Hohes Haus (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Ehemaliges Kloster Schöntal, Klostertreppe

ID: 132265594015  /  Datum: 29.07.2026
Datenbestand: Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Klosterhof
Hausnummer: 6
Postleitzahl: 74214
Stadt-Teilort: Kloster Schöntal

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Hohenlohekreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8126046016
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 49,3281° nördliche Breite, 9,5047° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Erneuerung der Konventsanlage in prachtvollen, spätbarocken Formen wurde unter Abt Benedikt Knittel konzipiert und teilweise umgesetzt. Die Grundplanung geht dabei auf den bedeutenden Barockbaumeister Johann Leonhard Dientzenhofer zurück; die Umsetzung der Baumaßnahmen nach modifizierten Plänen unternahm Christian Fluhr. Vermutlich wurden Teile des Sockel-/ Kellergeschosses von dem Vorgängerbau übernommen; die Geometrie des großen Gewölbekellers weicht deutlich von der des oberhalb errichteten Treppenhauses ab, dessen Nordwand auf dem Gewölbe aufsitzt.
Die Ausführung des prachtvollen Treppenhauses erfolgte erst unter Knittels Nachfolger Angelus Münch um 1738-50. Die Anlage erfolgte nach einem Modell Johann Ludwig Deisingers, ausgeführt wurde der Bau von dem Zimmerer Caspar Bayerschmitt und dem Bildschnitzer Anton Grimbach. Das Fresko an der Decke gestaltete 1745 Johann Baptist Ferradini; das Türgitter im ersten Obergeschoss wurde gemäß dem aufgebrachten Wappen unter Abt Agustín Brunn Quell zugefügt.

Aufgrund starker Schäden an der Treppenkonstruktion, insbesondere der oberen Galerie, bedingt durch die Durchbiegung der stark unterdimensionierten Balken, wurde um 1979 das Tragsystem der oberen Galerie vollständig erneuert. Die Hauptbalken wurden durch Stahlträger ersetzt, die Querbalken zwischen Hauptträgern und Außenmauern durch neue hölzerne Stichbalken. Die untere Galerie wurde, da sie sich in einem „relativ guten Zustand“ befand, nicht behandelt. Die aktuellen Befundöffnungen zeigten zudem, dass der Stufenaufbau der Treppenkonstruktion erneuert wurde. Hierbei wurde die alte, verputzte Unterseite ebenso erhalten wie die beiden Wangen links und rechts, in den bestehenden, U-förmige Trog wurde eine neue Treppenkonstruktion eingesetzt (s.o.). Die Instandsetzungsarbeiten an dem Treppenhaus erfolgten offenkundig zusammen mit den Reparaturen an der Dachkonstruktion.


1. Bauphase:
(1738 - 1750)
Errichtung Treppe
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
Konstruktionsdetail:
  • Detail (Ausstattung)
    • bemerkenswerte Treppen

2. Bauphase:
(1979)
Reparatur Treppengeländer
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Blick vom Haupteingang in das Treppenhaus / Ehemaliges Kloster Schöntal, Klostertreppe in 74214 Kloster Schöntal, Künzelsau (29.03.2018 - KB-BM)
Abbildungsnachweis
Übersicht 1. OG Blickrichtung Südosten, Übergang vom Podest auf dem "Mittelturm" auf die Galerie / Ehemaliges Kloster Schöntal, Klostertreppe in 74214 Kloster Schöntal, Künzelsau (09.03.2018 - KB-BM)

