichen Seite der Ostfassade, aus Holzschindeln. Sie löst sich im westlichen Bereich des Giebels mattenartig ab. Ortgangziegel schließen die Dachfläche ab und formen die Dachkonstruktion mit dem leicht ausschweifenden Aufschiebling nach. Auf der westlichen Seite geht das Satteldach mit einem Schleppdachknick in das Schleppdach mit flacheren Winkel des Anbaus über, sodass die Traufe dort weitaus tiefer sitzt als auf der rechten Seite. Die Südfassade des Anbaus besteht aus verschiedenen Materialien, die teilweise über die Schindelfassade ragen.
Auf Höhe der östlichen Traufe zieht sich eine Fuge horizontal durch die Schindelfassade, bei der die Schindeln des oberen Bereichs die des unteren leicht überlappen. Die zwei Fenster des ersten Dachgeschosses scheinen sich an einer vertikalen Mittelachse zu orientieren, liegen jedoch nicht ganz symmetrisch. Im zweiten Dachgeschoss und knapp unter dem First sitzt ein mittiges Fenster.

An die Westfassade schließen drei Anbauten an. Das Schleppdach des rechten Anbaus ist die Verlängerung des Satteldachs auf der Westseite. Der Schleppdachknick sitzt etwa im Anfangsbereich der Aufschieblinge im restlichen Satteldach. Da es einen flacheren Winkel als das Hauptdach hat, ergibt sich an der nördlichen Seite ein Zwickel, der nurmehr aus einigen losen Brettern besteht.
Unterhalb dieses Schleppdaches besteht die Westseite des Einfirsthofs aus einem Bruchsteinsockel sowie einer Bretterwand darüber. Im Bruchsteinbereich befindet sich eine Türöffnung.
An der Stelle der Durchfahrt ist die Wand komplett geöffnet. In der Durchfahrt ist auf der nördlich anschließenden Wand eine vorgesetzte Wand aus Porenbetonsteinen mit gräulichem Putz zu sehen, vor der zwei weitere Anbauten mit Pultdächern stehen. In den freien Bereichen über den Pultdächern befinden sich im Erdgeschoss eine Festverglasung und im Obergeschoss ein Dreiflügelfenster.
Der Bereich nördlich der Anbauten entspricht dem durchgängigen Schema des Sockels mit verkleideter Fassade darüber. Die Oberfläche des Sockels besteht hier allerdings aus Zementputz; die Verkleidung des Obergeschosses aus gelblichen Eternitplatten.
Im Sockel befinden sich von Süden nach Norden ein Fenster, ein Schiebetor mit Festverglasung, eine Holztür sowie ein weiteres Fenster. Im Obergeschoss sitzen ein Fenster und in etwas größerem Abstand dazu drei etwas längere Fenster in gleichem Abstand zueinander.
Entlang dem Dachrand des Fassadenteils nördlich der Anbauten verläuft ein kastenförmiges Traufgesims mit einer Regenrinne. Ihr Fallrohr verläuft senkrecht nahe der nordwestlichen Gebäudeecke. In der einheitlich ziegelgedeckten Dachfläche sitzen ein Dachflächenfenster und einzelne Glasziegel. Die Dachdeckung im Bereich des Schleppdachs des Anbaus ist zu großen Teilen schadhaft.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der Einfirsthof wird mittig im Erd- und Obergeschoss von einer Bruchsteinmauer in zwei Hälften geteilt. Die südliche Hälfte dient in dieser vollen Höhe als Scheune und ist in Querrichtung in etwa drei gleich große Zonen zu unterteilen: Eine Durchfahrt von Ost- zur Westseite, südlich davon zwei runde Silos sowie Abstellräumlichkeiten und ganz südlich, durch eine weitere Bruchsteinmauer von der restlichen Scheune getrennt, eine zur Ostseite hin offene Garage.
Die nördliche Hälfte dient im Erdgeschoss als Stall. In dem offenen Raum ist ebenfalls eine Dreiteilung in Querrichtung zu vernehmen: Die Stände sind in zwei Streifen nördlich und südlich des mittleren Futtergangs angelegt, bestehend aus einer steinernen Futterrinne, den Ständen aus Betonplatten, im südlichen einem Spaltenboden zur Güllegrube und je einem Mistgang am jeweiligen äußeren Ende. Sowohl an der Ost- als auch an der Westseite endet der Futtergang in je einer Toröffnung, die durch je ein hängendes Holz-Schiebetor verschlossen ist. Der nördliche Streifen Stände ist um circa einen halben Meter abgesenkt.
Etwa in der Mitte des südlichen Streifens Stände führt eine freitragende Wangentreppe ins Obergeschoss.
