Hauptstrasse 13 (Mosbach)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Löffelmühle

ID: 172266497920  /  Datum: 11.05.2026
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Brogginger Straße
Hausnummer: 5
Postleitzahl: 77955
Stadt-Teilort: Ettenheimmünster

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Ortenaukreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8317026012
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Der Baukomplex wurde nach und nach errichtet, erweitert und immer wieder modernisiert.


1. Bauphase:
(1799)
Errichtung des Ostbaus, womöglich an oder aus älteren Strukturen
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Mühle

2. Bauphase:
(1817)
Anbau des zweimal abgewinkelten Westbaus
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Mühle
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Bauernhaus

3. Bauphase:
(1930 - 1939)
Teilung des Mahlraumes durch eine Zwischendecke
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Mühle

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Stellfalle am Ettenbach 150m bachaufwärts; der verlandete Triebkanal lief nach hinten links, wo heute ein Damm aufgeschüttet ist. / Löffelmühle in 77955 Ettenheimmünster, Münchweier (2024 - Stefan King, Freiburg)
Abbildungsnachweis
Ansicht von Süden / Löffelmühle in 77955 Ettenheimmünster, Münchweier (2024 - Stefan King, Freiburg)
Abbildungsnachweis
Ansicht von Norden / Löffelmühle in 77955 Ettenheimmünster, Münchweier (2024 - Stefan King, Freiburg)
Abbildungsnachweis
Löffelmühle in 77955 Ettenheimmünster, Münchweier (2024 - Stefan King, Freiburg)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologisches Gutachten
  • Bauhistorische Analyse

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Löffelmühle steht am südlichen Ortsrand von Münchweier, zwar nicht weit von der umgebenden Bebauung entfernt, doch etwas abgerückt in Einzellage jenseits des Ettenbachs.
Die Zufahrt erfolgt von Norden und quert Bach und Kanal. Die Hauseingangstür liegt jedoch auf der Südseite, wohin man nur etwas umständlich durch die westlichen Gebäudeteile oder über einen Wiesenpfad gelangt. Sicherlich wollte man Stube und Hauptkammer nicht auf die Seite des Kanals und des rauschenden Wasserrads legen. Zudem verläuft mit etwas Abstand südlich ein Weg, zu dem es einen Anschluss gegeben haben dürfte.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Gewerbe- und Industriebauten
    • Mühle
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Bauernhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Es handelt sich um einen kleinen Baukomplex mit zwei Hauptgeschossen, zusammengesetzt aus mehreren Baukörpern bzw. Bauabschnitten über L-förmiger Grundfläche. Der Wasserbau liegt auf der Nordseite in Form eines breiten Triebkanals mit verlandetem Oberkanal und noch Wasser führendem Unterkanal.
Den östlichen Teil bildet der Ostbau mit zwei Vollgeschossen und hohem Satteldach. Vor ihm ist der Triebkanal mit einem kleinen Baukörper für die Turbine entlanggeführt.
Nach Westen schließt sich in gleicher Breite und ebenfalls mit zwei Geschossen ein Westbau an, der zunächst nach Süden und wiederum in westliche Richtung abwinkelt. Das Dach ist an beidem Winkeln mit Grat und Kehle um die Ecke geführt und endet an der Westseite mit einem Steilgiebel. Die Geschossdecken liegen ein wenig niedriger und die Dachneigung ist etwas flacher, sodass der First deutlich geringere Höhe hat.
An den Westbau stößt nach Osten ein eingeschossiger Anbau mit abgeschlepptem Dach. Nach Süden wurde er in gleicher Höhe verlängert, womit er nun nochmals abwinkelt. Dort ist nach Westen ein niedriger Anbau mit Dachabschleppung vorgelagert. Über die Zufahrt bzw. den Vorplatz spannt sich ein flachgeneigtes, offenes Pultdach.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der innere Aufbau der Gebäudeteil richtet sich nach ihrer Funktion (Wohnbereich, Mühle und Landwirtschaft). Im Erdgeschoss des Ostbaus befinden sich die Hauptwohnräume mit Küche, Kammer, Stube und dem durch den südlichen Haupteingang erschlossenen Flur. Hinzu kommt der Mühlenraum, in den ein Badezimmer eingebaut worden war. Der Westbau besteht aus Keller, Stall und Scheuer, zu dem mit den Anbauten weitere Ställe und ein Schopf hinzukamen.
Im Obergeschoss des Ostbaus befinden sich der Flur und weitere Kammern, an die sich der in den Westbau übergehende Mahlraum und eine Kammer anschließen. In den übrigen, landwirtschaftlichen Bereichen waren Heulager.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
Müller stand ein einfacher Aufzug zur Verfügung.
Einige Apparaturen tragen Herstellerschilder, so die Walzenstühle der Firma Bühler, heute Bühler AG (mit Sitz in Uzwil/CH) mit der Seriennummer 59463, sowie weitere Gerätschaften der Firmen Adolf & Albrecht Eirich in Hardheim (Neckar-Odenwald-Kreis), die unter diesem Namen von 1920 bis 2018 bestanden hatte, und G. Eisgruber, Nürnberg, über die nichts herauszufinden war.
Im Erdgeschoss befanden sich noch drei aus Kunststein hergestellte und mit Eisenringen gefasste Mahlsteine, wohl zwei Bodensteine und ein Läuferstein.Auf den beiden sichtbaren Flächen sind folgende Beschriftungen zu lesen: PATENT / HELLER / 83251 und J. G. DETTINGER / PLOCHINGEN / - - 34190. Ein zugehöriges Kamm- oder Stockrad aus Gusseisen mit hölzernen Zähnen steht daneben, eine zugehörige Zarge (Abdeckung des Läufersteins) mit Einfülltrichter ist im Obergeschoss südlich des Mahlraums abgestellt, und es fiel noch ein ehemals aufgesetzter Rütteltrog auf.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
  • Dachform
    • Satteldach
Konstruktion/Material:
Im gesamten Komplex bestehen die meisten Wände des Erdgeschosses aus Mauerwerk und diejenigen des Obergeschosses aus Fachwerk. Ausnahmen bilden die westliche Giebelseite des Westbaus über die ganze Höhe aus Fachwerk sowie der zuletzt genannte Anbau in leichter Bauweise.

