Roßberghof
Datenbestand: Bauforschung
Objektdaten
| Straße: | Roßberg |
| Hausnummer: | 1 |
| Postleitzahl: | 77773 |
| Stadt-Teilort: | Schenkenzell |
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| Regierungsbezirk: | Freiburg |
| Kreis: | Rottweil (Landkreis) |
| Wohnplatzschlüssel: | 8325050031 |
| Flurstücknummer: | keine |
| Historischer Straßenname: | keiner |
| Historische Gebäudenummer: | keine |
| Lage des Wohnplatzes: |
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Kartenansicht (OpenStreetMaps)
Bauphasen
In Übereinstimmung von dendrologischen Untersuchungen und einer Inschrift wurde das Gebäude im Jahr 1805 (d) errichtet. Auf Grund der Bauzeit und der nur geringen Veränderungen lassen sich die Raumgliederung und Konstruktionsweise in ihrem ursprünglichen Zustand weitgehend nachvollziehen. Dennoch lässt sich nicht das gesamte Gebäude gesichert rekonstruieren, denn das Haus wurde an der hinteren Giebelseite um Heulager und Walm gekürzt. Allgemein weiß man, wann das Gebäude erbaut wurde, aber weitere Veränderungen bis heute lassen sich zeitlich schwer einordnen. In dem rechteckigen, gemauerten Erdgeschoss befanden sich anfangs drei Längszonen, wobei die äußeren Längszonen als Stallzeilen und die innere als Futtergang verwendet wurden. Im nordwestlichen Eckbereich des Erdgeschosses liegt heute ein Kellerraum mit einem Gewölbe und blockiert damit eine mutmaßliche Türöffnung an der westlichen Traufseite. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass der Keller aus den Anfängen des Gebäudes stammt und die Türöffnung in der Westwand ein externer Kellerzugang darstellte. Dagegen lässt sich sagen, dass im Jahr 1859 der Kellerzugang auf der Südseite vermauert wurde und der Zugang an die Ostseite verlegt wurde. Innerhalb des Obergeschosses haben sich im Laufe der Zeit nur wenige Veränderungen eingestellt, die hauptsächlich den nördlichen Teil des Obergeschosses betreffen. Auf der nördlichen Giebelseite ist die Querzone jenseits des Querflurs stark verändert worden.
Anfangs war sie von einer durchlaufenden Futtertenne eingenommen, über die man Heu durch eine schräge Rutsche zum Erdgeschoss transportieren konnte. Später baute man zudem eine Verbindung zwischen Futtertenne und Futtergang, in dem eine heraufführende Treppe an der westlichen Wand der nordöstlichen Kammer zu liegen kam. Mit dieser Futtertenne endet das Gebäude heute, damals ging das Haus aber noch ein Stück weiter und war an dieser Stelle zum Dachraum hin offen, hier wäre demnach das Heulager zu suchen. Im Dachraum liegt heute die Dreschtenne zwar außermittige, aber durch zwei Zapfenlöcher im heutigen letzten Zwischenbalken könnte die Dreschtenne mittig gelegen haben. Wenn davon ausgegangen wird, dass die Zapfenlöcher das Ende der mittigen Dreschtenne markieren, würde die Dreschtenne als Fahr über das Heulager laufen. Aktuell endet der Dachraum mit einer Binderquerachse die über der Querbundachse der hinteren Futtertenne liegt. Anfangs hat sich hier wohl noch ein Walmdach angeschlossen, ein Rest eines mittigen Walmrofens deutet hierauf hin. Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten: die erste wäre ein Halbwalm, dabei wäre nur eine recht schmale Querzone von rund 2,5 m Breite möglich. Als zweite Möglichkeit kommt ein Vollwalm in Frage, was ein Heulager von 6 m Breite ergäbe. In diesem Fall wäre für eine Hocheinfahrt und zur Unterbringung einer längeren Dreschtenne aber eine Widerkehr notwendig.
Nach der Verkürzung des Gebäudes wurde die zuvor offene Wand zur Futtertenne geschlossen zudem folgte der Einbau eines neuen Heuabwurfs vom Dachraum zum Futtergang in Verbindung mit einer schmalen Stiege. Die Futtertenne wurde dadurch nutzlos und ihr kamen andere Funktionen zu. So baute man an der Traufseite eine Kammer ein und verwendete den Rest als Abstellraum.
(1805)
Futtertenne mit nach hinten laufendem Heulager
Dachwerk mit vermutlich nördlichem Halbwalm (Heulager 2,5m breit) oder Vollwalm (6m breit)
- Erdgeschoss
- Obergeschoss(e)
- Dachgeschoss(e)
- Siedlung
- Bauernhof
- Wohnbauten
- Wohn- und Wirtschaftsgebäude
- Dachform
- Satteldach mit einseitigem Vollwalm
- Satteldach mit Halbwalm-/Zweidrittelwalm
- Dachgerüst Grundsystem
- Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
Zugeordnete Dokumentationen
- Rekonstruktion
Beschreibung
Unweit des Gebäudes sind eine Kapelle und zwei weiter Häuser vorzufinden. Darüber hinaus steht das Gebäude wenige Meter zwischen der Grenzlinie Baden- und Württemberg. Nach Überlieferungen soll früher die Grenze zwischen Fürstenberg und Württemberg mitten durchs Haus gegangen sein.
