Haalstraße 5/7 (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Amtshaus

ID: 153581863620  /  Datum: 27.04.2026
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Schlossstraße
Hausnummer: 8
Postleitzahl: 74217
Stadt-Teilort: Schöntal - Bieringen

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Hohenlohekreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8126072004
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Schlossscheune, Schlossstraße 4 (74217 Schöntal - Bieringen)

Bauphasen

1. Bauphase:
(1400 - 1499)
An der massiven Westwand der ehemaligen Zehntscheuer hat sich in der südlichen Wandhälfte ein Mauerabschnitt erhalten, der etwas älter als die anderen Wandabschnitte der Westwand sein könnte. Dabei handelt es sich aber nur um eine relative Chronologie, bei der es nicht gesichert ist, ob sie tatsächlich vor das 16. Jahrhundert zurück reicht.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
Lagedetail:
  • Burganlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigungs- und Verteidigungsanlagen
    • Wehrmauer
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Wacken/Kiesel

2. Bauphase:
(1500 - 1599)
Im 16. Jahrhundert wurde die Ummauerung der Vorburg in ihrem heutigen Umfang durchgeführt. Zudem kam eine Wohnnutzung in den südlichen Abschnitt der Westmauer der Vorburg und in den südwestlichen Wehrturm. Dies lässt sich durch die Fenstergewände in der West­fassade des Amtshauses belegen, die stilistisch etwa in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts pas­sen. Zudem gibt es im Dachwerk des Amtshauses etliche zweitver­wendete Hölzer eines zwischen 1545 und 1565(d) datierenden Gebäudes, bei dem es sich durch­aus um den Vorgängerbau des heutigen Amtshauses handeln könnte, was aber letztlich nicht mehr nachgewiesen werden kann.
Spätestens 1594 ist die Vorburgummauerung nachgewiesen. In diesem Jahr wurde das prunkvolle Südtor in der Vorburgmauer errichtet. Es trägt das Alianzwappen von Aschhausen/von Zobel.
Das Wappen bezieht sich auf Gottfried von Aschhausen und seine Frau Brigitta von Zobel von Giebel­stadt. Allerdings sind beide bereits 1581 verstorben. Und erst 1592 kauften deren beide Söhne Johann Gottfried und Philipp Heinrich von Aschhausen Schloss Bieringen von Hans Georg von Berlichingen zu Schrozberg. Die Weiterverwendung des elterlichen Alianzwappens könnte vielleicht damit zu tun haben, dass die beiden Söhne (noch) unverheiratet waren. Zumindest für Johann Gottfried ist dies nachgewiesen, da er eine geistliche Laufbahn einschlug und 1609 Bischof von Bamberg und 1617 zusätzlich Bischof von Würzburg wurde. Das Nordtor der Vorburg wirkt älter als das Südtor, trägt aber ebenfalls das Alianzwappen von Aschhausen/ von Zobel. Auf dem Foto scheint man eine Jahreszahl "..96" zu er­kennen. Vor Ort war diese Zahl bei den damaligen Lichtverhält­nissen aber nicht zu beobachten.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1614 - 1615)
1605 verkauften Johann Gottfried und Philipp Heinrich von Aschhausen das Schloss und ihren Drittelortsanteil an die Herren von Wernau. Diese waren insbesondere am oberen Neckar begütert und hatten daher eher wenig Gelegenheit, sich um das aus ihrer Sicht weit abgelegene Bieringen zu kümmern. Vermutlich bestellten sie für die Verwaltung des Bieringer Besitzes einen Amtmann. 1614/15 (d) wurde daher das Amtshaus als Wohnsitz des Amtmanns erbaut.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Burganlage
    • allgemein

4. Bauphase:
(1631 - 1799)
1631 verkaufte Gottfried von Wernau das Schlossgut Bieringen an das Kloster Schöntal, das bereits die beiden anderen Drittel von Bieringen im Besitz hatte für 21.000 Reichstaler.
Während der Schöntaler Herrschaft sind nur wenig Baumaßnahmen am Schloss und der Vorburg in Bier­ingen bekannt. So wurde 1729 die Kelter neu gebaut. 1736 und 1737 ließ der Schöntaler Abt Angelus Münch das alte Wasserschloss abbrechen und erbaute darauf ein neues Schlossgebäude, das den Schönta­ler Äbten als Lustschloss diente und seit dem 19. Jahrhundert als Pfarrhaus genutzt wird. Vom Amtshaus ist für diesen Zeitraum lediglich bekannt, dass die ehemals fachwerksichtigen Wohnräume im Innern verputzt wurden. Wahrscheinlich wurden auch im OG größere Fenster in die Ost- und Südfassade eingebaut. Für das 1. DG lässt sich dieser Fenstereinbau belegen. Zudem wurde das Sichtfachwerk der Ostfassade verputzt und mit einem Wappen von Abt Benedikt Knittel (1683-1732) bemalt. Möglicherweise datiert auch der Einbau eines zusätzlichen Kellers in das westliche Drittel des Stalls im EG noch in das 18. Jahrhundert. Nachweisbar war dies aber nicht.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein

