Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Schwarzwaldhaus

ID: 207989965211  /  Datum: 19.12.2022
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Pfauenstraße
Hausnummer: 12
Postleitzahl: 79822
Stadt-Teilort: Titisee-Neustadt

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Breisgau-Hochschwarzwald (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8315113067
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das untersuchte Gebäude weist alle Merkmale eines typischen Schwarzwaldhauses der Region
auf, im Vergleich zu den großen Höfen ist es aber sehr viel kleiner. Seine Konstruktionsweise ist in den Dimensionen entsprechend geschrumpft, was dazu führte, dass First- und Seitenachsen gerade einmal einen Abstand von 150 cm haben. Dies erscheint recht überdimensioniert und mit etwas stärkeren Rofen hätte man auf die Seitenachsen gut und gerne auch verzichten können.
Als spätere Veränderungen wurden nicht nur die üblichen Umbauten vorgenommen wie der Einbau von Kamin und Zwischendecke in der Küche, sondern auch eine Aufwertung des Obergeschosses durch Hochlegen der Decke und den Einbau einer unter den gegebenen Umständen großzügigen Treppe. Außerdem war man bestrebt, das Gebäude äußerlich der städtischen Umgebung durch flächiges Verputzen, den Einbau von Einzelfenstern, Entfernung von Trippel, Abbau der Hocheinfahrt und Kürzung der weiten Dachvorkragung anzupassen. Durch Anhebung des Straßenniveaus ist das Haus um die halbe Höhe des Erdgeschosses im Boden versunken.
Zusammen mit dem benachbarten Haus Nr. 10 und den nördlichen gegenüberstehenden Nachbarhäusern bildete das Gebäude eine Baugruppe in Schwarzwälder Anmutung. Möglicherweise hatte in früheren Zeiten, vielleicht bis zu einem großflächigen Stadtbrand im Jahr 1817, ein Großteil der Häuser eine ähnliche Form, sodass Neustadt ein ganz anders geprägtes Ortsbild aufgewiesen hatte.


1. Bauphase:
(1661)
Errichtung des Gebäudes 1661 (d, mit Vorbehalt)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Eindachhof

2. Bauphase:
(1700 - 1899)
Zwischendecke in den hohen Küchenraum eingezogen, damit zusätzliche Räume im Obergeschoss, außerdem südlicher Trippel zugänglich, Übergangsraum in der Südostecke der Fahr (später hier Toilette vor Trippelzugang)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

3. Bauphase:
(1800 - 1890)
Teile der Umfassungswände ersetzt, Einbau einer Kniewand, spätestens gleichzeitig damit nördlicher Trippel entfernt. Außenwände neu verputzt, Fenstererker durch Einzelfenster ersetzt.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

4. Bauphase:
(1880 - 1920)
Fläche der Flurkammer in beiden Geschossen dem Flur zugeschlagen, damit verbunden Einbau einer großzügigen neuen Treppe, Treppenpfosten und Staketen aus dem ausgehenden 19. und dem beginnenden 20. Jh. (s).
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

5. Bauphase:
(1893 - 1899)
Decke im Obergeschoss um 25cm erhöht, Rähme und Dachbalken nur innerhalb der Wände erhalten, Datierung anhand der Tapetenabfolge.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)

6. Bauphase:
(2000 - 2022)
Erneuerung des Deckengebälks im Bereich des Flures in jüngerer Zeit, undatiert
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Nordosten. / Schwarzwaldhaus in 79822 Titisee-Neustadt, Neustadt im Schwarzwald (2022 - Stefan King)