- Siedlung
- Bauernhof
- Wohnbauten
- Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Auf ein gemauertes Erdgeschoss für den Stall baut ein Obergeschoss mit Wohnräumen als Ständergerüstbau auf. Über dem Obergeschoss liegt ein hohes Satteldach, dabei kragen Obergeschoss und Dach in der Länge hangseitig deutlich über den Stall hervor. Die vordere Giebelseite ist talseitig nach Süden ausgerichtet und das Erdgeschoss hat hier seine Zugänge.
Die Haustür ist an der vorderen Längsseite, die nach Westen weist. In den Dachraum gelangt man durch eine Hocheinfahrt mit Rampe an der rückwärtige nördliche Giebelseite.
Zonierung:
Ursprünglicher Zustand: Umfasst großen, gemauerten Rechteckraum mit drei Längszonen, wobei die äußeren Längszonen als Stallzeilen und die innere als Futtergang benutzt wurden.
Futtergang und beide Stallzeilen sind durch je eine Tür an der südlichen Giebelseite erschlossen. Um zum Melken und Misten hinter das Vieh zu gelangen, wurden die Türen der zwei Stallzeilen ganz nach außen gerückt. Eine vierte Türöffnung ist an der westlichen Traufseite im nördlichen Teil nachvollziehen, hierbei müsste es sich um einen Seiteneingang handeln. Am hinteren nördlichen Ende des Futtergang befindet sich eine breite Mauernische mit einer nachweisbaren Rutsche für das Heu. Hinter der Eingangstür in die westliche Stallzeile wurde eine geräumige Wandnische mit Werksteinfassung angelegt.
Spätere Veränderungen:
Im nordwestlichen Eckbereich des Erdgeschosses befindet sich heute ein Kellerraum. Er wird gebildet durch zwei Innenwände, die stumpf gegen die Umfassungsmauer laufen und einem Gewölbe. Das Gewände wurde auf einer Seite durch den Einbau rechteckiger Kellerfenster gestört. Mit seiner Lage im nordwestlichen Eckbereich blockiert er den mutmaßlichen bauzeitlichen Seiteneingang. Es kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden, dass der Keller aus der Bauzeit stammt und die zugesetzte Tür in der Westwand als Kellerzugang fungierte.
Darüber hinaus wurde der anfängliche Kellerzugang auf der Südseite vermauert und der Zugang an die Ostseite verlegt, der Sturzstein dieser Tür trägt heute noch die Jahreszahl 1859.
Weiterhin schaffte man eine direkte Verbindung zwischen Futtergang und Futtertenne im Obergeschoss. In dem man eine Treppe vor dem nordöstlichen Ständer der östlichen Innenlängsachse platzierte, sodass die Treppe an der westlichen Wand der nordöstlichen Kammer des Obergeschosses lag. Weiterhin wurde ein fünfter Zugang an der östlichen Längsseite geschaffen. Zur Unterstützung des östlichen Längenzugs wurde ein Sandsteinpfeiler eingebaut. Die östliche Tür an der Giebelseite wurde erhöht und die Giebelfenster wurden vergrößert. Für spezifische Nutzungen wurden Einbauten in einzelnen Bereichen des Stalls vorgenommen.
Obergeschoss:
Ursprünglicher Zustand
Der Hauptzugang erfolgt an der vorderen Längsseite über einen Laubengang mit Außentreppe, ein weiterer Laubengang verlief entlang der rückwärtigen Traufseite. Durch eine Tür gelangt man in einen querlaufenden Flur, der aber nur bis zu halben Gebäudebreite ausgebildet ist und dort in einem rechten Winkel in die Längsrichtung umschwenkt und in Richtung nördlicher Giebelwand führt, wo er auf einen in der ganzen Breite verlaufenden Querflur traf. Die Wohnräume verteilen sich auf die südliche Giebelseite und beide Seiten des Längsflurs. Im südwestlichen Eckbereich neben dem kurzen Querflur liegt eine durch ihn erreichbare große Stube. Hierbei handelt es sich um den größten Wohnraum mit einer etwa quadratischen Grundfläche. Belichtet wurde die große Stube einst durch zwei Fenstererker. Einer der beiden Fenstererker zog sich über die gesamte Giebelwandseite des Raumes, der andere nahm die vordere Hälfte der Traufseite ein.
Neben der großen Stube liegt an der südwestlichen Ecke der Giebelseite ein weiterer Raum,
ausgestattet als Stube, der jedoch eine kleinere und rechteckige Grundfläche aufweist.
Sicherlich handelt es sich hierbei um eine Stubenkammer als Schlafkammer des Hofbauern. Stubenkammer und große Stube waren durch eine Tür miteinander verbunden, durch eine weitere Tür an der östlichen Traufseite hatte man von der Stubenkammer aus Zugang zum Laubengang. An der rückwärtigen Traufseite im Winkel zwischen Stube und Stubenkammer hat die Küche ihren Platz. Die Küche wurde durch eine Tür am Ende des kurzen Querflurs erreicht. Eine weitere Tür verband die Küche mit der Stubenkammer und es darf davon ausgegangen werden, dass eine dritte Tür auf den rückwärtigen Laubengang hinausführte.
