Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Ettlinger Schloss, Dachwerk Ostflügel

ID: 162530381420  /  Datum: 18.06.2025
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Schlossplatz
Hausnummer: 3
Postleitzahl: 76275
Stadt-Teilort: Ettlingen

Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Karlsruhe (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8215017004
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die Abzimmerung des Dachwerkes über dem Ostflügel des Ettlinger Schlosses erfolgte um 1730 (d).


1. Bauphase:
(1729 - 1730)
Abzimmerung des Dachwerkes (d)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Dachwerk / Ettlinger Schloss, Dachwerk Ostflügel in 76275 Ettlingen (2011 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
Dachwerk / Ettlinger Schloss, Dachwerk Ostflügel in 76275 Ettlingen (2011 - Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauaufnahme und Fotodokumentation
  • Dendrochronologische Datierung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Bei dem über einem schiefwinkligen Grundriss aufgeschlagenen Dachwerk handelt es sich um ein Satteldach mit einem Vollwalmabschluss im Süden und einem sich aus einem Vollwalm entwickelnden Querdach mit Steilgiebelabschluss in der nordwestlichen Dachhälfte.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Bei dem über einem schiefwinkligen Grundriss aufgeschlagenen Dachwerk handelt es sich um ein Satteldach mit einem Vollwalmabschluss im Süden und einem sich aus einem Vollwalm entwickelnden Querdach mit Steilgiebelabschluss in der nordwestlichen Dachhälfte.
Die hier vor der massiven Wandscheibe in Resten erhaltene und einen Steilgiebel ausbildende Tragkonstruktion ist ohne Wandfüllung ausgeführt und bildet offensichtlich den östlichen Abschluss des ehemals im Westen bestehenden Nachbardaches.
Der konstruktive Dachaufbau gliedert sich in die, die Dachhaut tragenden Gespärre und die sie unterstützenden Traggerüste.

Die Gespärre
Entsprechend der Dachform beziehungsweise der im Unterbau vorliegenden Nutzung sind die Gespärre unterschiedlich konzipiert. Alle Sparren bestehen aus Nadelholz.

Die südlichen Walmsparren
Beginnend in der Süd-Ost-Ecke waren einschließlich der beiden Gradsparren 19 Walmsparren ausgeführt. Gezeichnet durch das römische Zahlensystem zapfen sie fußzonig in stichartige Dachfußbalken, welche unter den Gradsparren diagonal und unter den restlichen Walmsparren annähernd firstparallel verlaufen. Zwei Mauerschwellen aufgekämmt, zapfen die kurzen Dachfußbalken in den ersten Felddachbalken, der in diesem Fall auch als ein die gesamte Gebäudebreiter durchlaufender Wechsel angesprochen werden kann. Von den Dachfußbalken aufsteigend, reichen die Walmsparren bis zu den Gradsparren, an die sie mit eisernen Nägeln angeschiftet sind. Entsprechend dem schiefwinkligen Dachgrundriss ist der östliche Gradsparren länger als der westliche Gradsparren.

Die Walmsparren der Westtraufe
Für die westlichen Walmsparren bilden die durchlaufenden Dachbalken die Dachfußauflager. Auf der Länge des Gradsparrens wurden an ihn 7 Walmsparren angeschiftet, wobei die Schiftersparren, beginnend vor dem Querbinder 6, mit den römischen Zahlzeichen 1 bis VII gekennzeichnet sind. Jeweils zwei zusätzliche Ruten weisen die Schiftersparren der westlichen Traufe zu. Der letzte Schiftersparren (Nr. VII) sitzt auf dem oben genannte Wechselbalken.

Die Walmsparren der Osttraufe
Wie die westlichen Walmsparren zapfen auch die östlichen Schiftersparren in die Dachbalken und sind oben an den Gradsparren angeschiftet. Beginnend vor dem Querbinder 6 sind es jedoch nur sechs durchlaufende Dachbalken. Bedingt durch den schiefwinkligen Dachgrundriss zapfen im weiteren Verlauf nach Süden die Dachbalken in den oben genannten Wechsel. Beginnend vor dem Querbinder 6 sind die Sparren mit dem römischen Zahlensystem gekennzeichnet. Die Abfolge I bis V ist schlüssig und wird dann durch drei Sparren ohne Abbundzeichen fortgesetzt. Danach setzt sich die Markierung wieder mit steigender Folge fort. Die zusätzliche Rute weist die Sparren der Osttraufe zu. Die Unterbrechung der Markierung ist wohl auf einen Abbundfehler zurückzuführen, bei dem der schiefwinklige Giebelverlauf anfänglich nicht berücksichtigt wurde.
Zusammenfassend bildet die Vollwalmkonstruktion offensichtlich eine vom angrenzenden Satteldach eigenständige Abbundeinheit.

Die Satteldachgespärre ab Querbinder 6
Ausgehend vom südlichen Vollwalmabschluss wurde mit dem Gespärre des Querbinders 6 das erste vollständige, mit durchlaufendem Dachbalken und dachhohen Sparren abgebundenen Dreieck aufgeschlagen. Mit seinem Firstpunkt bildet es gleichzeitig den Walmanfallspunkt für die beiden südlichen Gradsparren. Im Verlauf nach Norden werden die folgenden 6 Sparrenpaare durch einen eingezapften Kehlbalken ausgesteift. Danach kamen infolge der in die Sparrendreiecke eingestellten Tragkonstruktionen keine in die Sparren einzapfenden Kehlbalken mehr zur Anwendung. Hinsichtlich der Markierung sind die Sparren der Ostseite in ein am Nordgiebel beginnendes Zahlensystem eingebunden. Dieses orientiert sich an der Nummerierung der durchlaufenden Dachbalken und endet im Querbinder 6 mit der Zahl XXVII.

