Kloster Bebenhausen (ehem. Holz- und Chaisenremise)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 148559174213  /  Datum: 27.04.2026
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Klosterbergstraße
Hausnummer: 37
Postleitzahl: 71665
Stadt-Teilort: Vaihingen/Enz - Horrheim

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Ludwigsburg (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8118073006
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

keine

Bauphasen

1. Bauphase:
(1439 - 1440)
Bauphase 1: 1439/1440(d).
Vermutlich 1440 wurde der zweistöckige Kernbau zusammen mit dem aufgesetzten Zwerchhaus an den Kirchhof angebaut. Das Gebäude wurde offensichtlich auf dem Straßenraum, also auf einer Allmendfläche errichtet. Daher kann ein öffentliches Interesse für den Bau vermutet werden.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus

2. Bauphase:
(1700 - 1799)
Bauphase 2: 18. Jahrhundert
Bis ins 18. Jahrhundert finden sich keinerlei bauliche Veränderungen am Gebäude. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurde aber offensichtlich die Südwand des Obergeschosses erneuert. Zudem wurde im späteren 18. Jahrhundert eine kleine Kammer an die Ostseite des OG angebaut. Da sich in diesem Bereich zuvor ein kleinerer Abort befand ist zu vermuten, dass sich auch in dem neuen Anbau ein oder mehrere Aborte befanden.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf

3. Bauphase:
(1765)
Bauphase 3: 1765(a)
1765 wurde das Gebäude zweistöckig um 4,5 m nach Westen verlängert. Der neue Anbau erhielt ein Pultdach, das vom First des Zwerchhauses nach Westen hin abgeschleppt war und ist.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Pultdach

4. Bauphase:
(1807)
Bauphase 4: 1807(a)
1807 wurde ein weiterer Anbau an die Südseite des Zwerchhauses angefügt. Der neue Baukörper war auf der Westseite zweistöckig ausgeführt, auf der Ostseite dagegen nur eingeschossig. Dementsprechend hatte der Anbau ein einhüftiges Satteldach mit Giebel nach Süden. Der Dachfirst dieses Anbaus ist etwa 2 m niedriger als der First des Zwerchhauses.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach, einhüftig/Frackdach

5. Bauphase:
(1841)
Bauphase 5: 1841(a)
1841 wurde der Anbau von 1807 um 2 m nach Osten verbreitert. Der neue Anbau erhielt ein Pultdach, das vom First des genannten Anbaus abgeschleppt ist. Die Verbreiterung war offenbar massiv aufgemauert.
In dem Anbau und der Verbreiterung sind 1884 ein Backofen und eine Mehlkammer nachgewiesen. Die Besitzer sind seit 1852 alle als Kaufmann bezeichnet. Möglicherweise handelt es sich aber tatsächlich um eine Bäckerei.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)

6. Bauphase:
(1884 - 1902)
Bauphase 6: 1884 - 1902(a)
1884 wird in die Südwestecke zwischen den Anbau von 1765 und den Anbau von 1807 ein weiterer zweistöckiger Anbau eingefügt. Damit wurden die Fluchten der Südfassade und der Westfassade begradigt. Der neue Anbau erhielt ein Pultdach, das vom First des Anbaus von 1807 nach Westen hin abgeschleppt war und ist.
1890 und 1897 erfolgten Umbauten im Gebäude. So wurde im EG ein großer Kaufladen eingerichtet. Das OG wurde durch neue Wände unterteilt. Dabei wurde wohl auch die Treppenerschließung ins OG und ins 1.DG an die heutige Stelle verlegt. Zudem wurde die Fachwerknordwand des OG mit einer großzügigen Befensterung erneuert.
1902 wurde schließlich in der Nordostecke ein einstöckiges Magazin als Altan mit einer überdachten Terrasse darauf errichtet.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Anlagen für Handel und Wirtschaft
    • Kaufhaus

