Hohes Haus (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 186230421111  /  Datum: 25.02.2026
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Hintere Ledergasse
Hausnummer: 3
Postleitzahl: 78337
Stadt-Teilort: Öhningen

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Konstanz (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8335061020
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Der dendrochronologischen Untersuchung zufolge wurde das Wohnhaus um 1524/25 (d) erbaut.


1. Bauphase:
(1524 - 1525)
Errichtung des Gebäudes (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht östliche Giebelseite / Wohnhaus in 78337 Öhningen (2020 - Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Schriftliche Auswertung zum Gebäude

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Giebelseitig zur Hinteren Lederstraße ausgerichtet.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Rechtwinklig zum leicht abfallenden Gelände orientiert, steht das untersuchte Gebäude auf einem niedrigen Sockel. Darauf ist der Kernbestand eines einstöckigen, in Ost-West-Richtung ausgerichteten Fachwerkbaus erhalten, welcher mit einem zweigeschossigen Satteldach mit ehemals beidseitigem Halbwalm überdacht wurde.
Möglicherweise älter als der Fachwerkbau sind die massiven Umfassungswände des annähernd die halbe Grundrissfläche einnehmenden, im Westen liegenden Kellers.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Nach der Befundlage lässt sich für die Erbauungszeit des Fachwerkbaus folgende Grundrissstruktur rekonstruieren. Danach war das Gebäude in zwei Querzonen gegliedert. Beginnend im Osten lag die Stubenzone, deren zentraler Raum, die Stube, zwei innere Bohlenwände besaß und als oberen Abschluss mit einer zum Dachgebälk abgesetzten Bretter-Balken-Decke eingedeckt war.
Der Stube zugeordnet lag westlich davon, in der Küchenzone der Herdraum mit ehemaliger Hinterladeröffnung für den stubenseitigen Ofen und dem im Gebälk nachvollziehbaren Rauchloch bzw. Rauchfang.
Erreichbar waren Küche und Stube über einen am Westgiebel zugänglichen, firstparallel verlaufenden Flur, der in einen vor der Stube liegenden Freiraum mündete. Nördlich des Flures lag eine Kammer. Sie nahm mit hoher Wahrscheinlichkeit sowohl den Kellerabgang als auch die Treppe in das Dach auf.
Über eine Blockstufentreppe erreichbar, gliedert sich der Dachraum in zwei äußere Kammerzonen und in eine mittige Erschließungszone. Über Letztere waren im Westen zwei separat erschlossene Dachkammern und im Osten eine große mit Flechtwerk geschlossene Dachkammer, möglicherweise die fehlende Schlafkammer, zugänglich.
Das verrußte 2. Dachgeschoss war offensichtlich ungeteilt.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Decken
    • Balken-Bretter-Decke
  • Dachform
    • Satteldach
Konstruktion/Material:
Die Gründungsebene des Fachwerkbaus bildet zwei äußere Längsschwellen im Zuge der beiden Traufwände. In diese zapfen die beiden äußeren Querschwellen im Zuge der Giebelwände. Mit den Schwellen auf gleicher Höhe waren die inneren Schwellen verbaut. Nach den aufgenommenen Befunden zapften in die westliche Giebelschwelle zwei unterschiedlich lange, parallel zueinander verlaufende Längsschwellen.
Während die südliche Schwelle ehemals die gesamte Hauslänge bis zum Ostgiebel durchzog, reichte die nördliche Schwelle bis zum westlichen Kellerabschluss, wo sie mit einer hier verbauten Querschwelle verbunden war. In identischer Ausrichtung mit den Schwellen verliefen die Rähmhölzer, die von unterschiedlichen Ständern getragen wurden. So waren in den Kreuzungspunkten der Schwellen und Rähme die Bundständer, ca. mittig zwischen den Bundständern die Zwischenständer und ergänzend dazu die Türständer aufgestellt. Während Erstere die Raumeinheiten fixieren, unterteilen die Zwischenständer zusammen mit den Riegeln die Wandfelder, wobei den wandhohen Streben die Aussteifung des Hausgerüstes zugeschrieben wurde.
Zum Verschluss der Felder waren drei verschiedene Wandfüllungen ausgeführt. Im Zuge der Außenwände handelt es sich um Bruchsteinausmauerungen, die Gefache der Innenwände waren mehrheitlich mit Flechtwerk bzw. lokal mit Bohlen geschlossen. Bis auf eine Ausnahme bestand der obere Raumabschluss aus dem Dachgebälk mit aufgelegter Dielung, wobei die in der Regel in einer Länge durchlaufenden Balken den Längsrähmen aufgekämmt wurden und die Basis für das Sparrendach bilden. Ein offensichtlich schon zur Bauzeit gestoßener bzw. versetzter Dachbalken besitzt in Anlehnung an die Südtraufe einen Wechsel sowie eine senkrechte, auf die Lage des Wechsels abgestimmte Blattsasse.
Die auf den oberen Raumabschluss bezogene Ausnahme bezieht sich auf den Raum in der Südostecke. Er besaß wohl zur Bauzeit eine vom Dachgebälk abgesetzte Decke, deren Balken in Anlehnung an die spätere Ersatzdecke mit hoher Wahrscheinlichkeit in Ost-West-Richtung gespannt waren. Als wahrscheinliches Auflager der Bretter-Balken-Decke dienten zumindest innerhalb der Trennwand zum Herdraum Bohlen, wobei der Deckenabschluss in Anlehnung an fehlende Nuten in den beiden Längsrähmen über traufenparallele Randbalken erfolgen musste.

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