Bandhaus (Schloß Presteneck)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohn- und Geschäftshaus

ID: 143395744717  /  Datum: 24.09.2026
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Marktplatz
Hausnummer: 28
Postleitzahl: 71229
Stadt-Teilort: Leonberg

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Böblingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8115028016
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

1. Bauphase:
(1500 - 1770)
Vorgängerbebauung
Das Nachbarhaus Marktplatz 26 datiert ins 16. Jahrhundert. Der Keller darunter könnte durchaus noch älter sein, es wurden aber keine Belege dafür beobachtet. Dieser Keller hatte einen Kellertreppenhals auf dem Grundstück des untersuchten Kellers. Vermutlich lag dieser Treppenhals in einem nördlich an das Gebäude Nr. 26 angebauten Kellertreppenbau. Der östliche Gewölbekeller dürfte ebenfalls noch von einer Vorgängerbebauung stammen. Etwa 1,15 Meter vor der Südwand lässt sich hier im Gewölbe eine schwach ausgeprägte Baunaht beobachten.
An der nordwestlichen Außenecke befindet sich im EG-Mauerwerk ein abgerundeter ehemaliger Werkstein aus Sandstein. Der Stein wurde bisher als Rest eines Prangers interpretiert. Er könnte aber ebenso als abgewitterte Konsole z.B. für einen ehemals auskragenden Oberstock interpretiert werden. Dann wäre es ein Indiz dafür, dass in der EG-Außenwand noch Reste einer Vorgängerbebauung stecken.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt

2. Bauphase:
(1771 - 1772)
Bauphase 1771/72 (d)
Vermutlich 1772 wurde das Gebäude als dreigeschossiger Riegelbau mit zweistöckigem Mansarddach neu erbaut. Dafür wurde die obere Hälfte des Kellertreppenhalses abgebrochen und durch den nördlichen Gewölbekeller mit dem östlichen Keller verbunden. Der südliche Abschluss des Ostkellers korrespondiert gut mit dem Hausgrund im EG, er dürfte demnach ebenfalls in die Bauphase 1771/72 (d) fallen.
In den beiden Obergeschossen befand sich bauzeitlich jeweils eine große Stube über die gesamte Hausbreite der westlichen Querzone, die mit repräsentativen Stuckdecken versehen waren. Die Kammer in der nordöstlichen Zone hatte jeweils eine offene Balkendecke, ebenso die Küche in der südöstlichen Zone. Die südliche Mittelzone war wohl bereits bauzeitlich das Treppenhaus. Der genaue Verlauf der Treppen lässt sich nicht mehr erkennen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)

3. Bauphase:
(1850 - 1899)
Bauphase spätes 19. Jahrhundert
Im späten 19. Jahrhundert wurden die beiden Stuben in der westlichen Querzone in jeweils zwei Räume getrennt. Die beiden Kammern und die Räume im EG erhielten jeweils eine Lehmwickeldecke, die verputzt und teils am Rand mit dezentem Stuck versehen wurden.
Im Treppenhaus wurde vom Treppenpodest zwischen EG und 1.OG bis zum Podest zwischen 1. und 2. OG eine neue Treppe eingebaut. Oberhalb dieses Podestes wurde die vorhandene Blockstufentreppe von 1771/72 (d) nur mit einem neuen Geländer versehen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

