Hauptstrasse 13 (Mosbach)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Gasthaus Reichstadt

ID: 184385775114  /  Datum: 26.10.2026
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Rathausplatz
Hausnummer: 5
Postleitzahl: 73728
Stadt-Teilort: Esslingen am Neckar

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Esslingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8116019003
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Doppelwohnhaus (73728 Esslingen am Neckar, Unterer Metzgerbach 10/12)
Wohnhaus, Webergasse 9 (73728 Esslingen am Neckar)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das Gebäude wurde ca. im 2. Viertel des 14. Jahrhunderts erbaut; eine jahrgenaue Datierung war bislang nicht möglich. Ab der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts wird das Gebäude als städtisches Kornhaus erwähnt. Ab der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts wird zudem eine Bürgerstube (Versammlungsort und Trinkstube der städtischen Oberschicht) im Obergeschoss erwähnt. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelt sich aus der Bürgerstubengesellschaft die Museumsgesellschaft und es wird ein Museums-Saal angebaut. Ab 1935 wird das Gebäude schließlich als Gaststätte genutzt.


1. Bauphase:
(1324 - 1350)
Zwei Eichenprobe (beide ohne Splint und Waldkante) aus einem wohl zweitverwendeten Ständer im 2. Obergeschoss sowie aus einem ehemaligen Außenwandständer im 1. Obergeschoss datieren jeweils in die 1320er Jahre. Grob kann von einer Erbauungszeit des Gebäudes im 2. Viertel des 14. Jahrhunderts ausgegangen werden. Im Rahmen weiterer Baumaßnahmen am Gebäude sollte diese Datierung konkretisiert werden.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

2. Bauphase:
(1440)
Bislang erste urkundliche Erwähnung des Gebäudes als „Kornhaus“
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

3. Bauphase:
(1448)
Wie die dendrochronologischen Datierungen belegen, erfolgten um 1448 größere bauliche Veränderungen im Gebäude. So wurden im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss neue Deckenniveaus
eingebaut. Zwei Eichenproben ohne Waldkante aus Deckenbalken über EG (Proben 4+5) sowie zwei Tannenproben aus Deckenbalken über 1. OG (Proben 8+9) belegen diese Maßnahmen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

4. Bauphase:
(1477)
Erster urkundlicher Beleg für die Bürgerstube im Gebäude (a).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

5. Bauphase:
(1702)
Neubau des Dachtragwerks (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)

6. Bauphase:
(1865 - 1867)
Wie dendrochronologische Datierung belegen, wurden zwei Unterzüge im 1. Obergeschoss (Proben 6+7) um 1865 neu eingebaut.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)

7. Bauphase:
(1935)
Laut Denkmaltopographie Esslingen erfolgte um 1935 die Umnutzung des Gebäudes zur Gaststätte.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

8. Bauphase:
(1962)
Laut Baugesuchsunterlagen gab es um 1962 größere bauliche Eingriffe im Gebäude (Küchen- und Sanitäranlageneinbau im Erdgeschoss, Einbau Fluchttreppenhaus)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht des Gebäudes von Südwesten / Gasthaus Reichstadt in 73728 Esslingen am Neckar (2026 - Markus Numberger, Esslingen)
Abbildungsnachweis
Ansicht der Deckenöffnung im 1. Obergeschoss / Gasthaus Reichstadt in 73728 Esslingen am Neckar (2026 - Markus Numberger, Esslingen)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Dendrochronologische Datierung
  • Bauhistorische Untersuchung (Fluchttreppeneinbau)
  • Bauhistorische Einordnung der Deckenbefunde im 1. Obergeschoss

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude Rathausplatz 5 befindet sich am nördlichen Rand der staufischen Kernstadt von Esslingen; unmittelbar am heutigen Rathausplatz (ehemals Marktplatz bzw. Kornmarkt). Das Gebäude wurde direkt an die Stadtmauer angebaut, welche in Resten in der nördlichen Außenwand erhalten ist.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohn- und Geschäftshaus
  • Anlagen für Handel und Wirtschaft
    • Gasthof, -haus, Herberge
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, welches heute primär als Gasthaus genutzt wird. Über massiv gemauerten Gewölbekellern erheben sich drei verputzte Fachwerk-Vollgeschosse. Die beiden Obergeschosse stehen in einer Flucht und stoßen gemeinsam über dem Erdgeschoss vor; dies spricht für einen Geschoßständerbau mit separat abgezimmertem Erdstock. Die korrekte Bezeichnung ist hierfür: Traufgerüst mit eingeschossigem Basisstock und zweigeschossigem Oberstock. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen unter einem Satteldach mit westlichem Vollwalm ab.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Im Rahmen dieser Untersuchung wurde lediglich die freiliegende Deckenkonstruktion über dem 1. Obergeschoss in der nordöstlichen Ecke des Gebäudes begutachtet. Daher können an dieser Stelle keine Aussagen zur historischen Grundrissgliederung oder den Nutzungsstrukturen gemacht werden.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Decken
    • Balkendecke
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Sparrendach, q. geb. mit liegendem Stuhl
  • Holzgerüstbau
    • Geschossgerüst
  • Dachform
    • Satteldach mit einseitigem Vollwalm
Konstruktion/Material:
Über massiv gemauerten Gewölbekellern erheben sich drei verputzte Fachwerk-Vollgeschosse, die laut Denkmaltopographie Esslingen als Sichtfachwerkfassaden mit Zierelementen gestaltet sind. Die verwendeten Bauhölzer (Eiche und Tanne) zeigen überwiegend verblattete Holzverbindungen. Beim Dachtragwerk handelt es sich um ein quergebundenes Sparrendach, welches im 1. Dachgeschoss eine zweifach liegende und einfach stehende Stuhlkonstruktion besitzt. Im 2. Dachgeschoss befindet sich dagegen eine zweifach stehende Stuhlkonstruktion.
Im Spitzboden verlaufen lediglich die Sparrenpaare. Das Dachtragwerk wurde im Rahmen dieser Untersuchung nicht weiter begutachtet, stammt jedoch aus einer nachträglichen
Erneuerungsmaßnahme.

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