7. Bauphase:
(1950 - 1999)
Bauphase 7: Späteres 20. Jahrhundert
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde südlich an das Kerngebäude noch ein einstöckiges Magazin mit sehr flach geneigter Wellblechbedachung angefügt.
Damit war die bauliche Entwicklung abgeschlossen, es folgten bis ins frühe 21. Jahrhundert lediglich noch einige kleinere Reparaturen und Einbauten von Sanitärräumen.
Zwischenzeitlich steht das Gebäude leer.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht von Nordosten / Wohnhaus in 71665 Vaihingen/Enz - Horrheim (02.2024 - Michael Hermann, Heimerdingen.)
Abbildungsnachweis
Ansicht von Nordwesten / Wohnhaus in 71665 Vaihingen/Enz - Horrheim (02.2024 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Südansicht / Wohnhaus in 71665 Vaihingen/Enz - Horrheim (02.2024 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Ansicht von Südwesten / Wohnhaus in 71665 Vaihingen/Enz - Horrheim (02.2024 - Michael Hermann, Heimerdingen)
Abbildungsnachweis
Ansicht von Südosten / Wohnhaus in 71665 Vaihingen/Enz - Horrheim (02.2024 - Michael Hermann, Heimerdingen)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauaufnahme und bauhistorische Untersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Das Gebäude Klosterbergstraße 37 liegt mitten im historischen Ortskern von Horrheim. Es grenzt nördlich an die Klosterbergstraße und südlich an den Kirchhof, der zur Erbauungszeit wahrscheinlich noch mit einer Mauer befestigt war. Ob das Gebäude an diese Kirchhofmauer angebaut oder auf die Mauer aufgesetzt wurde, konnte im Zuge der Kurzuntersuchung nicht geklärt werden. Der Kernbau von 1439/40 (d) steht traufständig zur Klosterbergstraße und zum Kirchhof.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Der Kernbau ist ein sehr schmaler zweistöckiger Riegelbau mit massivem Basisstock und einem Fachwerkoberstock. Zum höher gelegenen Kirchhof ist nur der Oberstock sichtbar. Das Satteldach hat eine extreme Dachneigung von 69°. Es endet auf der Ostseite mit einem Halbwalm. Auf der Westseite endet das Dach des Kernbaus mit einem vollständigen Zwerchhaus, also einem aufgesetzten Oberstock über die gesamte Hausbreite mit Giebeln nach Norden und nach Süden. Die Firsthöhe des Querhauses ist identisch mit der Firsthöhe des Längsdachs.
An diesen Kernbau sind vom 18. bis ins 20. Jahrhundert insgesamt sieben Anbauten angefügt worden, die im Detail in den jeweiligen Bauphasen beschrieben sind.
Die ursprüngliche Funktion des Kernbaus ist nicht bekannt. Allerdings sind solche nachträglich in die Dorfstruktur eingefügten Gebäude erfahrungsgemäß oft mit Sondernutzungen verbunden, zum Beispiel als Schulhaus, Frühmesserhaus oder ähnliches. In diese Richtung deutet auch die recht ungewöhnliche Konstruktion mit dem bauzeitlich aufgesetzten Zwerchhaus. Eventuell könnte eine Archivrecherche im Hauptstaatsarchiv Stuttgart hier noch weitere Erkenntnisse bringen.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Dach des Kernbaus ist in nur eine Längszone und in vier Querzonen gegliedert, wobei in der westlichsten Querzone das Zwerchhaus sitzt, die beiden westlichsten Querbünde genau genommen Längsbünde des Zwerchhauses sind. Das Zwerchhaus ist zudem durch einen Querbund in zwei Zonen unterteilt. Bemerkenswert ist, dass die nördliche Zone des Zwerchhauses als beheizte Bohlenstube erbaut wurde. Die Zonierung im Oberstock und im Basisstock ist nicht bekannt. Allerdings deutet die Durchbiegung der Decke im EG und OG darauf hin, dass es sich bei den Deckenbalken um Einfeldträger handelte. Demnach gab es wohl bauzeitlich keinen mittigen Längsbund, was bei einer Hausbreite von 5,15 m die Grenzen des statisch Möglichen ausschöpft. Dagegen gab es im 2. DG bauzeitlich einen mittigen stehenden Längsbund, bei dem die Bundständer mit einem Kopfband zum Kehlbalken ausgesteift waren. Ob es hier auch eine Längsaussteifung gab, ist nicht mehr erkennbar.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Die bauliche Substanz des vollständig aus Eichenholz gefertigten Dachwerks kann in Anbetracht des hohen Alters als überraschend gut bezeichnet werden. Die Wände im OG und EG lassen ebenfalls keine großen Schäden erkennen, was aber auch nicht verwundert, da diese Wände zwischen dem 18. und dem frühen 20. Jahrhundert weitestgehend erneuert wurden. Nicht direkt als Schaden, aber als bauliche Erschwernis sind die starken Setzungen der Kernbaudecken und die teils unterschiedlichen Bodenniveaus der jüngeren Anbauten zu erwähnen, die den geplanten Ausbau zu barrierefreien Wohneinheiten erschweren. Zudem finden sich insbesondere im EG junge Innenisolierungen aus Styropor, die das Schadbild des Gebäudes in kurzer Zeit verschlechtern könnten. Für weitergehende Erkenntnisse wäre eine detaillierte Bauschadensuntersuchung notwendig, die im Rahmen einer Kurzuntersuchung nicht enthalten ist. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist letztlich nur das mittelalterliche Dachwerk des Kernbaus mit dem Zwerchhaus bedeutsam. Entsprechend ist auch der bestehende Eintrag in die Denkmalliste formuliert. Daher besteht ein öffentliches Interesse am Erhalt dieses Dachwerks. Zudem wäre eine verbesserte Sichtbarkeit des ganzen Zwerchhauses wünschenswert.
Bestand/Ausstattung:
An historischer Ausstattung ist lediglich die Vertäfelung in Raum 1.10 und die Trennwand zwischen Raum 1.3 und 1.4 sowie die dezenten Stuckprofile in den genannten Räumen erwähnenswert, die alle in die Bauphase 1884 - 1902 (a) datieren. Die „Stuckkonsolen“ in Raum 1.10 sind dagegen Imitate aus Styropor.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach mit Halbwalm-/Zweidrittelwalm
    • Zwerchhaus/-häuser
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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