Zugeordnete Dokumentationen

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Traufständig an der Hauptdurchgangsstraße Neustadts gelegen.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Bauernhof
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Bauernhaus
    • Eindachhof
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Zwei Vollgeschosse über einer gedrungenen rechteckigen Grundfläche, unter einem Dach mit Halbwalm am östlichen und Vollwalm am westlichen Ende.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Vier Querzonen; im EG: Zone 1: Stube und eine weitere Stube oder Werkstatt, Zone 2: urspr. zweigeschossige Küche, Flur und Flurkammer, Zone 3: Stall und ?, Zone 4: Futtergang und ?. Im OG: Zone 1: Kammer und Stubenkammer, Zone 2: hohe Küche, Flur und Flurkammer, Zone 3: Fahr (Tenne), Zone 4: Heulager und Kammer ?
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
Umfangreicher Tapetenbestand sowie Fenster, Türen, Täfer und eine Treppe aus Umbauphase.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Krüppelwalmdach
    • Satteldach mit einseitigem Vollwalm
  • Dachgerüst, verstärkende Einbauten
    • abgesprengte Quer- und Längsbünde
    • Stehende und geneigte Quer- und Längsbünde
  • Dachgerüst Grundsystem
    • Rofendach
  • Holzgerüstbau
    • Unterbaugerüst, einstöckig
Konstruktion/Material:
Das Holzgerüst folgt der charakteristischen Bauweise eines Schwarzwaldhauses der Region. Auf einem von Zapfenschlössern zusammengehaltenen Schwellenkranz sind Bundständer aufgestellt, die zumindest über die Höhe beider Geschosse am Stück verlaufen, einige davon reichen aber als Hochständer bis in den Dachraum hinauf. Es sind die beiden Seitenständer der Trennwand zwischen Wohn- und Wirtschaftsteil, wogegen der Ständer der Firstachse auf Dachbalkenebene endet. Die Aussteifung erfolgte im Unterbau mittels angeblatteter Kopfbänder. Die Wände werden von hölzernen Wandfüllungen gebildet, die in Nuten der Ständer eingelassen sind und je nach Anforderungen entsprechend der Raumnutzung ausgebildet sind, was auch für die Zwischendecke zutrifft.

Das Dachwerk ist als Rofendach mit zwei unterschiedlichen Konstruktionsweisen für die Stuhlachsen aufgebaut, getrennt nach Wohn- und Wirtschaftsteil. Oberhalb des Wohnteils ist ein liegender Stuhl in zwei Querbundachsen ausgebildet. Der Aussteifung in Querrichtung dienen angeblattete Kopfbänder, wogegen in Längsrichtung auf eine Aussteifung verzichtet worden ist. Die Längsriegel dienen als Zwischenauflager für die Rofen. Oberhalb davon dient eine stehende Längsachse zum Tragen des Firsträhms mit Fußbändern in der Quer- und Kopfbändern in der Längsrichtung. Die östliche Querbundachse liegt oberhalb der Wand zwischen den ersten beiden Querzonen und die westliche etwa mittig innerhalb der zweiten Querzone, steht mit der Trennwand zwischen Flur und kleiner Kammer aber nicht in konstruktivem Zusammenhang.
Der östliche Dachabschluss ist unmittelbar über der Ostwand des Unterbaus platziert und ist aus diesem Grund mit stehenden Stuhlständern mit einfacher Verriegelung abgezimmert. Die Sparren sind hier vor die Bundseite gezogen, damit in deren unterseitig eingelassener Nut eine Bretterschalung laufen konnte. Die Rofen des Halbwalms lagern auf dem Kehlriegel.
Der Bereich des Wirtschaftsteils einschließlich der Trennwand zum Wohnteil weist einen dreifach stehenden Stuhl auf, d.h. mit drei Längsachsen. Bei der mittigen Achse reichen die Ständer bis zum Firsträhm hinauf. Während die Seitenständer innerhalb der Trennwand aus dem Unterbau heraufreichen und mutmaßlich auf der Grundschwelle gründeten, enden alle drei Stuhlständer der Querbinderachse zwischen dritter und vierter Querzone am Dachbalken.
Dies dürfte in der Raumanordnung des Erdgeschosses begründet sein, wobei die Anlage einer Kammer in der Nordwestecke des Obergeschosses ein weiterer Grund dafür gewesen sein könnte.

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