Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Firstständerscheune

ID: 156334319916  /  Datum: 30.05.2012
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Nebringer Straße
Hausnummer: 1
Postleitzahl: 71126
Stadt-Teilort: Gäufelden-Tailfingen

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Böblingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8115016003
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Nach der dendrochronologischen Untersuchung 1992 wurde die vollständig aus Eichenholz abgezimmerte Scheune um das Jahr 1452 (d) erbaut. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde südlich der Scheuneneinfahrt ein Wohnhaus angebaut. Rechtwinklig zur Scheune angeordnet zeigte dessen Hauptgiebel zur Straße, wobei das Dach in der Art eines Querhauses mit dem Dach der Scheune verbunden wurde. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die nördliche Hausflucht leicht die lichte Weite der Toreinfahrt überlagert.

Die ältesten erkannten Umbauten beziehen sich auf das Dach. So wurden alle Altrofen durch Sparren ersetzt. Im Gegensatz zu den Rofen sind die heutigen Sparren aus Nadelholz. Blieben somit die äußeren Zonen weiterhin bis zum First offen, so erhielt der Tennenraum eine Gebälklage.

Ins 18.Jahrhundert datiert der weitgehende Ersatz der Wandfüllungen sowie wohl der nordöstliche Anbau. Er tradiert offenbar eine Vorgängersituation die möglicherweise als ehemals bauzeitlich einzustufen ist. Die jüngsten Umbauten datieren in das 19./20. Jahrhundert und beziehen sich auf den massiven Ersatz der südlichen Querzone und die Anlage des Stalles.


1. Bauphase:
(1451 - 1452)
Errichtung des Gebäudes (d).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune

2. Bauphase:
(1700 - 1799)
Ersatz der Wandfüllungen und nordöstlicher Anbau in Form eines Hakenschopfes im 18. Jahrhundert (gk).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Anbau

3. Bauphase:
(1800 - 1999)
Ersatz der südlichen Querzone in Massivbauweise und Einrichtung eines Stalls (gk).
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Stallscheune

4. Bauphase:
(2013)
Abbruch des Gebäudes.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Wohnhaus mit Scheune, Blick nch Südwesten / Firstständerscheune in 71126 Gäufelden-Tailfingen (14.03.2005 - Tilman Marstaller)
Abbildungsnachweis
Scheune nach Abriss des Wohnhauses, Blick auf die westliche Giebelwand / Firstständerscheune in 71126 Gäufelden-Tailfingen (09.08.2013 - strebewerk.)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Untersuchung
  • Bauhistorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das bäuerliche Anwesen mit Scheune befand sich im Ortskern von Tailfingen, am Südende der Nebringer Straße, unweit der Mündung in die Hauptstraße.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Bauernhaus
    • Scheune
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Eingeschossiger Holzgerüstbau mit Steilsatteldach, weit von der Straße zurückgesetzt, mit östlicher Erschließungstraufe, nahezu parallel zum Verlauf der Nebringer Straße ausgerichtet.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Bei den tragenden Gerüstständern handelte es sich gleichzeitig um Bundständer deren Anordnungsraster im Scheunengrundriss drei Querzonen und zwei Längszonen abgrenzten. Von einer Ausnahme abgesehen, waren innerhalb der Scheune keine Räume abgetrennt. Diese betraf die nördliche Querzone und eine dort im Osten erkennbare Raumeinheit. Erhalten blieben die zugehörige Türöffnung sowie die zimmerungstechnischen Befunde für den Wand- und Deckenaufbau. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich ursprünglich um zwei übereinander liegende Räume handelte. Ansonsten war der Scheunenraum ungeteilt und bis zum Dachfirst offen. Seitlich der über die Einfahrt zu befahrenden Tenne lag zumindest im Norden ein Heubarn. Ob der hier eingetiefte, in seinen Ausmaßen nicht genau zu fixierende Gewölbekeller zum Ursprungsbestand gehört, konnte nicht geklärt werden. Gleiches gilt für den Stall in der südlichen Zone. Im angetroffenen Zustand datiert er ins 19./20. Jahrhundert Ob an selber Stelle bereits zur Bauzeit ein Stall angelegt war, bleibt unklar.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Vor dem Abbruch befand sich das Gebäude in einem labilen Zustand, war teilweise eingebrochen und in weiten Teilen provisorisch gesichert.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Holzgerüstbau
    • Hochfirstständergerüst
  • Dachform
    • Satteldach
  • Wandfüllung/-verschalung/-verkleidung
    • Backstein/Lehmziegel
    • Bruchstein/Wacken
Konstruktion/Material:
Die Scheune wurde als Holzgerüstbau mit dem für Südwestdeutschland seltenen Traggerüst eines Hochgerüstes errichtet. Kennzeichnende Merkmale dieser Holzgerüstbauweise sind die von der Gründungsebene bis zum First in einer Länge durchlaufenden Gerüstständer, kombiniert mit dem darauf aufgezapften Firsträhm. Sie definieren die mittelalterliche Gerüstvariante des firstgebundenen Hochgerüstes, in diesem Fall das Hochfirstständergerüst.

Insgesamt waren im Rahmen des Firstverlaufes vier Firstständer aufgestellt. Mit dem aufgezapften Firsträhm bildeten sie einen stehenden und haushohen Längsbund aus. Parallel dazu waren im Zuge der beiden Traufachsen zwei weitere Längsbünde abgezimmert. Im Gegensatz zum mittigen Längsbund reichten die hier stehenden Ständer nur bis zur Dachbasis und trugen das Traufrähm. Innerhalb der drei, parallel zueinander verlaufenden Längsbünde wiesen die Ständerabfolgen die gleichen Abstände auf, wodurch die Ständer gleichzeitig auch vier Querbünden zuzuordnen waren. In Hinblick auf die Abzimmerung waren die Querbünde von Süd nach Nord durch die Folge von ein bis vier Punktkerben markiert.

Im Dachbereich waren zwei weitere Längsbünde abgezimmert. Parallel zum mittigen und haushohen Längsbund verlaufend, standen deren tragende Ständer auf den Binderbalken der Querbünde, wobei die Ständer gleichfalls den Querbünden zuzuordnen waren. In dieser Kombination bildeten sie ein zweifach stehendes Stuhlgerüst aus. Die im Unterbau ausgewiesenen Querzonen setzen sich somit auch im Dachraum fort. Allen Längsbünden waren Längshölzer aufgezapft. Es sind dies die Rähme der Traufwände, die Stuhlrähme im Dach und das Firsträhm. Auf diesen Längshölzern lagerten ursprünglich Rofen. Lediglich innerhalb den Querachsen waren in der Kombination mit den Binderbalken geschlossene Sparrendreiecke ausgeführt. Den Rofen war ursprünglich kein Dachgebälk zugeordnet. Bis auf eine Ausnahme waren alle drei Querzonen bis zum First ungeteilt und offen.

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