Firstständerscheune
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Nebringer Straße |
| Hausnummer: | 1 |
| Postleitzahl: | 71126 |
| Stadt-Teilort: | Gäufelden-Tailfingen |
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| Regierungsbezirk: | Stuttgart |
| Kreis: | Böblingen (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8115016003 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
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Kartenansicht (OpenStreetMaps)
Bauphasen
Nach der dendrochronologischen Untersuchung 1992 wurde die vollständig aus Eichenholz abgezimmerte Scheune um das Jahr 1452 (d) erbaut. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde südlich der Scheuneneinfahrt ein Wohnhaus angebaut. Rechtwinklig zur Scheune angeordnet zeigte dessen Hauptgiebel zur Straße, wobei das Dach in der Art eines Querhauses mit dem Dach der Scheune verbunden wurde. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die nördliche Hausflucht leicht die lichte Weite der Toreinfahrt überlagert.
Die ältesten erkannten Umbauten beziehen sich auf das Dach. So wurden alle Altrofen durch Sparren ersetzt. Im Gegensatz zu den Rofen sind die heutigen Sparren aus Nadelholz. Blieben somit die äußeren Zonen weiterhin bis zum First offen, so erhielt der Tennenraum eine Gebälklage.
Ins 18.Jahrhundert datiert der weitgehende Ersatz der Wandfüllungen sowie wohl der nordöstliche Anbau. Er tradiert offenbar eine Vorgängersituation die möglicherweise als ehemals bauzeitlich einzustufen ist. Die jüngsten Umbauten datieren in das 19./20. Jahrhundert und beziehen sich auf den massiven Ersatz der südlichen Querzone und die Anlage des Stalles.
(1451 - 1452)
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Scheune
(1700 - 1799)
- Anbau
(1800 - 1999)
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Stallscheune
(2013)
Zugeordnete Dokumentationen
- Dendrochronologische Untersuchung
- Bauhistorische Untersuchung
Beschreibung
- Siedlung
- Stadt
- Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
- Bauernhaus
- Scheune
Zonierung:
Konstruktionen
- Holzgerüstbau
- Hochfirstständergerüst
- Dachform
- Satteldach
- Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
- Backstein/Lehmziegel
- Bruchstein/Wacken
Insgesamt waren im Rahmen des Firstverlaufes vier Firstständer aufgestellt. Mit dem aufgezapften Firsträhm bildeten sie einen stehenden und haushohen Längsbund aus. Parallel dazu waren im Zuge der beiden Traufachsen zwei weitere Längsbünde abgezimmert. Im Gegensatz zum mittigen Längsbund reichten die hier stehenden Ständer nur bis zur Dachbasis und trugen das Traufrähm. Innerhalb der drei, parallel zueinander verlaufenden Längsbünde wiesen die Ständerabfolgen die gleichen Abstände auf, wodurch die Ständer gleichzeitig auch vier Querbünden zuzuordnen waren. In Hinblick auf die Abzimmerung waren die Querbünde von Süd nach Nord durch die Folge von ein bis vier Punktkerben markiert.
Im Dachbereich waren zwei weitere Längsbünde abgezimmert. Parallel zum mittigen und haushohen Längsbund verlaufend, standen deren tragende Ständer auf den Binderbalken der Querbünde, wobei die Ständer gleichfalls den Querbünden zuzuordnen waren. In dieser Kombination bildeten sie ein zweifach stehendes Stuhlgerüst aus. Die im Unterbau ausgewiesenen Querzonen setzen sich somit auch im Dachraum fort. Allen Längsbünden waren Längshölzer aufgezapft. Es sind dies die Rähme der Traufwände, die Stuhlrähme im Dach und das Firsträhm. Auf diesen Längshölzern lagerten ursprünglich Rofen. Lediglich innerhalb den Querachsen waren in der Kombination mit den Binderbalken geschlossene Sparrendreiecke ausgeführt. Den Rofen war ursprünglich kein Dachgebälk zugeordnet. Bis auf eine Ausnahme waren alle drei Querzonen bis zum First ungeteilt und offen.