Von der Küche aus wurden die beiden Räume an der Giebelseite beheizt. Der Rauch zog durch einen breiten Schlot ab, deshalb sind im Dachraum leichte Rußspuren oberhalb der Küche anzutreffen. Allerdings verbreitete sich der Rauch in den Zwischenräumen zwischen Stubendecke und Dachgebälk und hat dort zur einer Verrußung geführt.
Auf der anderen Seite der Küche war wiederum ein Raum mit Stubenausstattung, der eine Türverbindung zur Küche hatte und von dieser aus beheizt wurde. Diese Nebenstube ist noch etwas kleiner als die Stubenkammer ausgebildet. Ein weiterer Raum reihte sich an die Nebenstube an der östlichen Traufseite an. Mit seiner Funktion als Kammer und einer Verbindung zur Nebenstube ergab sich eine kleine Wohneinheit. Nebenstube und Kammern waren wiederum durch den abbiegenden Längsflur erreichbar, wie auch zwei weiter Kammern, die an der westlichen Traufseite lagen. An den Anschlüssen nachvollziehbar ist, dass die Kammern nur durch kleine Fensteröffnungen mit inliegenden Schiebeladen belichtet wurden. Der durchlaufende Querflur besaß an der Vordertraufseite eine Tür, wohingegen die ursprüngliche Situation an der Rücktraufe nicht mehr ablesbar ist und deswegen nur noch eine Tür vermutet werden kann. Innerhalb eines Abschnittes an der Vordertraufe wurde ein Wechselholz gefunden, dieses könnte zur Auflage einer ins Dach führenden Treppe gedient haben, diese Treppe ist aber nicht nachweisbar genauso wie ihre Entstehung.
An den Querflur schloss eine Futtertenne an, die dazu diente, das aus dem Heulager abgeworfene Heu in die schräge Rutsche zum erdgeschossigen Futtergang zu schieben.
Erreichbar war die Futtertenne durch eine Tür an der Rücktraufe, eine spiegelbildliche Tür ist an der Vordertaufe nachweisbar. Das Deckengebälk ist innerhalb der Futtertenne ausgesetzt, man hat sich offenbar in tieferer Lage auf der Auffüllung bewegt.
Das Gebäude reichte anschließend an der Futtertenne noch ein Stückweiter, hier lag im Obergeschoss das Heulager. Das Heulager war durch die Futtertenne durch eine einfache Verriegelung ohne Wandfüllung mit mittigen Durchgang getrennt. Dank eines Zapfenlochs für einen Wechselbalken kann von einem zum Dachraum offenen Heulager ausgegangen werden.
Es ist davon auszugehen, dass der rückwärtige Laubengang einen Abort besaß. Ein paar erhaltene Kragbalken am südlichen Ende deuten auf solch einen lange Zeit bestehenden Abort hin. Doch ein Nachweis für die Bauzeit ist unklar. Dennoch könnte der miniaturhafte Fenstererker an der Ostseite der Stubenkammer hierin eine Erklärung finden.
Nach historischen Aufnahmen zu schließen lag das Fachwerk offen.
Spätere Veränderungen:
Bei den Wohnräumen im Obergeschoss haben sich im Laufe der Zeit nur wenige Veränderungen eingestellt. Anders sieht es im nördlichen Teil des Obergeschosses aus, dort wurde das Gebäude sogar um das Heulager gekürzt.
Vor dieser Verkürzung wurde aber eine Verbindung zwischen Futtertenne und dem erdgeschossigen Futtergang, vorher unter "Erdgeschoss - Spätere Veränderungen" angesprochen, geschaffen. Zu liegen kam die heraufführende Treppe an der westlichen Wand der nordöstlichen Kammer, wo man sie einhauste und in gerader Verlängerung eine Tür zum Querflur sowie eine weitere Tür auf der Gegenseite in die Futtertenne vorsah.
Als es zur Verkürzung des Gebäudes kam, wurde die zuvor offene Wand zur Futtertenne geschlossen, da sie nun die Giebelwand bildete. Ein Ständer der bauzeitlichen Querbundachse mit einem Abbundzeichen aus drei Strichen mit insgesamt neun Dreieckskerben fand hierbei Verwendung. Im Rahmen der Verkürzung wurde zudem ein neuer Heuabwurf vom Dachraum zum Futtergang in Verbindung mit einer schmalen Stiege eingebaut. Man trennte sie aus der Nebenstube ab, wofür der Zugang in die Nebenstube zur Seite verschoben werden musste. Durch das Verlieren des Heulagers verlor die Futtertenne ihre bauzeitliche Funktion und konnte anderen Funktionen zugeführt werden. Als erstes wurde an der vorderen Traufseite eine Kammer eingebaut und der Rest wurde vermutlich zum Abstellraum. Im Zuge dieses Umbaus könnte auch der vordere Teil des hinteren Querflurs abgetrennt worden sein, seine südliche Wand entfernt und ein Stück nach Süden versetzt eine neue eingezogen. Mit dieser Verschiebung wurde eine weitere Kammer errichtet.
