Haalstraße 5/7 (Schwäbisch Hall)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Schlossruine Menzingen

ID: 188039363819  /  Datum: 08.08.2025
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Untere Schloßstraße
Hausnummer: keine
Postleitzahl: 76703
Stadt-Teilort: Menzingen

Regierungsbezirk: Karlsruhe
Kreis: Karlsruhe (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8215097005
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 49,1440° nördliche Breite, 8,7708° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

keine

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Die früheste Erwähnung eines Schlosses in Menzingen datiert auf das Jahr 1359. Von dieser ersten Bauphase vor den Zerstörungen im Bauernkrieg um das Jahr 1525 sind gewisse Baufragmente im Bereich des Südflügels erhalten. Bei diesem ursprünglichen Burgschloss handelte es sich, soweit anhand der Fragmente nachvollziehbar, um einen L-förmigen, mindestens zweigeschossigen Bau anstelle des heutigen Südflügels.
Ab 1529 wurde das Wasserschloss laut einer früheren Inschrift am Treppenturm wiederaufgebaut. Die kürzere Seite des L-förmigen Baus im Westen wird aufgeben, um einen kompakten, länglichen Bau anstelle des heutigen Südflügels auszubilden. Die Südfassade gewann auch spätestens zu diesem Zeitpunkt ihren repräsentativen Character.
Überraschend kurz nach Vollendung des neuen Südflügels, vielleicht auch im unmittelbaren Anschluss, entschied sich die Familie von Mentzingen für den prachtvollen Ausbau ihres Wasserschlosses zu einem kastellartigen, dreiflügeligen Bauwerk mit Ecktürmen. Eine verlorene Inschrift im 3. Obergeschoss des Nordostturms datiert etwa die Vollendung des stattlichen Bauvorhabens um 1539.
Im 18. Jahrhundert wurde das 2. Obergeschoss überarbeitet. Um das Jahr 1770 wurde die steinerne Schlossbrücke erneuert. Die Plansätze aus dem Ende des 19. Jh. und Anfang des 20. Jh. zeigen eine gewisse Bautätigkeit am Menzinger Wasserschloss. Die Dachwerke wurden erneuert, die Innenräume neu aufgeteilt und modernisiert.


1. Bauphase:
(1359)
Das L-förmige, turmlose Wasserschloss mit geräumigem umfriedetem Innenhof
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss

2. Bauphase:
(1529 - 1532)
Das kompakte Wasserschloss mit zwei Ecktürmen und Gurtgesims
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein

3. Bauphase:
(1532 - 1539)
Das dreiflügelige, kastellartige Wasserschloss mit vier Ecktürmen
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein

4. Bauphase:
(1699 - 1911)
Kleinere Umbaumaßnahmen 2. Obergeschoss und Erneuerung der Schlossbrücke
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Dachgeschoss(e)
  • Anbau
  • Ausstattung
Lagedetail:
  • Schlossanlage
    • allgemein

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ruine des Wasserschlosses Menzingen, Blick auf die Südfassade. / Schlossruine Menzingen in 76703  Menzingen (09.02.2023 - KB-BM)
Abbildungsnachweis
Ruine des Wasserschlosses Menzingen / Schlossruine Menzingen in 76703  Menzingen (09.02.2023 - Drohnenbefliegung: KB-BM)
Abbildungsnachweis
Das Hauptportal mit Wappen, Blick von der Steinbrücke nach Norden. / Schlossruine Menzingen in 76703  Menzingen (10.02.2023 - KB-BM)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorisches Gutachten

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Gemeinde Menzingen liegt im Herzen des Kraichgaus, etwa 4 km nordöstlich des namengebenden Kraichtals. Der Stammsitz der Familie von Mentzingen mit Burg und zugehörigem Dorf entwickelten sich seit dem Mittelalter in einer Nord-Süd gerichteten Talmulde. Das auf etwa 181 m ü. NHN gelegene Wasserschloss schließt die Gemeinde im Norden ab. Eine Umleitung des Dorfbachs bildet den Wassergraben, in dem eine künstliche Insel errichtet wurde.
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Randlage
Bauwerkstyp:
  • Residenz- und Hofhaltungsbauten
    • Schloss
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Vor der Zerstörung 1945:
Anhand von historischen Plänen und Aufnahmen lässt sich der Bestand der intakten Anlage vor der Zerstörung 1945 weitgehend erschließen.
Es handelte sich um eine eher regelmäßige dreiflügelige Anlage mit vier runden Ecktürmen. Süd-, West- und Nordflügel rahmen einen Innenhof ein, der durch eine niedrige Gartenmauer im Osten abgeschlossen wird. Der Zugang zum Hof erfolgt über eine Durchfahrt in der Mitte des Südflügels. Zwei Treppentürme in der südlichen Mitte und in der nordwestlichen Ecke des Innenhofs ermöglichten einst den Zugang zu den oberen Geschossen. Laubengänge, durch massive Eichenständer getragen, begleiteten die Fassaden des Innenhofs vom südlichen Treppenturm bis zum östlichen Abschluss des Nordflügels.

