Hohes Haus (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Wohnhaus

ID: 185431608313  /  Datum: 21.12.2015
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Hauptstraße
Hausnummer: 93
Postleitzahl: 79576
Stadt-Teilort: Weil am Rhein

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Lörrach (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8336091005
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 47,5932° nördliche Breite, 7,6335° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Ältester zu vermutender Bauteil ist die Südzone, wobei die bauliche Einheit mit der mittigen Zone spätestens in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts vollzogen ist.
Offenbar als Wohnteil eines größeren, landwirtschaftlich genutzten Komplexes erbaut, befanden sich die zugehörigen Wirtschaftsteile im Westen, getrennt durch die heutige Nord-Süd-Wand.
Als eine eigene Baueinheit stellt sich die Südzone mit der Stube dar. Hinsichtlich ihrer Funktion liegen keine eindeutigen Befunde vor. Doch lässt die zum Kernbestand losgelöste Lage, wie auch die externe Erschließung der Stube eine öffentliche Nutzung als Verwaltungs- oder Vogtsstube vermuten.
Spätestens in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts war der erhaltene Massivbestand mit einem gemeinsamen Dach vereint.
Im Verlaufe des 18. / 19. Jahrhunderts erfolgte die Abtrennung der Wirtschaftsteile und im 20. Jahrhundert die Modernisierung des steinernen Unterbaus und die Erneuerung des Daches.

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Wohnhaus in 79576 Weil am Rhein (30.11.2014 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
Wohnhaus in 79576 Weil am Rhein (30.11.2014 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
Wohnhaus in 79576 Weil am Rhein (01.12.2014 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
Wohnhaus in 79576 Weil am Rhein (01.12.2014 - Burghard Lohrum)
Wohnhaus in 79576 Weil am Rhein (30.11.2014)
Abbildungsnachweis
Wohnhaus in 79576 Weil am Rhein (30.11.2014 - Burghard Lohrum)
Abbildungsnachweis
Wohnhaus in 79576 Weil am Rhein (30.11.2014 - Burghard Lohrum)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzdokumentation
  • Statische Beurteilung Decke und Energetische Sanierung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Stadt
Bauwerkstyp:
  • Wohnbauten
    • Wohnhaus
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Das untersuchte Gebäude steht mit seiner relativ kurzen Firstlänge und der später verlängerten Nordtraufe traufständig zur Hauptstraße und begrenzt mit seinem breit gelagerten Giebel den von der Straße rechtwinklig erreichbaren Hofraum. Über den Ostgiebel ist dann auch der zweigeschossige Massivbau erschlossen.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Der untersuchte Bau gliedert sich quer zum First in drei Zonen. In Firstrichtung ist das Gebäude lediglich eine Zone „lang“.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
keine Angaben
Konstruktion/Material:
Die südliche Zone

Beginnend im Süden ist diese Zone über die gesamte Grundrissfläche unterkellert, wobei das wohl bauzeitliche Kellergebälk noch unter der angetroffenen Deckenverkleidung erhalten ist. In West-Ost- Richtung verlegt, bilden bzw. bildeten ehemals Streichbalken tragende Werksteinkonsolen dessen beidseitige Auflager (?).
Zwei Kellerschächte in der Nordwand lassen im Erdgeschoss eine vorgelagerte Freifläche vermuten. Eine alte Laibung, verbunden mit einem in Resten vorhandenen Eichensturz deuten in der Südwand die ehemalige Kellererschließung von außen an. Eine weitere, wohl interne Erschließung kann im Bereich einer zwischenzeitlich vermauerten Nische in der Nordwand vermutet werden.
Befunde, die eine gesicherte Datierung erlauben, liegen nicht vor. Die Konsolen, die Wandstärke der Ostwand, aber auch die in Ziegel gesetzte Nische erlauben eine mittelalterliche Zuordnung.
Erd- und Obergeschoss zeigen im angetroffenen Zustand keine bauhistorisch relevanten Befunde.
Bauliche Beobachtungen waren erst wieder im Dach möglich. Danach gibt sich das vorhandene Fenster in der Ostwand als späterer Ausbruch zu erkennen. Die West-, wie auch die Ostwand sind in Richtung Süden als bauliche Einheiten zu werten.