Ostbau
Beim Blick auf den Grundriss des Ostbaus fallen die beiden Außenwände der nordöstlichen Kammer mit einer enormen Wandstärke von 80 cm nach Osten und 90 cm nach Norden ins Auge, die womöglich dem Schutz vor Hochwasser diente. Die beiden Traufwände der westlichen Hälfte des Ostbaus haben mit nur 60 cm zwar geringere Stärke, doch handelt es sich immer noch um solides, aus Bruchsteinen aufgesetztes Mauerwerk.
Im Ostbau bilden im Obergeschoss Außen- und Innenwände ein zusammenhängendes Holgerüst mit Fachwerkwänden, die auf der Seite zum Mühlenraum hin freiliegen. Das Fachwerk umfasst Feldstreben und eine einfache Verriegelung in der Längswand bzw. eine zweifache in der Querwand. Das Dachwerk basiert auf einer liegenden Stuhlkonstruktion mit fünf Querbünden. Innerhalb der beiden Giebelwände und der beiden Trennwände oberhalb des Wohnbereichs sind die Sprengstreben in Fachwerk eingebunden und werden von Ständern getragen
Der Bezugsachsenschnittpunkt als Ausgangspunkt für die Systematik der Abbundzeichen ist an der Südwestecke angesiedelt. Da man dafür üblicherweise die Hauptecke mit der Stube wählte, was im vorliegenden Fall die Südostecke sein müsste, könnte man darin ein Indiz erkennen, dass der Ostbau an ein bestehendes Gebäude anstelle des Westbaus angeschlossen hatte.

Westbau
Die Nordwand des Westbaus am Kanal besteht im Erdgeschoss bis hinunter zum Wasser des Unterkanals aus Quaderwerk, einer davon trägt die Jahreszahl 1683 (i). Die Quader reichen bis zur westlichen Flucht des Ostbaus. Die Nordwand läuft mit stumpfer Stoßfuge gegen die Westwand, die ihrerseits keinen Absatz aufweist. Auch die beiden Wände zum Vorplatz und die südliche Außenwand sind mit Steinquadern gemauert. Die Westwand der hohen Tenne ist in ganzer Höhe aus Fachwerk beschaffen, aber nur teilweise erhalten. Auch die südliche Abschlusswand der Tenne war aus Fachwerk beschaffen, dessen Aufbau anhand der Anschlüsse nachvollziehbar ist. Die Torflügel sind mit Wendebohlen gelagert.
Im Obergeschoss des Westbaus wurden Umfassungswände und Innenwände aus Fachwerk aus Nadelholz aufgebaut, ein Teil davon aufgesägt. Es ist im Wesentlichen aus Ständern, Feldstreben und einer zweifachen Verriegelung gefügt.
Das Dachwerk des Westbaus ist mit einem liegenden Stuhl aufgebaut. Charakteristische Merkmale sind ein polygonaler, der Dachneigung angepasster Querschnitt von Stuhlschwellen und Stuhlrähmen, mit Versatz eingezapfte Kopfstreben in den Querbünden, eine Längsaussteifung aus Kopf- und Fußstreben sowie Kehlbalken ohne Verbindung und Abstimmung mit den Sparren in der Zwischengespärre. Die Konstruktion ist komplex, da das Dachwerk zweimal abwinkelt. Dafür spannt zweimal ein Diagonalbund unter Grat und Kehle, dessen Sprengstreben betont stark bemessen sind. Im Unterschied dazu sind die daran anschließenden, einseitig liegenden Bünde umso schwächer ausgebildet und teilweise aus halbierend aufgesägten Stämmen hergestellt worden.

Anbauten
Bei der östlich an den Westbau angefügten Erweiterung endet die gemauerte Ostwand an ihrem nördlichen Ende stumpf und es setzt dort etwas zurückgesetzt eine dünne, aus Backstein gemauerte Abschlusswand an. An ihrem südlichen Ende steht ein Mauerstein vor und die Querwand schließt mit einer Stoßfuge an, als hätte sich die Ostwand einst nach Süden fortgesetzt oder an einen anderen Bau angeschlossen. Die oberen 30 cm bilden eine nachträgliche Erhöhung. Demzufolge könnte die Ostwand von einer älteren Baulichkeit herrühren und durch Ergänzen von Abschlusswänden und Pultdach zu einem Anbau genutzt worden sein.
Der südliche Anbau besitzt im Erdgeschoss Umfassungswände aus Bruchsteinmauerwerk, die des leicht ansteigenden Geländes recht niedrig ausgefallen sind. Umso höher ist das Obergeschoss geworden, da seine Traufen höher als beim Westbau liegen.
Der westlich vorgelagerte niedrige Schopf ist mit einer leichten Holzkonstruktion mit Bretterschalung unter einem Pultdach erbaut worden, dessen Südseite später mit Mauerwerk aus Bimssteinen geschlossen wurde.

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