Nach der Zerstörung 1945:
Das Kellergeschoss ist bis auf den südlichen Bereich des westlichen Kellergewölbes vollständig verschüttet. Im Erdgeschoss lassen sich die Konturen nahezu aller Außenmauern erfassen, bis auf den nördlichen Bereich des Westflügels sowie Teile des Nordflügels, die im Ganzen abgängig sind. Im ersten Obergeschoss verblieben in erster Linie die südliche Fassade und die südliche Hälfte der Westfassade. Die nordöstliche Ecke des Südflügels ist als „Mauernadel“ noch vorhanden, ebenso blieben einige dekontextualisierte Mauersegmente im östlichen Bereich des Nordflügels. Vom zweiten Obergeschoss zeugen nur noch wenige Mauerzüge: Teile der Südfassade, der Westfassade im Süden sowie als einziges das zweite Turmobergeschoss im Nordosten.
Schlossinsel und teils auch Binnenraum der Ruine sind dicht bewachsen. In unmittelbarer Nähe des Südostturmes erhebt sich eine mächtige Weide mit einem Stammdurchmesser von etwa 120 cm.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Ehem. dreigeschossiger Bau, teilweise Holzgerüstbau (verputztes Fachwerk) im 2. OG. Ehem. Wohnnutzung im Südflügel, Repräsentationsräume im Westflügel, Schlossökonomie im Norden. Unterkellerung nur West- und Nordflügel.
Ursprünglich einzonige Anlage in allen drei Flügeln, Erschließung über vorgesetzte Arkadenzone im Hof. Später Veränderung der Grundrisse im 1. und 2. OG mit Untergliederung durch Zwischenwände.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Seit 1945 Ruine, stark fragmentierter Zustand. Ruine auf Schlossinsel stark überwachsen.
Bestand/Ausstattung:
Aufwändige steinerne Fenstergewände z.T. erhalten, Wappen über dem Hauptportal, im EG Nordostturm (ehem. Kerker) zahlreiche Ritzungen der Insassen.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
    • hammerrechtes Schichtenmauerwerk
Konstruktion/Material:
Verschiedene Mauerverbandarten konnten i.W. nur an der südlichen Hauptfassade und an den nördlichen Türme dokumentiert werden.
- Mauerwerkstyp 1: Regelmäßiges Schichtenmauerwerk mit wenigen Zwicksteinen und vergleichsmäßig dünnen Fugen, Schichtenhöhe etwa 35 cm.
- Mauerwerkstyp 2: Stattliche Sandsteinquader im Sockelbereich beider nördlichen Türme (bis zu etwa 3 m Höhe), regelmäßig geschichtet. Es handelt sich vielleicht um Spuren einer ehemaligen Hofmauer vor dem 16. Jh.
- Mauerwerkstyp 3: Bruchsteinmauerwerk, eher regelmäßig bis unregelmäßig geschichtet, stark variierende Steinformate, 1-2 cm breite Fugen. Sehr hoher Anteil an Zwicksteinen.
- Mauerwerkstyp 4: Unregelmäßiges Schichtenmauerwerk, eher einheitliche Steinformate (25-50 cm), Schichthöhe etwa 30 cm, keine Zwicksteine.
- Mauerwerkstyp 5: Hammergerechtes Schichtenmauerwerk, Schichthöhe ca. 15 cm, Nutzung von Ziegeln als Zwicksteine. Es handelt sich um die barocke Aufstockung bzw. Versteinerung des 2. Obergeschosses, in Teilen an der Südfassade erhalten.
- Mauerwerkstyp 6: Bruchsteinmauerwerk, eher regelmäßig geschichtet und kleinteilig, mit Abwechslung zwischen Schichten mit regelmäßig behauenen Steinen und Zwicksteinen, hoher Mörtelanteil. Die Verbandart lässt sich an der hofseitigen Außenmauer des Westflügels beobachten.

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