4. Bauphase:
(2026)
Großbrand des Gebäudes am 26.6.2026.
Damit verbunden ist der Abbruch des Mansard- und des Dachgeschosses.
Wahrscheinlich werden noch im selben Jahr auch die beiden Obergeschosse abgetragen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Westfassade zum Marktplatz hin / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Bauzeitliche Haustür von 1771/72 (d) / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Nordfassade / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Nordkeller;
Der gewölbte breite Gang verbindet den Balkenkeller im nordöstlichen Kellerbereich mit dem ehemaligen Kellertreppenhals zum Keller von Marktplatz 26 / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen.)
Abbildungsnachweis
Ostkeller;
Das Gewölbe des Ostkellers ist am nördlichen Ende ein Meter lang asymmetrisch erhöht. Dies deutet auf eine ehemalige Querwand am Nordende des Gewölbes mit einer Tür im Bereich der Erhöhung, deren Türblatt zu Gewölbekeller hin öffnete. Ob sich an diese Tür ein Kellertreppenhals oder ein Vorkeller mit Balkendecke anschloss ist unklar. Letzteres wäre aber wahrscheinlicher. Etwa 1,3 Meter vor der Südwand  lässt sich eine unregelmäßige Baunaht im Gewölbe beobachten. / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Kellertreppenhals;
Der Kellertreppenhals unter dem Gebäude Marktstraße 28 führt in den Keller von Marktplatz 26. / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Erdgeschoss, Raum 0.3; Blickrichtung nach Osten. Die Türbeschläge legen eine Datierung der Tür ins ausgehende 19. Jahrhundert nahe. / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
1.OG, Raum 0.1 Flur. Blick Richtung Süden zum Treppenpodest ins 2.OG. / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen.)
Abbildungsnachweis
Raum 1.2, Kammer. Blick Richtung Süden. Die Türbeschläge legen eine Datierung der Tür ins ausgehende 19. Jahrhundert nahe. Die Lehmwickel in der Decke liegen auf Latten auf, die seitlich an die Deckenbalken angenagelt sind. Sie sind demnach im 19. Jahrhundert nachträglich in die Decke eingefügt worden. Die Deckenbalken zeigen eine deutliche Verrußung, die vermutlich von der benachbarten Küche her kommt. Die Lehmwickel sind unterseitig mit einer dünnen Putzschicht überzogen, die an die Deckenbalken anschließt. Diese Putzschicht trägt eine rötliche Tünche, die sich auch auf den Deckenbalken findet. Sie ist ebenfalls leicht verrußt. Die Decke wurde demnach erst in einem dritten Schritt unterseitig verputzt und am Rand mit schlichtem Stuck verziert. / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Raum 1.4, Kammer. Blick Richtung Osten.
Die Lehmwickel sitzen in seitlichen Nuten in den Deckenbalken. Dies zeigt, dass es sich um eine bauzeitliche Lehmwickeldecke handelt. Auch der Deckenstuck gehört zur Bauphase 1771/72 (d).
Die dünne Nordwand wurde wohl erst nachträglich eingefügt. Ursprünglich war diese Kammer ein Teil der Stube. Die Türbeschlage mit Fitschbändern legen eine Datierung um 1900 nahe. / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Raum 1.5, Stube. Diagonalblick Richtung Südosten.
Die Lehmwickel sitzen in seitlichen Nuten in den Deckenbalken. Dies zeigt, dass es sich um eine bauzeitliche Lehmwickeldecke handelt. Auch der Deckenstuck gehört zur Bauphase 1771/72 (d). / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
2.OG, Raum 2.1, Flur.
Bauzeitliche Blocktreppe. Die Treppe wurde im späten 19. Jahrhundert mit einem Geländer ergänzt. / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
2.OG, Raum 2.1, Flur.
Bauzeitliche Blocktreppe vom 2.OG ins Mansardgeschoss. Die Südwand hinter dem Trep­penpodest zeigt schon erhebliche Brandspuren. / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
2.OG, Raum 2.4, Kammer.
Blick Richtung Osten. Die dünne Nordwand wurde wohl erst nachträglich eingefügt. Ursprünglich war diese Kammer ein Teil der Stube. Die Türbeschlage legen eine Datierung ins spätere 19. Jahrhundert nahe.
Die Lehmwickel sitzen in seitlichen Nuten in den Deckenbalken. Dies zeigt, dass es sich um eine bauzeitliche Lehmwickeldecke handelt. Auch der Deckenstuck gehört zur Bauphase 1771/72 (d). / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
2.OG, Raum 2.5, Stube.
Blick Richtung Süden. Die beiden ausgehängten Türen zeigen Beschläge des späteren 19. Jahrhunderts. Die Lehmwickel sitzen in seitlichen Nuten in den Deckenbalken. Dies zeigt, dass es sich um eine bauzeitliche Lehmwickeldecke handelt. Auch der Deckenstuck gehört zur Bauphase 1771/72 (d). / Wohn- und Geschäftshaus in 71229 Leonberg (27.08.2026 - Michael Hermann, Heimerdingen)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauaufnahme, Fotodokumentation und Dendrochronologische Datierung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude steht mitten im historischen Ortskern Leonbergs an der Nordostecke des Marktplatzes. Es grenzt giebelständig an den Marktplatz und traufständig an die Graf-Ulrich-Straße.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohn- und Geschäftshaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Gebäude hatte über dem massiven Erdgeschoss zwei Obergeschosse, ein Mansardgeschoss und ein Dachgeschoss, wobei die beiden obersten Geschosse durch den Großbrand am 26.6.2026 abgängig sind.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Gebäude ist in zwei Längszonen gegliedert. Die nördliche Längszone ist in zwei Querzonen und die südliche Längszone in drei Querzonen unterteilt. Das Gebäude ist in der westlichen und der mittleren Südzone fast direkt an das südliche Nachbargebäude Hauptstraße 26 angebaut, hat aber eine eigene Südwand und ist nicht an das Nachbargebäude angehängt. Ein vermutlich etwa 10 cm breiter Zwischenraum zwischen den Gebäuden ist zum Marktplatz hin vermauert. Ab der Mitte der mittleren Südzone verspringt die Südwand des Gebäudes um 65 cm nach Norden und lässt so Platz für einen etwa 70 cm breiten Hauswinkel zwischen dem untersuchten Gebäude und dem südlichen Nachbargebäude.
Unter dem Gebäude befinden sich mehrere Kellerräume, die teils gewölbt, teils als Balkenkeller ausgeführt sind und inneinander übergehen. Zudem befindet sich der Kellertreppenhals des Nachbarkellers Marktplatz 26 unter dem untersuchten Gebäude.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Durch das Großbrandereignis vom 26.6.2026 liegen am Gebäude erhebliche Schäden vor, die von einem Sachverständigenbüro dokumentiert werden.
Bestand/Ausstattung:
An historischer Ausstattung sind insbesondere die Türen erwähnenswert, die teils noch bauzeitlich 1771/72 (d) datieren, überwiegend aber aus dem 19. Jahrhundert stammen. Ebenfalls erwähnenswert sind die Stuckdecken, die sich stilistisch am zurückhaltenden französischen Spätbarock orientieren, aber durch die provisorische Absprießung der Gebäudedecken stark beschädigt sind.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Mischbau
    • Obergeschoss(e) aus Holz
    • Steinbau mit Gebäudeteilen aus Holz
  • Dachform
    • Mansarddach/-helm
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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