In der südöstlichen Ecke des Stalls befindet sich – teils im Stall, teils in der Auslucht – eine Melkkammer mit grob L-förmigen Grundriss. Sie ist von zwei Seiten vom Stall betretbar sowie von der Ostseite des Einfirsthofes an der Auslucht unterhalb des Haupteingangs im Obergeschoss.
Im Obergeschoss befinden sich in der nördlichen Hälfte die Wohnräume. Durch die Haustür an der Ostseite erschlossen hat der Flur die Form eines Fragezeichens. Von ihm abgehend gibt es Öffnungen zum Badezimmer, einer Speisekammer, zur durch eine Wand und Tür abgetrennten eingestemmten Wangentreppe ins Dachgeschoss, der Toilette, zwei Zimmern an der Westseite und zur Küche sowie der Stube an der Nordseite. Von der Küche gehen zwei weitere Räume Richtung Westen ab. Von der Stube ist der Raum an der Ostseite zu betreten, der zu den beiden anderen Seiten vom Flur umgeben ist.
Das erste Dachgeschoss erstreckt sich über die nördliche Hälfte sowie über die Durchfahrt der Scheune im Erd- und Obergeschoss. Der Bereich der Silos und über der Garage ist Luftraum. An der Nordseite sind durch einfache Bretterwände zwei Räume abgetrennt, sowie ebenfalls durch eine Bretterkonstruktion entlang der Firstlinie ein Raum im Osten des ersten Dachgeschosses. Über der Durchfahrt im Erdgeschoss befindet sich ein annähernd quadratisches Schüttloch mit Holzbrüstung. Nordöstlich an die Treppe vom Obergeschoss ins erste Dachgeschoss führt eine freitragende eingestemmte Wangentreppe ins zweite Obergeschoss.
Das zweite Dachgeschoss erstreckt sich über die gesamte Länge des Hauses. Lediglich in der Nordostecke ist Raum mit Brettern abgetrennt, ansonsten ist der Raum offen. Über dem Schüttloch im Dachgeschoss darunter befindet sich auch hier ein annähernd quadratisches Schüttloch mit Brüstung. Am Nordgiebel führt eine freitragende eingestemmte Wangentreppe ins dritte Obergeschoss.
Das dritte Dachgeschoss besteht aus der Kehlbalkenlage. Nur im nördlichsten Gebindefeld des Geschosses sind lose Bretter auf den Kehlbalken ausgelegt, im restlichen Bereich gibt es keinen Bodenbelag.
Ein Keller mit Tonnengewölbe befindet sich verdreht unter dem Südgiebel. Der Zugang erfolgt über eine Türöffnung an der Südseite.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
Im Stall sind zwei gusseiserne Stützen mit einer schlichten, dreieckig ausgesteiften Kopfplatte erhalten, welche auf die Zeit um 1900 zu datieren sind. Vermutlich ersetzten sie frühere Holzständer und waren ursprünglich in größerer Anzahl vorhanden, da fünf von ihnen in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts vermutlich durch Betonstützen ersetzt wurden.
Die steinerne Futterrinne sowie auch zwei Reihen an Ständen für die Kühe sind bereits im Baugesuch von 1919 eingetragen. Da die Stände heute Teilspaltenböden aus Betonplatten und Metallgitter sind, welche erst ab den 1960er-Jahren aufkamen, wurden diese wohl in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erneuert.
Sämtliche Fenster im Stall sind einfach verglaste Holzfenster. Im Kontext mit dem Teilspaltenboden und den restlichen Fenstern des Gebäudes können sie etwa auf die 19060er-Jahre datiert werden. Ebenso auch die beiden hängenden Holz-Schiebetore mit integrierten Fenstern
Im Flur des Wohnbereichs finden sich noch teilweise an den Wänden a, b und c Lambris (an anderen Stellen Spuren davon). Sie bestehen aus Profilbrettern und schlichten Sockel- und Abschlussleisten, welche alle in einem gelblich-weißen Lackanstrich gefasst sind. Dem Erscheinungsbild nach sind sie etwa auf die 1930er-Jahre zu datieren, wobei der Anstrich erst später erfolgte. Weitere Lambris, vermutlich aus der gleichen Bauphase, sind in der Stube zu finden, hier allerdings holzsichtige Kassetten-Lambris, die die repräsentativere Stube zierten. In der Stube befindet sich außerdem ein mehrteiliger Aufsatzofen aus Gusseisen. Das Material der Brennkammer und des Aufsatzes sieht relativ einheitlich (korrodiert) aus, das des Ofenfußes unterscheidet sich minimal. Auch sind die Inschriften und Dekorelemente leicht unterschiedlich gestaltet. Zumindest der Ofenfuß, vielleicht auch der Aufsatzofen, könnten also eine spätere Erneuerung oder Ergänzung sein (markiert durch die Jahreszahl).