Weiterhin ist durch die Veränderung der Heizsituation eine kleine Erweiterung der großen Stube in den früheren Küchenraum entstanden. In der großen Stube hat man außerdem die Fenstererker mit den unter- und oberhalb des Fensters liegende Bohlen herausgenommen und durch ein einfaches Fachwerk und Einzelfenster ersetzt.
Die Laubengänge betreffend, hat man den einst entlang der rückwärtigen Längsseite verlaufende Laubengang aufgeben und die Balken abgesägt, mit Ausnahme eines kurzes Stücks an der Südseite, wo ein Abort lag. Und möglicherweise auch mit Ausnahme des nördlichen Teils, wo ein weiterer Abort an der rückwärtigen Seite des Querflurs außen vorgebaut wurde, von dem noch die Anschlüsse zu finden sind.
Anstatt des Abortes wurden später Toiletten für die Gastwirtschaft im östlichen Teil der vormaligen Futtertenne eingerichtet. Auf Grund von Schäden wurde die auskragenden Balken, des vordere Laubenganges abgesägt und durch neue Tragbalken ersetzt.
Die vordere Giebel- und Traufseite wurde verschindelt und in der Küche wurde die alte Wandfüllung durch solideres und feuerfesteres Material ersetzt und eine Putzdecke eingebracht.
Dachraum
Ursprünglicher Zustand:
Eine mittig gelegene Dreschtenne könnte durch zwei Zapfenlöcher im heute letzten Zwischenkehlbalken markiert werden, die das Ende der Dreschtenne anzeigen würden. Wenn von dieser Lage ausgegangen wird, wäre sie als Fahr über das Heulager verlaufen. Der weitere Dachraum - abgesehen vom Kamin - blieb ohne weitere Einbauten.
In der bauzeitlich Situation kann von einem Halb- oder Vollwalm an der hinteren Giebelseite ausgegangen werden. Denn oberhalb des Firstkehlriegels der heutigen Binderquerachse hat sich ein kurzes Holzstück erhalten, das als Rest eines mittigen Walmrofens gedeutet werden kann. Es sitz so fest, dass es sich nicht verschoben haben dürfte und eine Ermittlung des Neigungswinkels der Walmfläche erlauben könnte. Der Neigungswinkel würde bei 53 Grad und damit etwas steiler als die Hauptdachfläche geneigt gewesen sein. Daraus ergeben sich nun die zwei Möglichkeiten eines Halb- oder Vollwalms.
Bei einem Halbwalm hätte die Hocheinfahrt unterhalb dessen liegen können, aber es wäre nur Platz für eine schmale Querzone von rund 2,5 m Breite. Dabei war das Heulager schmal und konnte nur zum Abwurf des Heus benutz worden sein und hätte nur eine sehr kurze Fahr zugelassen.
Bei einem Vollwalm hätte es ein deutlich breiteres Heulager von 6 m Breite gegeben. Für die Unterbringung einer längeren Dreschtenne und einer Hocheinfahrt wäre aber eine Wiederkehr notwendig gewesen. Es hätte sich hierbei die Möglichkeit geboten die Dachfläche bis zum Erdgeschoss zu ziehen.
Spätere Veränderungen:
Bei der Verkürzung des Hauses gingen Hocheinfahrt und Dreschtenne verloren, die neu geschaffen werden mussten. Die nun einen Steiggiebel bildende Querbundachse wurde im 1. Dachgeschoss mit Stielen für eine neue Türöffnung und einer einfachen Verriegelung ausgestattet. Zu beiden Seiten des Tors wurden niedrige Trennwände eingebaut. Durch den Verlust des Heulagers diente fortan allein der Dachraum diesem Zweck und eine Dreschtenne wurde außermittig eingebaut.
Ursachen der Verkürzung:
Bei einem Vollwalm mit Wiederkehr läge die Annahme nahe, dass an den Anschlussstellen Schäden entstanden waren. Ein Verzicht auf den hinteren Teil des Hauses war möglich, da das Heu im Dachraum genügend Platz finden und durch einen neuen Heuabwurfschacht in den Futtergang gelangen konnten. Dabei waren diese kleinen Veränderungen im Gegensatz zum Erhalt des geschädigten Teiles die Reparaturweise mit dem geringsten Aufwand.
eise mit dem geringsten Aufwand.
Konstruktionen
- Steinbau Mauerwerk
- Bruchstein
- Quader
- Werkstein
- Decken
- Balkendecke
- Bohlendecke (Bohlenboden)
- Dachform
- Satteldach
- Satteldach mit einseitigem Vollwalm
- Satteldach mit Halbwalm-/Zweidrittelwalm
- Verwendete Materialien
- Holz
- Sandstein
- Dachgerüst Grundsystem
- Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
Mauerwerk:
Alle vier Wände sind aus Mauerwerk beschaffen. Für die Bruchsteine und Werksteine wurde gleichermaßen Sandstein verwendet. Der nördliche, gegen den Hang gestellte Mauerzug hat eine geringere Stärke als die freistehende Mauern.
