Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Doppelscheune und kleine Scheune (abgegangen)

ID: 156280883713  /  Datum: 14.05.2026
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Dorfstraße
Hausnummer: 14/1
Postleitzahl: 72827
Stadt-Teilort: Wannweil

Regierungsbezirk: Tübingen
Kreis: Reutlingen (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8415080001
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
1. Gebäudeteil: Stiegenhaus, Dorfstraße 14

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
keine Angabe

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Stiegenhaus, Dorfstraße 14 (72827 Wannweil)
Johanneskirche (72827 Wannweil, Kirchgasse 5)

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Das untersuchte Scheunengebäude stellt in seiner schon zur Erbauungszeit um 1727 angelegten Funktion als Doppelscheune mit vier Querzonen und zwei Tennen eine Besonderheit dar. In dieser Zeit, in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, liegen meist nur dreizonige Scheunen mit mittiger Tenne vor. Zusammen mit dem Stiegenhaus von 1566, dem ältesten Gebäude des Gehöftes, das ebenfalls von Anfang an als Doppelwohnhaus gedient hat, ist hier ein baugeschichtlich wie auch sozialgeschichtlich interessantes Hofensemble erhalten geblieben. Es veranschaulicht in exemplarischer Weise die in Württemberg praktizierte Realteilung, die in der Region wahrscheinlich nur noch bei wenigen bäuerlichen Anwesen in dieser Vollständigkeit zu beobachten ist.


1. Bauphase:
(1727)
Die zweite dendrochronologische Untersuchung des Gebäudes ergab zum Alter der Doppelscheune keine eindeutigeren Ergebnisse.
Die Erdgeschoss-Schwelle auf der südwestlichen Traufseite konnte als einzige von 3 Proben
datiert werden. Sie weist ein Fälljahr im Sommer 1727 auf, dass jedoch auch aufgrund einer
sehr geringen Anzahl von 19 Jahresringen unter Vorbehalt gesehen werden muss. Die 2003 einzig datierte Probe D2 des eindeutig im Ursprungsgefuge verbauten Binderbalkens im 4. Bindergespärre ergab ein Fälldatum im Winter 1726/27.
Zusammen mit der Probe D16 der Nachbohrung 2006 (Erdgeschoss-Schwelle, südwestliche Traufseite), die ein zwar unter Vorbehalt jedoch übereinstimmendes Fälljahr im Sommer 1727 aufweist, kann somit mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass es sich bei den Datierungen um die Erbauungszeit der Doppelscheune handelt. Die Ausformung des Fachwerkgefüges könnte durchaus in eine Bauzeit um 1727 oder etwas später passen.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune

2. Bauphase:
(1791)
Bei der zweiten dendrochronologischen Untersuchung wurden zwei Bohrkerne entnommen, die beide datiert werden konnten. Das Wandrähm auf der nordöstlichen Giebelseite weist ein Fälljahr im Sommer 1791 auf. Der Baum für den Längsunterzug wurde im Winter 1789/90 gefällt. So ist bei der kleinen Scheune von einer Entstehungszeit auszugehen, die sich möglicherweise noch im Sommer/ Herbst 1791 oder kurze Zeit später ereignete.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1821)
In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte dann eine allgemeine große Umbauphase, in der weite Teile der bauzeitlichen Scheune, vor allem im Dachwerk, ersetzt wurden. Die Datierung eines Rofens ergab eine Sommerfällung im Jahre 1821.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Ansicht Wohnhaus und Scheune (rechts) / Doppelscheune und kleine Scheune (abgegangen) in 72827 Wannweil (2003 - Marstaller Tillmann)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Kurzuntersuchung

Beschreibung

Umgebung, Lage:
keine Angaben
Lagedetail:
  • Siedlung
    • Dorf
Bauwerkstyp:
  • Ländl./ landwirtschaftl. Bauten/ städtische Nebengeb.
    • Scheune
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Bei den untersuchten Gebäuden handelt es sich um eine zum Wohngebäude Nr. 14 (Stiegenhaus) gehörige Doppelscheune mit zweigeschossigem Satteldach, die traufständig zur Dorfstraße steht. Der Unterbau ist ein eingeschossiger Fachwerkbau über zweischiffig- vierzonigem Grundriss. Auf der rückwärtigen, südwestlichen Traufseite stößt im östlichen Eckbereich ein kleiner, giebelständiger und eingeschossiger Scheunenbau mit einem zweigeschossigen Satteldach an. Er ist zweischiffig und einzonig gegliedert. In der östliche Hälfte befindet sich ein Gewölbekeller, der mit seiner Gewölbeschale und Kellerhals weit in das Erdgeschoss hineinragt. Im westlichen Eckbereich wurde die Doppelscheune um einen zweigeschossigen Querbau mit Satteldach erweitert.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Das Innere der Doppelscheune zeigt eine vierzonige Unterteilung mit zwei getrennten Besitzhälften, die jeweils mit einer Tenne und einem Heubam ausgestattet sind. Die Tennen werden auf der nordöstlichen Traufseite über zweiflügelige, die gesamte Zonenbreite einnehmende Tore erschlossen. Die zweite Querzone beherbergt einen modernen Garageneinbau. In der vierten Querzone erstreckt sich ein etwa 5,60 m langer Gewölbekeller mit einer über das Bodenniveau des Erdgeschosses hinaufragenden Gewölbeschale.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
Konstruktion/Material:
Doppelscheune
Bei der Dachkonstruktion handelt es sich um ein Pfettendachwerk mit Bindergespärren in den Querachsen QA 1-3 und 5 und dazwischen liegenden Leerrofengebinden. Die Bindergespärre sind im 1. Dachgeschoss mit einem dreifach-stehenden Stuhl ausgestattet. Die Aussteifung erfolgt in Längs- und Querrichtung durch verzapfte Kopfbänder, die allerdings größtenteils in späterer Zeit erneuert wurden. Bei den Stuhlständern von QA-4 sowie bei den Stuhlständern E#2 und E#4 wurde auf eine Aussteifung verzichtet.

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