In Raum 1.08 befindet sich eine Vakuumpumpen-Anlage für eine Melkmaschine der Marke Alfa-Laval, welche durch ein Rohrleitungssystem in den darunterliegenden Stall reichte. Sie ist in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu datieren; ihr Einbau könnte also mit den anderen wandfesten Einbauten des Stalls aus den 1960er-Jahren er-folgt sein.
Die Wände a, b und c im östlichen Raum neben der Stube sind mit raumhohen Täfern verkleidet. Sie bestehen aus vertikalen Holzpaneelen, die durch aufgesetzte Schlagleisten unterteilt sind. Dadurch entsteht die Kassettenoptik. Sie sind mit dem ähnlichen gelblich-weißen Lackanstrich versehen wie die Lambris im Flur und auch in die gleiche Zeit zu datieren, wobei der Anstrich erst später erfolgte.
Die Fenster im Wohnbereich bestehen allesamt aus Holz. Bis auf zwei Fenster an der Nordfassade in der Küche und der Stube stammen die aus den 1960er-Jahren. Die anderen zwei Fenster wurden vermutlich im Zuge der Sanierung der Nordfassade ausgetauscht, da sie in die 1980er-Jahre zu datieren sind. Auch die Zimmertüren im Wohnbereich sind in zwei Bauphasen aufzuteilen: Die Rahmenfüllungstüren aus den 1930er-Jahren, sowie die Sprossentüren mit sechs mit Rillenglas gefüllten Feldern und die beiden glatten Sperrholztüren aus den 1960er-Jahren.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
  • Dachform
    • Satteldach
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Holzschindeln
    • Holzverschalung
    • Lambris/Täfer
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
  • Decken
    • Balkendecke
    • Putzdecke auf Holzlatten
Konstruktion/Material:
Bemerkenswert ist die mittige Bruchsteinwand zwischen Stallbereich und Scheune, die sich über zwei Geschosse erstreckt und ein eher untypisch innenliegendes massives Konstruktionselement bei diesem Gebäudetyp ist. Die Vermutung liegt daher nahe, dass es sich bei der Mauer um eine ehemalige Außenmauer handelt, genauso wie bei der Mauer zwischen dem Scheunenraum und der Garage, welche ebenfalls aus Bruchstein besteht. Die Außenwände und Aufbauten im Bereich des Obergeschosses sind in offener Fachwerkbauweise errichtet mit – falls vorhanden – Balkendecken.
Die Balkendecke des Stalls wird gestützt von zwei Unterzügen in Ost-West-Richtung. Der südlichere der beiden liegt auf vier Betonstützen auf, der nördlichere auf einer aus Beton und zweien aus Gusseisen.
Die Außen- und Innenwände des Wohnbereichs sind wahrscheinlich aus Fachwerk, mit Ausnahme der Wand zwischen der Stube und dem östlich angrenzenden Raum, welche lediglich aus Brettern besteht, und der bereits beschriebenen Natursteinmauer zwischen Wohn- und Scheunenbereich.
Die Decken der Wohnung sind Putzdecken auf Holzlatten; die Zwischenräume sind mit Spreuschüttung verfüllt.

Es handelt sich um ein Dachwerk mit liegendem Stuhl, auf dessen erster Kehlbalkenlage das 2. Dachgeschoss und auf der zweiten Kehlbalkenlage zum Teil das 3. Dachgeschoss mittels Bretterdecke aufliegt. Lediglich das südlichste Gebinde wird sowohl im 1. als auch 2. Obergeschoss mittels Ständern statt Streben ausgesteift. Da das Rähm an diesen Stellen angesetzt ist, liegt die Vermutung nahe, dass es sich dabei vermutlich entweder um die frühere Giebelkonstruktion oder eine Behelfskonstruktion am Ende des Rähms handelt, an die nachträglich eine Verlängerung nach Süden angesetzt wurde. Die Fachwerkkonstruktion beider Giebelwände weist die ähnliche Struktur mit Ständern auf, auf denen das Rähm aufliegt, ergänzt durch Streben und Riegel. Die Gefache der südlichen Giebelwand sind mit Bruchstein ausgefüllt; die nördliche Giebelwand hat keine Gefachfüllungen. Sie wird nach außen durch die davorgesetzte Bodendeckelschalung abgeschlossen.
Andreaskreuze und Gurtbalken innerhalb einzelner Gebinde steifen das Dachwerk weiter aus.
Einzelne Bretterwände begrenzen Räume oder dienen halbhoch im Kniestockbereich als Schüttschürze, haben aber keine tragende Funktion. Alle Holzverbindungen des Dachwerks sind Zapfenverbindungen, teilweise mit Holznägeln.

Abbundzeichen in Form von einfachen Hieben sind in beiden Dachgeschossen deutlich zu erkennen. Die Zählung der Binderebenen beginnt im Norden, wobei die erste Querbundachse in der nördlichen Giebelwand sitzt. Die Abbundseite zeig nach Norden.

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