Das Mauerwerk weist über die vorderen Giebelwand, ein Stück der vorderen Traufwand bis zur Treppe und um die Ecke zur Rücktraufe eine Außenschale aus einem sorgfältig gefertigten Quaderverband auf. Dabei handelt es sich um eine gestalterische Maßnahme, da sich der Quaderverband auf die vordergründig sichtbare Fassadenbereiche beschränkt.
Ein Eckquaderverband aus Quadern besitzen die verbleibenden beiden, in den Hang laufenden Ecken.
Türen:
In den giebelseitigen Quaderverband sind drei Türöffnungen eingebunden, die ursprünglich alle ein rundbogiges Gewände mit außenliegendem Falz und bis zur Innenflucht durchbindenden Kämpfersteinen besaßen, wovon die westlichen beiden noch in diesem Zustand erhalten sind. Bei der mittigen ist die Jahreszahl 1805 in den Bogenscheitel eingehau- en. Die Innennischen der beiden erhaltenen Öffnungen werden von Sturzbalken mit jeweils einer Aussparung für den Drehzapfen einer Wendebohlentür abgeschlossen. Die rechte Tür- öffnung erfuhr eine nachträgliche Vergrößerung, indem der Rundbogen entfernt und der Nischensturz nach oben gerückt wurde.
Von einer weiteren Tür an der westlichen Traufseite, die später aufgegeben und vermauert wurde, ist noch ein großer Teil des rundbogigen Werksteingewändes zu finden. Der Bogen läuft nah an die Mauerschwelle heran. Im Unterschied zu den giebelseitigen Öffnungen ist hier eine Putzkante in gleichbleibendem Abstand zur Öffnung ausgebildet, was sich aber damit erklären lassen könnte, dass dieses Gewände innerhalb von Bruchsteinmauerwerk liegt, das man vermutlich flächig verputzt hat, wogegen das Quadermauerwerk der Giebel- wand mit Sicherheit sichtbar belassen war.
Öffnungen:
In regelmäßiger Verteilung sind Schlitzöffnungen mit Werksteingewände angelegt, wovon die beiden an der Giebelseite ins Quaderwerk eingebettet sind und die übrigen innerhalb von Bruchsteinmauerwerk liegen. Der obere Abschluss der Fensterschlitze wird jeweils von einem Sturzstein gebildet, aus dem eine Stichbogenform herausgearbeitet worden ist. Die Wandungen der Innennische sind stark abgeschrägt. Bei den beiden Giebelfenstern wurden später zur Vergrößerung die seitlichen Steine ausgebrochen
Balkenlage über dem Erdgeschoss:
Die Balkenlage über dem Erdgeschoss ist in Querrichtung verlegt und lagert auf den Trauf- wänden auf gedoppelten Mauerschwellen. Die Balken sind auffällig stark dimensioniert. Über die ganze Breite der vorderen Giebelseite ist ein Stichgebälk ausgebildet. Die Decken- balken kragten an beiden Längsseiten vor um Laubengänge zu tragen. Die meisten wurden später abgesägt, nur die vier südlichen Balken der rückwärtigen Traufseite blieben im Be- reich der Stubenkammer übrig. Sie kragen 125 cm aus, sind stark verjüngend zugerichtet und gefast. Die Stirnflächen der nördlichen Balken an der Rücktraufe weisen eindeutige Merkma- le für ein späteres Absägen auf, diejenigen im mittleren Bereich vor Küche, Nebenstube und Kammer sind hingegen sauber abgeschnitten, sie stehen aber ein Stück vor. Somit ist nicht gesichert, ob der Laubengang anfangs tatsächlich in ganzer Länge verlief, oder ob mögli- cherweise zunächst der mittige Abschnitt und erst zu späterer Zeit auch der nördliche Teil abgeschnitten worden waren.
Zwischenauflager:
Im Inneren dienen zwei Längsachsen als Zwischenauflager, bestehend aus besonders stark bemessenen Ständern mit Ständerschalen, in die die Unterzüge eingelassen sind, welche keine Stoßstellen erkennen lassen. Die Ständer gründen auf Sockelsteinen, tragen breite Fasen an den Kanten mit Ausläufen und besitzen Schleifnuten bis zur halben Höhe, die zur Aufnahme der Futterwände dienen
Futtertenne:
Der schräge, von der Futtertenne herunterführende Heuabwurfschacht an der nördlichen Stirnseite des Futtergangs lag innerhalb eines Mauerrücksprungs und zeichnet sich anhand einer breiten oberseitigen Abschrägung an der Mauerschwelle und einer unterseitigen am ersten Deckenbalken ab.
Futtergang:
Der Futtergang ist mit Sandsteinplatten belegt.
Obergeschoss:
eigeschossiges Gebälk/Boden:
Das erdgeschossige Gebälk wurde mit einer durchlaufenden Dielung belegt, der den Boden- belag für die Wohnräume bildet. Er reicht bis zur Außenflucht der Umfassungswände, hatte sich möglicherweise aber einst über die Balkenvorkragung fortsetzt, um auch als Bodenbelag für die Laubengänge zu dienen.