5. Bauphase:
(1800 - 1920)
1824 wurden die Schlosskelter und die Zehntscheuer in der Vor­burg vom Kameralamt Schöntal an Privatleute verkauft. Die Ur­karte von 1834 zeigt, dass die Zehntscheuer damals bereits in zwei Gebäudehälften unterteilt war. Wann das Amtshaus verkauft und unterteilt wurde, konnte bis­lang nicht in Erfahrung gebracht werden.
Mit oder kurz nach dem Verkauf des Amtshauses an Privatleute erfolgte auch die bauliche Teilung des Gebäudes durch Längswände in zwei Haushälften. Lediglich das 2.DG wurde durch eine Querwand un­terteilt. Der bauliche Zustand des Gebäudes dürfte im 19. Jahrhundert bereits eher schlecht gewesen sein. Bereits im früheren 20. Jahrhundert wurden die Außenwände der Stube im OG der südlichen Gebäude­hälfte neu mit Ziegelmauerwerk errichtet. Dabei wurde auch ein Betonboden eingebaut.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

6. Bauphase:
(1920 - 2020)
Im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts wurden auch die meisten anderen ehemaligen Fachwerkwände des OG teils als Ziegelmauerwerkwände, teils als Fachwerkwände mit Ausfachungen aus Gasbetonstei­nen oder Ziegelsteinen erneuert. Zudem erhielten beide Haushälften im EG neue Eingangstüren.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ostfassade / Amtshaus in 74217 Schöntal - Bieringen (04.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Ansicht von Südwesten / Amtshaus in 74217 Schöntal - Bieringen (04.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)

Zugeordnete Dokumentationen

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Burganlage Bieringen befindet sich südöstlich anschließend an das Dorf Bieringen. Nach Süden wurde die Burganlage mittelbar durch die Jagst begrenzt, nach Westen durch den Erlenbach und im Norden durch den Kirchhof. Östlich schließt an die eigentliche Burg - dem heutigen Pfarrhaus - ein noch in Resten erhaltener Wassergraben an. Den westlichen Teil der Burganlage nimmt die Vorburg ein. In der Vorburg befindet sich nord­westlich eine Scheune, an die öst­lich ein einstöckiges Wohnhaus unbekannten Alters anschließt. Bei dieser Scheune handelt es sich vermutlich um die ehemalige Schlosskelter, die zwischen 1584 und 1664 neu erbaut und 1729 unter Zweitverwendung der alten Hölzer erneuert wurde.
Südlich an die Schlosskelter schließt die ehemalige Zehnt­scheune an, die - wie bei Zehnt­scheunen üblich - zwei Tennen hat.
Südlich an die Zehntscheuer schließt das ehemalige Amtshaus mit dem Wehrturm in der Süd­westecke an. Östlich des Amts­hauses steht mit etwas Abstand eine Scheune aus dem 19. Jahr­hundert. An diese Scheune schließt östlich das äußere Burg­tor von 1594 an. Im Norden der Vorburg findet sich ein weiteres Tor und daneben eine kleinere Tür aus der selben Zeit, die die Vorburg mit dem Dorf verbinden.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
  • Öffentliche Bauten/ herrschaftliche Einrichtungen
    • Amtsgebäude
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das hier untersuchte Amtshaus ist ein zweistöckiger Riegelbau mit dreigeschossigem Satteldach. Das Ge­bäude steht giebelständig zum Erlenbach. In der Südwestecke ist der dreigeschossige massive Wehrturm mit eingeschossigem achtseitigem Zeltdach integriert.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Es handelt sich beim Amtshaus um ein Verwaltungsgebäude mit Wohnräumen für den Amtmann im Obergeschoss, einem Stall und einem kleinen Keller im EG sowie zwei Kammern und Dachböden im Dach. Das massive EG ist in zwei Längszonen und in der nördlichen Zone in zwei Querzonen gegliedert. Das OG ist in zwei Längszonen und drei Querzonen gegliedert und das 1.DG in zwei Längszonen und fünf Querzonen. Die Nordwand im OG und die Westwand im OG und DG sind massiv ausgeführt, die übrigen Wände ursprünglich als Fachwerkwände. Zwischenzeitlich sind aber die Fachwerkaußenwände im OG massiv erneuert worden.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
An baulichen Schäden sind insbesondere die Deckenbalken über dem EG zu nennen, die deutlichen Schädlingsbefall zeigen und im Bereich der südlichen Haushälfte bereits vor längerer Zeit durch eine Betondecke ersetzt wurden.
Bestand/Ausstattung:
An historischer Ausstattung hat sich nichts Bemerkenswertes erhalten.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
    • Zeltdach/Pyramidendach/-helm
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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