Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 176353835016  /  Datum: 19.06.2026
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Jos-Weiß-Straße
Hausnummer: 21
Postleitzahl: 72764
Stadt-Teilort: Reutlingen

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Reutlingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8415061015
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das nur wenige Meter östlich des Eisturms, einem Geschützturm der Zwingeranlage, an der Südostflanke der Stadt errichtete Gebäude Jos-Weiß-Straße 21 gehört zu den ältesten Exemplaren der sogenannten "Grabenhäuser". Diese wurden im Zwingerbereich zwischen der im Laufe des 13. Jahrhunderts errichteten Stadtmauer und der vermutlich nach 1519 hinzugefügten Zwingermauer angelegt.


1. Bauphase:
(1304)
Ältester Bestandteil des Hauses bildet die 1304 im Bereich des Mühltörles erstmals urkundlich genannte, annähernd Nord-Süd verlaufende Stadtmauer. Die an dieser Stelle ca 1,8 m (OG) starke Wehrmauer ist bis zur Höhe des Laufwegs des Wehrgangs erhalten.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

2. Bauphase:
(1730)
Erneuerung des Wehrgangs um 1730
Der in seinen hölzernen Bestandteilen noch teilweise bestehende Wehrgang besitzt keinerlei bauliche Verbindung zum Gefüge des von außen her gegen die Stadtmauer errichteten Wohngebäudes. Das nur noch in Form von einigen Dachbalken erhaltene, ansonsten aber im 20. Jh. erneuerte Sparrendach des Wehrgangs lagert nordwestlich auf einem einfach ausgeneggelten Bund.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht südwestliche Traufseite / Wohnhaus in 72764 Reutlingen (2012 - Tilmann Marstaller)
Abbildungsnachweis
Ansicht der westlichen Traufseite (links im Bild) und der östlichen Traufseite (rechts im Bild) / Wohnhaus in 72764 Reutlingen (2012 - Tilmann Marstaller)
Abbildungsnachweis
Ansicht Ostfassade, Eingang / Wohnhaus in 72764 Reutlingen (2012 - Tilmann Marstaller)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Begutachtung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Nur wenige Meter östlich des Eisturms, einem Geschützturm der Zwingeranlage, an der Südostflanke der Stadt gelegen.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das Gebäude nutzte die Stadtmauer zunächst lediglich als stabile Rückwand, gegen die sowohl Unterbau und Dachwerk gesetzt wurden. Da zur Errichtungszeit des Hauses die Brustwehr der Stadtmauer noch überwiegend vorhanden war, ist davon auszugehen, dass der Wehrgangsbereich der Stadtmauer zunächst überhaupt nicht oder nur teilweise genutzt wurde.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Die Größe und räumliche Gliederung des Hauses lässt erahnen, dass es um ein Gebäude der sozialen Unterschicht gehandelt hat.
Allerdings weist das allem Anschein nach ungeteilte Erdgeschoss auf handwerkliche Tätigkeiten hin, sodass - ohne dies gänzlich auszuschließen - nicht zwingend von einem Taglöhnerhaus ausgegangen werden muss. Dennoch zeigen die zumindest teilweise offene Rauchführung und die wenigen Wohnräume an, das das Gebäude nicht nur einen niedrigen, sondern auch äußerst rückständigen Wohnkomfort bot. Die späteren Umbauten haben daran nur wenig geändert.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Wohl um die Mitte des 19. Jarhrhunderts wurde das Gebäude grundlegend saniert und die Fassade modernisiert.
Seitdem ist außer dem provisorisch anmutenden, teils waaghalsigen Umgang mit der zum Raumgewinn teilweise unterhöhlten Stadtmauer und den Strom- und Wasseranschluss im 20. Jh. nichts wesentliches mehr verändert worden.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Pultdach
  • Holzgerüstbau
    • allgemein
Konstruktion/Material:
Das Holzgerüst des Hauses wurde über einem baulich überwiegend Bezug nehmenden, flach mit eichenen Balken überdeckten Keller errichtet. Die Bruchsteinwände des Kellers waren gegen das schräg nach unten vorspringende Fundament der Stadtmauer gesetzt.
Das zweigeschossige Holzgerüst des Unterbaus ist an den beiden Schmalseiten noch umfassend, wenn nicht gar beinahe ungestört erhalten. Hier zeigt sich ein für das 17. und 18. Jahrhundert typischer Gerüstaufbau mit stockwerkweise abgezimmerten Gerüstebenen und einfach verriegelten, mit Feldstreben ausgesteiften Fachwerkwänden.
Bei dem Dachwerk handelt es sich um ein zweigeschossiges Pultdach, dessen Sparren und Kehlbalken von stehenden Stühlen unterstützt werden. Im 1. DG handelt es sich um ein einzonig, einschiffig konzipiertes Stuhlgerüst, dessen Längsbünde folglich nur in den Außenwänden konstruktiv mit einander verbunden und in Querrichtung ausgesteift sind. Das bedeutet zugleich, dass sowohl das 1. DG räumlich ungeteilt war. Im 2. DG findet sich analog zu Dachfirstständergerüsten ein stehender Längsbund unter der Firstachse, dessen Rähm das obere Auflager der Sparren bildet. Die beiden Stuhlgerüste sind durch Anlage eines jeweils mittig platzierten, mit Kopfstreben ausgesteiften Zwischenständers in zwei gleich breite Gerüstabschnitte gegliedert und übernehmen folglich auch nicht die Querteilung des OGs.

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