Wände:
Das Obergeschoss ist als einstöckiges Gerüst dem gemauerten Erdgeschosssockel aufgesetzt. Je nach Erfordernis hatte man Bundständer auf die Dielung gestellt und die Wandschwellen eingezapft, oder die Ständer stehen auf den Wandschwellen, reichen dann aber meist rück- seitig bis zur Dielung hinab. Die Ständer tragen Längsrähme, denen die an beiden Traufseiten gleichermaßen vorkragenden Dachbalkenlage aufliegt.
Die auskragenden Längsrähme und jene Deckenbalken, die mit einem Bundständer in einer Ebene liegen, werden von verzapften Kopfstreben gestützt. In die drei Kopfstreben an der Giebelseite und die beiden, die dort zur Seite aufsteigen, sind Kielbögen eingeschnitten, während die übrigen eine flache Kehle beschreiben.
In der Ebene von Außen- und Innen- wänden sind die Aussteifungshölzer in Form von Kopf- und Fußbändern angeblattet. Bei vie- len der Bänder ist die zum Winkel gerichtete Kante in flachem Bogen geformt. Bei einem Fußband an der Stubenkammer wurde stattdessen ein Kielbogen ausgeschnitten, was sicher- lich auch für die beiden Vorderfassaden zutreffen dürfte, doch war dort die Konstruktion an keiner Stelle einsehbar. Wo im Inneren aber keine Wandfüllung vorgesehen war, sind wiede- rum verzapfte Kopfstreben eingesetzt worden.
Bohlendecke- und Wände in den Stubenräumen:
Die drei Stubenräume besitzen Wandfüllungen aus horizontal angeordneten Bohlen und ein Stück unterhalb des Dachgebälks eine flach gewölbte Decke aus ebensolchen Bohlen. Diese laufen an den Stirnseiten in eine Nut der stärker ausgebildeten Stirnbohle, die unterhalb der Decke auf die geringere Stärke der anschließenden Bohlen reduziert ist, wobei entlang des Deckenbogens ein Rand als Auflager stehen gelassen wurde. Dieser hat bei allen drei Stuben zwar dieselbe Tiefe von 7 cm, aber jeweils andere Form und Abmessung bekommen: die große Stube mit Wulst und abgesetzter Kehle 11,5 cm hoch, die Stubenkammer mit einer steilen Schräge 11 cm hoch und die Nebenstube mit einer flacheren Schräge nur 7 cm hoch. An den anderen beiden Seiten stecken die Bohlen in Nuten in den Wandbohlen.
Die Decken sind jeweils mit einer Schließbohle zum dichten Verspannen versehen, die durch einen Schlitz von außerhalb des Raums eingetrieben wurde. Durch ihn hatte man zuvor schon die übrigen Deckenbohlen eingebracht, weshalb er nicht nach der Schließbohle selbst, sondern nach der breitesten Deckenbohle bemessen worden ist. Der Schlitz der großen Stu- be liegt auf der Seite zum Flur, derjenige der Stubenkammer außen an der Giebelseite und derjenige der Nebenstube auf der Küchenseite. Soweit einsehbar oder erstocherbar gab es in keinem Fall einen zweiten Schlitz auf der Gegenseite, wo die Schließbohle wieder hätte austreten können.
Eckbank:
Unterhalb der Decke sind aus den Eckständern aller drei Stuben breite Schrägen ausge- schnitten, die oben in einem gekehlten Auslauf und unten in einer horizontalen Fläche en- den, welche in der Höhelage der einst umlaufenden Eckbank entsprachen.
Öfen:
Für Feuerungs- öffnungen der Öfen blieb ein Stück der Verbohlung ausgespart und wurde ausgemauert, wobei die oberste Wandbohle jeweils durchlief, da sie für den Anschluss der Decken not- wendig war. Das dazu passende Aussetzen der Bohlennut kann am nordöstlichen Eckständer der großen Stube abgelesen werden.
Türen:
Die Türöffnungen sind aus den Bohlenfüllungen ausgespart, werden von seitlichen Stielen gerahmt und nutzen die oberhalb durchlaufende Bohle als Sturz, der einst dekorativ, ver- mutlich kielbogenförmig, ausgeschnitten war, was aber späteren Erhöhungen der Öffnungen zum Opfer fiel. Auf der jeweiligen Außenseite der Tür ist der Abdruck eines Sturzholzes zu erkennen, das lediglich als Zierde im Sinne einer umlaufenden Rahmung diente.
Fenster:
Die Stubenfenster wurden als außen vortretende Fenstererker ausgebildet. Diejenigen der großen Stube sind nicht mehr vorhanden, wo der Umfang an Ersatzfüllungen vermuten lässt, dass derjenige auf der Giebelseite sich auf die ganze Raumbreite ausdehnte und der traufsei- tige nur die halbe Wandlänge eingenommen hat. An den beiden anderen Stuben sind die Fenstererker mehr oder weniger umfänglich überliefert. Die Stubenkammer besitzt derer drei, und zwar einen größeren in der Mitte der Giebelseite und zwei winzige zu beiden Sei- ten des Eckständers. Es ist unklar geblieben, was es mit dieser Anordnung auf sich hat. Die Nebenstube hat nur einen Fenstererker an der Traufseite in etwa halber Wandlänge.