Die Gespärre im Bereich der Dachabwinklung
Mit dem Gespärre südlich des Querbinders 4 ändert sich die Form der Sparrenpaare. Die Begründung dafür liegt in der Ausbildung der sich nun im Westen entwickelnden Dachkehle bzw. dem hier verlaufenden Kehlsparren. Während die östlichen Sparren bis zum Querbinder 2 in voller Länge abgezimmert sind, werden die nach Westen abfallenden Kehlschiftersparren immer kürzer und laufen im Firstpunkt des Querbinders 2 auf Null aus. In diesem Punkt schwenkt dann auch der von Süd nach Nord verlaufende First nach Westen ab, während die Verlängerung der Kehlschifterachse zum Grad wird.
In der Folge dieser Dachabwinklung schiften die östlichen Sparren nördlich von Querbinder 2 an den Gradsparren an. Gleiches gilt auch für die östlichen Sparren des nördlichen Walmabschlusses. Letzteres gilt jedoch nur mit Einschränkung. Im weiteren Verlauf nach Westen bilden die hier verbauten Sparren mit den Gegensparren wieder Sparrenpaare aus, wobei die südlichen Sparren als Kehlschiftersparren nur bis zu dem Kehlsparren reichen. Mit dem Sparrenpaar des Steilgiebelabschlusses im Westen erreichen die Sparren dann auch wieder den vollständigen Dreiecksquerschnitt.
Wie schon im Süden sind auch hier die nach Norden abfallenden Sparren durch römische Zahlzeichen gekennzeichnet. Die Folge beginnt in der Nordostecke und weist im Gegensatz zur südlichen Folge ein dreieckiges Zusatzzeichen auf.

Die Traggerüste
Zur Unterstützung der Gespärre sind etwa auf halber Höhe des Daches Rähmhölzer verbaut. Auf ihnen entlasten sich die aufgekämmten Kehlbalken, beziehungsweise Stichbalken in den Walmbereichen.
Die Rähmhölzer selbst werden durch abgesprengte Unterstützungskonstruktionen getragen. Im Bereich der Abwalmungen sind sie einfach, ansonsten mehrheitlich zweifach ausgeführt. Generell handelt es sich um unter den Sparren verlaufende Stuhlstreben, wobei diese entweder eingeschossig oder einstöckig über die gesamte Dachhöhe ausgebildet sind.
In diesem Sinne wurden neben den einfach abgesprengten Unterstützungskonstruktionen unter den Abwalmungen zwei grundsätzlich unterschiedliche Querbinder abgezimmert.
Bei der ersten Variante handelt es sich um liegende verzapfte Stühle in eingeschossiger Ausführung, während bei der zweiten Variante dachhohe Stuhlstreben die tragenden Gerüsthölzer bilden.
Die Begründung für diesen Konstruktionswechsel liegt in der Ausführung der Asamkuppel.
Die liegenden verzapften Querbinder sind südlich der Asamkuppel ausgeführt. Sie gründen auf einer abgeschrägten Schwelle, welche den durchlaufenden Dachbalken aufgekämmt ist. Den Schwellen sind die unter der Dachschräge aufsteigenden Stuhlstreben aufgezapft, wobei letztere kopfzonig die Stuhlrähme tragen. Ein den Stuhlrähmen aufgekämmter Kehlbalken und ein darunter verlaufender Spannriegel, kombiniert mit zwei Kopfstreben steifen den Querbinder aus. Auf dem Spannriegel lagert ein Längsunterzug zur Unterstützung der Zwischenkehlbalken.

Die einstöckig abgezimmerten, die gesamte Dachhöhe einnehmenden Querbindern sind über der Asamkuppel ausgeführt. Im Gegensatz zu den benachbarten Querbindern reichen die den Schwellen aufgezapften Stuhlstreben in einer Länge bis zum Dachfirst, so dass es sich bei den Stuhlrähmen um keine durchlaufenden, sondern um kurze, den Stuhlstreben eingezapfte Hölzer handelt. Infolge des fehlenden Dachbalkens mussten die in den Fußpunkten wirkenden Schubkräfte intern ausgeglichen werden. Dazu sind zwei sich überkreuzende Zugbänder verbaut. Sie sind den Querbinderhölzern beidseitig aufgelegt und mit Eisenbolzen verklammert.

In der Gesamtheit der Traggerüste sind die abgesprengten Querbinder mit weiteren abgesprengten, in diesem Fall geneigten Traggerüsten kombiniert. Letztere befinden sich unter den Dachschrägen und durchziehen nahezu das gesamte Dachwerk. Neben der zusätzlichen Unterstützung der Rähmhölzer übernehmen sie vorrangig die Winkelsicherung des Dachwerkes. Dazu sind zwischen den Stuhlstreben zwei Riegelfolgen, sowie mehrheitlich zwei, sich überkreuzende Streben verbaut.
Sowohl die Riegel als auch die Streben sind durch das römische Zahlensystem gekennzeichnet. Beginnend im Norden endet die steigende Folge am Querbinder 6, um danach mit einem neuen Aufbau markiert zu werden. Dieser Befund verstärkt die schon bei der Gespärreanalyse formulierte Vermutung, dass es sich bei der südlichen Vollwalmausbildung um eine eigenständige Abbundeinheit handelt.

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