Zugeordnete Dokumentationen

keine

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das frühere Zisterzienserkloster Schöntal liegt bis heute in idyllischer Alleinlage im Jagsttal. Das Klostergelände wird im Westen vom Fluss begrenzt, während im Süden und im Osten die Hänge des Flusstales anschließen.
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
keine Angaben
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Der weitläufige, reiche und gut erhaltene Klosterkomplex gliedert sich in den Kernkonvent mit der Klosterkirche im Norden und den südlich anschließenden Konventsbauten auf einer Hangterrasse, und die westseitig, auf halber Höhe zwischen Fluss und Konvent bestehenden Ökonomiebauten mit mehreren Hofabschnitten. Im Norden folgen weitläufige Klostergärten auf einer leichten Anhöhe über der Flussbiegung.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Während die Ökonomiebauten teilweise noch bis in das Mittelalter zurückreichen, erfuhren Kirche und Konvent im 18. Jahrhundert eine Ausgestaltung in ungewöhnlich reichen, dem ursprünglichen Ordensideal fremden Formen. Der sich über dem Wirtschaftshof erhebende Westflügel des Konventes wurde dabei besonders aufwendig gestaltet. Im Norden und im Süden schließt der Flügel jeweils mit einem Pavillon, in der Mitte springt ein über eine Freitreppe erschlossener, mit einem reichen Giebel bekrönter Risalit vor. Dieser Risalit nimmt das hier behandelte Prunktreppenhaus auf.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Die Treppenkonstruktion zeigte im Jahr 1979, also mehr als 200 Jahre nach Erbauung, deutliche Schäden. Gemäß einem Begehungsprotokoll des Prüfingenieurs Erich Frodl (8.2.1979) befand sich die obere Galerie „in einem äußerst schlechten Zustand. Von vornherein stark unterdimensioniert, zeigen die Balken zum Teil große durch Biegungen, sind nicht voll kantig und weisen zahlreiche Einschnitte auf, die den Querschnitt schwächen. Man kann auch sehen, dass nachträglich Versuche unternommen wurden durch die Anordnung von in den Wänden ein gespannten Stichträgern die durch Biegung zu reduzieren, allerdings ohne großen Erfolg. Zum Ausgleich der Durchbiegung wurden einige Balken aufgesammelt.“
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Unter dem eigentlichen Treppenhaus besteht, über den Vorbau der Freitreppe erschlossen, ein tonnengewölbtes Kellergeschoss als Substruktion.
Der eigentliche Treppenraum nimmt die gesamte Breite des Mittelrisalits ein, in der Tiefe ist im Osten in jedem Stockwerk ein durchlaufender Erschließungsflur von dem Hauptraum abgeteilt. Der Treppenraum schließt über dem zweiten Obergeschoss mit einer flachen, freskierten Putzdecke, oberhalb derer der mehrteilige Dachraum (s.u.) folgt.
Die verwirrend und überwältigend reich ausgestattete Rokokotreppe setzt sich grundlegend aus folgenden Abschnitten und Bauteilen zusammen:
- Im ersten und im zweiten Obergeschoss bestehen um den etwa quadratischen Raum umlaufende Galerien. Das „Treppenauge“ im ersten Obergeschoss ist (unregelmäßig) elliptisch-gerundet, das im zweiten Obergeschoss polygonal-sechseckig. Von den Galerien aus waren bzw. sind auch die Räume der anschließenden Konventsflügel erschlossen.
- Die Erschließung der Galerie des ersten Obergeschosses erfolgt über zwei spiegelbildliche Treppenläufe: Beidseits des Einganges in den Raum setzt ein gerader Lauf an, der jeweils ein Podest in den beiden westlichen Eckbereichen des Raumes erschließt. Von diesen Podesten aus führen zwei gekrümmte Läufe zu einem gemeinsamen Podest in der Mittelachse des Raumes, etwa einen Meter unterhalb der Galerie. Bis etwa auf halber Länge der geschwungenen Läufe bestehen im Erdgeschoss mit Holzständerwänden abgeteilte Kammern. Das mittlere Podest am Abschluss der geschwungenen Läufe wird von einer Art zentralem „Turm“ getragen, einer Stützkonstruktion, die sich im Erdgeschoss aus einem etwa anderthalb Meter hohen Natursteinsockel, und einem darauf aufgesetzten, etwa quadratischen Holzgerüst zusammensetzt. An diesen zentralen Turm setzen beidseits kopfbandartige Abstrebungen an, die die freispannenden, geschwungenen Treppenläufe stützen. Von dem Podest auf dem Holzgerüstturm aus erschließt ein einzelner, mittiger Lauf die Ostflanke der umlaufenden Galerie.
- Die obere Galerie des zweiten Obergeschosses wird über zwei symmetrische, zweiläufige Treppen erschlossen. An der Nord- und der Südseite des Treppenhauses führen zunächst gerade Stiegen zu Podesten in den beiden östlichen Raumecken, von dort aus verlaufen entlang der Ostflanke zwei Läufe zu einem zentralen Podest etwa einen Meter unterhalb der Galerie. Von diesem Podest aus führen zwei kurze gegenläufige Stiegen raumseitig auf die Galerieebene, eine mittige kurze Stiege erschließt die breite Türöffnung zu dem anschließenden Hauptflur.
- Zwischen oberer und unterer Galerie sind ostseitig zwei verkleidete Holzständer eingefügt.
Die flache und Vouten versehene Putzdecke des Treppenhauses ist unmittelbar an einer Balkenlage zwischen Treppenhaus und Dachraum befestigt. Diese in Ost-West-Richtung spannende Balkenlage wird im Dachraum von einem mittigen, in Nord-Süd Richtung spannenden Überzug getragen, über dem ein zweiteiliges Sprengwerk errichtet ist. Bemerkens-werterweise verläuft die Balkenlage nicht bis zur östlichen Mauer des Raumes, sondern endet bei etwa zwei Drittel der Raumtiefe an einem kräftigen, in Nord-Süd-Richtung spannenden Querwechsel. Zwischen diesem und der östlichen Mauer ist eine weitere Stichbalkenlage eingeführt. Der Querwechsel wird von einer weiteren, mehrteiligen Sprengwerkskonstruktion im Ostteil des Daches getragen. Sie setzt sich aus einem Zugholz zwischen der Deckenbalkenlage und der oberhalb verlaufenden Dachbalkenlage, einem ergänzenden Zugholz bis zum Dachfirst, sowie nachträglich zugefügten Sprengstreben zusammen.
Der Dachraum selbst ist dreiteilig angelegt:
- Über der Deckenbalkenlage besteht zunächst ein nicht ausgebauter, etwa 5 m hoher Raum, allseits von massiven Natursteinmauern umfasst. Der Raum dient einzig der Ausbildung des repräsentativen, um ein Stockwerk gegenüber den anschließenden Flügeln erhöhten Mittelrisalits.
- Oberhalb folgt das Mansarddach, das aus drei Geschossen bzw. zwei Stockwerken besteht.
- Zunächst folgt der Mansardstock über der Dachbalkenlage mit liegendem Stuhl. Die folgende „Kehlbalkenebene“ bildet zugleich die Grundbalkenlage des aufsitzenden, zweigeschossig abschließenden Sparrendaches, mit liegendem Stuhl in der unteren Ebene.

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