Die Fenstererker sind aus der Bohlenfüllung ausgespart und liegen entweder an einem Bundständer und werden von einem seitlichen Stile gefasst, oder sie liegen innerhalb der Wandfläche und benötigen zwei Seitenstiele. Unter- und oberhalb laufen die Wandbohlen durch. In die Nuten von Stielen bzw. Bundständern sind Brüstungs- und Sturzriegel eingelas- sen und mit dazwischengesetzten Seitenteilen versehen, die ihrerseits in die Nuten eingrei- fen. Diese Rahmung tritt 12 cm vor die Bundebene. Auf der Seite zur Öffnung sind Riegel und Seitenteile ausgearbeitet, sodass nur eine kleine Aufkantung von 2 auf 2 cm stehen blieb, die als Anschlagsleiste für die vom Inneren her eingepassten Fensterelemente fungierte. Die Fenster lagen innerhalb des Erkers somit nur 2 cm von der Außenflucht zurückgesetzt. Die vorstehenden Stirnseiten der Riegel wurden mit Kerben geziert. Der Brüstungsriegel hat das Gewicht zu tragen und stand in der Gefahr sich zu verdrehten, weshalb man jeweils mittig eine Stützkonsole untersetzte, die im Fall der Nebenstube einen Abdruck in Form eines hellen Streifens auf der Bohlenfüllung hinterlassen hat. Für deren Anschluss wurde innerhalb der schrägen Unterseite des Brüstungsriegels ein vorstehendes Stück mit gekehlten Über- gängen ausgespart, das im Fall der Nebenstube ein Steckloch für die Stützkonsole und im Fall des giebelseitigen Erkers der Stubenkammer eine entsprechende Druckstelle erkennen lässt. Bei den beiden kurzen Fenstererkern hatte man auf eine Konsole verzichtet.
Bei beiden Kammern an der vorderen Traufseite sind breit angelegte Aussparun- gen auf der Innenseite der Stäbe von 44 und 50 cm Höhe zu beobachten, wo offenbar ein innenliegender Schiebladen als Verschluss für eine Fensteröffnung diente. Der genaue Auf- bau der Öffnung ließ sich nicht mehr ablesen. Möglicherweise waren unten und oben eine Führungsleiste für den Schieber angebracht oder es war ein Rahmen mit integriertem Schie- ber montiert, der vor die aus einem Brett geschnittene Öffnung geschoben werden konnte. Bei der südlichen Kammer liegt die Aussparung so weit zur Seite gerückt, dass davon auszu- gehen ist, dass es noch eine zweite gab. Für die Kammer an der rückwärtigen Traufseite und die Küche waren keine Aussagen zur anfänglichen Befensterung zu gewinnen.
Außen- und Innenwände der übrigen Räume:
Die Außen- und Innenwände der übrigen Räume sind mit Füllungen geschlossen, die in ste- tem Wechsel aus Brettern von 2,5 cm Stärke und zierlichen, mit seitlichen Nuten versehenen Stäben, die mit einer Stärke von 6,5 cm auf beiden Seiten nur 2 cm vorstehen, zusammenge- setzt sind.
Abzimmerung:
Da man üblicherweise die Bundseite dem Erschließungsbereich zuwandte, ergab sich im Fall der Querwand zwischen hinterem Querflur und Futtertenne ein Problem, als sie zwei Er- schließungsbereiche trennte. Man entschied sich, die Bundseite auf die Futtertenne auszu- richten. Doch weit vorstehende Ständer wollte man im Flur auch nicht haben, weshalb man ihnen eine schlankere Form gab, mit Ausnahme des Kopfbereichs, wo man sie in größerer Stärke für den Anschluss der Aussteifungshölzer beließ. Mit der so entstandenen Vorkragung bieten sie ein etwas ungewohntes Erscheinungsbild.
Eine weitere Ausnahmesituation innerhalb der Abzimmerung ergab sich für die Längswand. Ihre Bundseite ist generell zum längslaufenden Flur gerichtet, doch die beiden giebelseitigen Stuben verlangten jeweils nach einer Abwendung der Bundseite, um Platz für die tiefen Boh- lennuten zu haben. Da die Stuben unterschiedliche Größen haben, konnte man die innenlie- genden Eckständer nach Bedarf platzieren, doch der Giebelständer wurde so unter dem Rähm positioniert, dass er nach beiden Seiten vortritt. Unter diesen Umständen wurde auf längsgerichtete Aussteifungshölzer in diesem Bereich verzichtet, da sie Wandbohlen und Decke durchschnitten hätten. Die beiden Traufrähme weisen jeweils einen Stoß oberhalb der Bundständer zwischen Querflur und Futtertenne auf und zumindest an der Rücktraufe ist hier auch die Schwelle gestoßen, indem sie von beiden Seiten in die auf der Dielung stehenden Bundständer zapft. Damit markieren die Stöße – zufällig oder nicht – die Grenze zwischen Wohn- und Wirt- schaftsteil. Ein weiterer Schwellenstoß befindet sich an der Vordertraufe am Bundständer zwischen Flur und Stube.