Die mittige Zone

Bis auf den Befund, dass sich die Mauerstärke der Ostwand, im Vergleich zur Ostwand der Südzone deutlich verringert, konnten sowohl im Erd- wie auch im Obergeschoss keine baugeschichtlichen Befunde erkannt werden.
Anders im Dachbereich, hier sind die Südzone und die mittige Zone als zusammenhängende Nutzungseinheit konzipiert. Unterteilt durch eine einfach verriegelte Fachwerkwand nimmt diese Einheit auch die vertikale Erschließung des gesamten Baukörpers auf.
Wie schon in der Südzone, so handelt es sich bei den beiden Giebelfenstern der Ostwand um spätere Ausbrüche. Auch die westliche Verbindung zu der im Dachraum von Haus Nr. 95 abgetrennten Erweiterung, ist das Ergebnis eines späteren, wohl erst im 20. Jahrhundert angelegten Durchbruches.
Am Ostgiebel lassen sich in Anlehnung an die modernen Kaminführungen ältere Rauchschlote nachweisen. Für deren Anlage wurden offenbar die vorhandenen Deckenbalken gekürzt und durch unterschiedliche Abstützungsmaßnahmen in ihrer Lage gesichert.
Von besonderer Bedeutung ist die Westwand. Über die Länge der südlichen und mittigen Zone bildet sie wohl eine bauliche Einheit. In diesem Zusammenhang ist auf die ehemaligen Belichtungsöffnungen im Spitzboden und auf den erhaltenen Rest einer eingemauerten Pfette hinzuweisen. Das Mauerwerk ist unverputzt und rauchschwarz.

Die Nordzone

Im Gegensatz zu den oben behandelten Zonen ist die Nordzone als eigenständiger Baukörper zu sehen. Nicht unterkellert, setzen sich die Stärken der Umfassungsmauern deutlich von denen der angrenzenden Wände ab.
Den absoluten Ausstattungsschwerpunkt des gesamten Baukomplexes bildet die über dem Erdgeschoss erhaltene Bretter-Balken-Decke. Sie ist Bestandteil eines ursprünglich in den Massivbau eingestellten Stubenkastens, dessen ehemalige Eckständer und Wandteile später entfernt wurden, aber durch die Anschlussbefunde am Deckenrähmkranz erschließbar sind.
Der in dieser Art aufwändig gestaltete Eckraum war mit hoher Sicherheit an der Nord-Ost-Ecke erschlossen, während eine weitere Erschließung unter Umständen innerhalb der Südwand vermutet werden kann.
Die bauliche Einheit der Nordzone ist auch im Dachbereich sichtbar. Hier haben sich neben dem ungestörten Eckverband der Südwestecke, auch die Giebelwände eines nach Norden abfallenden Pultdaches erhalten. Erkennbar sind sowohl die Negativabdrücke der Pultdachrofen, wie auch der Rest eines tief im Mauerwerk vermauerten Deckenbalkens über dem 1. Dachgeschoss. Das zugehörige, heute nicht mehr erhaltene Gebälk überlagerte im verbauten Zustand die Durchgangshöhe des heutigen Zuganges und lässt so eine andere, in diesem Fall ausschließlich interne Vertikalerschließung des Eckgebäudes vermuten.
Von besonderem Interesse ist auch die offen liegende Mauerwerksstruktur. Es handelt sich nahezu ausschließlich um ungestörtes Wackenmauerwerk und ist weitgehend unverputzt.

Die Nordzone wurde im Erdgeschoss zu einem späteren Zeitpunkt in Richtung Westen erweitert. Der umfassend verputzte Zustand erlaubt zum jetzigen Zeitpunkt keine nähere Einordnung.
Im Dachwerk wurde der ursprünglich zu Haus Nr. 95 gehörige Dachraum partiell abgetrennt.
Die Dachkonstruktion des Nachbargebäudes setzt sich hinter den jüngeren Backsteinwänden fort.

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