Abbundzeichen:
Für die Abbundzeichen fand die übliche Systematik aus additiven Römischen Ziffern für die Zählung der Einzelelemente innerhalb einer Wandachse, die mit angehängten Zusatzzeichenzur Markierung der Wandachse, Dreieckskerben für die Quer- und von Schrägstrichen für die Längsachsen, ergänzt sind.
Dachwerk:
Das Dachwerk ist als Sparrendach mit einem eingestellten liegenden Stuhl aufgebaut. Der Stuhl des 1. Dachgeschosses ist recht hoch und spannt über die gesamte Breite von 14 m. Er steht auf Stuhlschwellen, die Stuhlrähme sind in stehendem Format verzimmert, die Quer- aussteifung besteht aus verzapften Kopfstreben und die Längsaussteifung aus sich überkreu- zenden Fuß- und Feldstreben, die einen Rautenverband bilden, wobei die Fußstreben zap- fenlos nur mit Versatz und Nagel an die Stuhlstreben anschließen. Über die Höhe des 2. Dachgeschosses tragen Firststuhlstreben ein Firsträhm. Sie sind am oberen Ende auf Geh- rung geschnitten und mittels eines kurzen angeblatteten Kehlriegels verbunden. Zur Längs- aussteifung sind lange Kopfbänder vorgesehen. Die Sparren sind mit den an beiden Traufsei- ten auskragenden Dachbalken verblattet und bilden auf diese Weise einen weiten Dach- überstand. Dies und das Vorhandensein eines Firsträhms sind Relikte aus der lokalen Ent- wicklungsgeschichte, die im Rofendach ihre Wurzel hat.
Innerhalb der Stuhlrähme finden sich Schrägblattstöße mit Haken, die an gleicher Stelle wie im Obergeschoss an der Querbundachse zwischen Querflur und Futtertenne bzw. Wohn- und Wirtschaftsteil liegen. Die Stuhlschwellen sind knapp südlich davon gestoßen, wogegen der Stoß im Mittellängsunterzug an ganz anderer Stelle liegt.
Der Vordergiebel kragt auf den von Kopfstreben gestützten Längsrähmen 80 cm über das Obergeschoss vor. Er ist stehend ausgebildet, im 1. Dachgeschoss mit drei Ständern und im 2. Dachgeschoss mit nur einem Mittelständer. Der Aussteifung dienen Fuß- und Feldstreben in der Quer- und Kopfstreben in der Längsrichtung. Der Raumabschluss erfolgt durch eine zweifache Verriegelung und eine außen aufgebrachte Bretterschalung. Über die Höhe des 1. Dachgeschosses sind Sparren und Kehlbalken vor die Bundseite gezogen und genutet, um die Schalungsbretter mit ihrem oberen Ende aufzunehmen, während man im 2. Dachge- schoss die Bretter aufgenagelt hat, sodass sie ein kleines Stück vorversetzt sind. Die Schalung selbst rührt nicht mehr aus der Bauzeit her. Für die anfängliche Belichtung darf von einigen in die Schalungsbrettern gesägten Öffnungen ausgegangen werden.
An der rückwärtigen Schmalseite endet das Dach aktuell mit einer liegenden Querbundach- se, die ihre Bundseite nach Süden ins Innere richtet. Dort hatte sich der Dachraum einst fort- gesetzt. Versätze für den Anschluss der Längsaussteifung können ertastet werden. Auf dem Kehlriegel ist ein schräges Holzstück befestigt, bei dem es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Reststück des mittigen Walmrofens handelt. Bezüglich der Dachform hätte der Walm folglich mit einem leicht vorgezogener Firstspitze geendet.
Die Lage der Querwände im Obergeschoss und der Querbundachsen des Dachwerks stim- men nur zu beiden Seiten der Futtertenne überein, die übrigen decken sich nicht. Einige Querachsen des Obergeschosses sind im Dachwerk daran zu erkennen, dass einzelne Zwi- schengespärre ihre Bundseite nach Norden gerichtet haben, während die Mehrzahl nachSüden weist. Aufgrund der Nicht-Übereinstimmung von Querwänden und Querbundachsen des Dachs stimmen auch die durch Stuhlstreben belasteten Dachbalken und die Stützung durch Kopfstreben von unten her meist nicht überein, wobei die Verteilung der Lasten aber über die Stuhlschwellen erfolgt.
Auch innerhalb des Dachs ist die übliche Abbundzeichensystematik angewandt. Darin sind die Gespärre vom Südgiebel an durchgezählt, wo beide Sparren am Fuß ihr Zeichen tragen. Zur Unterscheidung sind diejenigen der vorderen Traufseite mit einem Schrägstrich und die hinteren mit zwei Schrägstrichen markiert.
Der Küchenschlot stieg innerhalb des Dachraums auf, verjüngte sich dabei und trat am First aus. Dies kann allein anhand von Aussparungen und Abdrücken nachvollzogen werden, so- dass Aufbau und verwendetes Material sind nicht zu erkennen sind.

