Domturm (Rottenburg)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Innenzwinger Hohenrechberg

ID: 159267884617  /  Datum: 19.05.2026
Datenbestand: Bauforschung und Restaurierung
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Objektdaten

Straße: Schlossberg
Hausnummer: 1
Postleitzahl: 73529
Stadt-Teilort: Schwäbisch Gmünd - Rechberg

Regierungsbezirk: Stuttgart
Kreis: Ostalbkreis (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8136065024
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
1. Gebäudeteil: Hohenrechberg, Burgruine

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
keine Angabe

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Außenzwinger Hohenrechberg (73529, Schlossberg 1)
Hohenrechberg, Burgruine (73529 Schwäbisch Gmünd - Rechberg, Schlossberg 1)

Bauphasen

1. Bauphase:
(1250 - 1300)
Bauphase spätes 13. Jahrhundert
An die Kernburg wurde erkennbar nachträglich die Innenzwingermauer angebaut. Die Mauer besteht aus Buckelquadern mit ursprünglich präzise gearbeiteten Fugen. Die Buckel sind außenseitig eher grob gearbeitet, die innenseitigen Buckel sind dagegen sorgfältiger gearbeitet. Der Innenzwinger endet östlich mit dem rundbogigen Innenzwingertor, an dem noch seitliche Nuten und eine Fuge im Sturz der Tornische als Hinweise auf eine ursprüngliche Falltür oder Fallgitter zu beobachten sind. Die Buckelquadermauer setzte sich nördlich des Zwingertors nach Nordosten hin fort und knickte dann etwa parallel zur Ostmauer der Kernburg Richtung Norden ab.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Buckelquader

2. Bauphase:
(1300 - 1399)
Bauphase 14. Jahrhundert
Die folgenden Bauphasen sind zeitlich nicht präzise zu fassen. Sie sind daher eher als relative Chronologie zu verstehen.
Die früheste erkennbare Erweiterung der Zwingermauer ist die Aufstockung der Mauer über dem Zwingertor mit einer Brustwehr. Dabei wurde auch die Mauerkrone der Zwingermauer außen erneuert. An der Innenseite der Zwingermauer wurden in der oberen Wandhälfte Treppenstufen eingebaut, über die die Brustwehr über dem Zwingertor erreicht werden konnte. Oberhalb der Treppenstufen wurde die Innenschale der Wand mit lagigem Bruchsteinmauerwerk neu aufgemauert. In die untere Hälfte der Innenwand wurden keine Treppenstufen eingefügt. Vermutlich war hier nur eine mobile Holztreppe angelehnt.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Bauwerkstyp:
  • Befestigungs- und Verteidigungsanlagen
    • Burg, allgemein

3. Bauphase:
(1400)
Bauphase um 1400
Zwei Erweiterungen des Innenzwingers sind ins späte 14. oder frühe 15. Jahrhundert zu vermuten:
Zum einen ist dies der Anbau einer halbrunden Bastion südlich an die Zwingermauer, nämlich dem Unterbau des späteren Maschikuliturms. Zum anderen ist dies der Bau des Torhauses östlich im Anschluss an das Innenzwingertor. Beide Baukörper sind gekennzeichnet durch eher lagiges Bruchsteinmauerwerk aus Jurakalk sowie darin eingebunden Steigbügelscharten aus Sandsteinquadern. Diese Merkmale teilen sie übrigens auch mit der Torscheune im Vorburgbereich, die aber nicht Teil dieser Untersuchung war. Mit dem Bau des Torhauses war eine starke Abtiefung des Inneren Halsgrabens und der Bau einer Brücke mit Zugbrückenteil von der Vorburg in die Kernburg verbunden. Die äußere östliche Zwingermauer der Bauphase spätes 13. Jahrhundert war aber von dieser Abtiefung und der damit verbundenen Versteilung des Geländes noch nicht betroffen. Das Torhaus hatte in dieser Bauphase noch kein Obergeschoss. Die Südwand des Torhauses war zudem noch erheblich schmaler.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Burganlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigungs- und Verteidigungsanlagen
    • Torhaus
    • Turm

4. Bauphase:
(1438 - 1439)
Bauphase 1438/39 (d)
In dieser Bauphase erhielt das Torhaus eine Aufstockung mit Brustwehr und hölzernem Wehrgang sowie einer Wachstube im nordöstlichen Bereich. Die Brustwehr wurde durch einen mehrlagigen Ausbruch mit der Brustwehr des Innenzwingers verzahnt. Zudem wurde der neue Wehrgang des Torhauses mit dem Wehrgang des Innenzwingers durch eine Türöffnung in der Brustwehr des Innenzwingertors verbunden. Für den Wehrgang musste die schmale Südwand im EG durch eine innenseitige Vormauerung verstärkt werden. Zudem wurden die beiden bisherigen einfachen Zugbrücken am Torhaus durch Schwingrutenzugbrücken ersetzt.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Burganlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigungs- und Verteidigungsanlagen
    • Torhaus

5. Bauphase:
(1440 - 1499)
Bauphase spätes 15. Jahrhundert
In dieser Bauphase, die sich zeitlich nur vage eingrenzen lässt wurde die bereits vorhandene Bastion an der südlichen Innenzwingermauer sowie östlich anschließend ein etwa 4 Meter langer und westlich ein mindestens zwei Meter langer Teil der Brustwehr der Innenzwingermauer mit weit auskragenden Maschikulis versehen. Diese halbrunde Bastion wird heute allgemein als Maschikuliturm bezeichnet. Am „Turm“ sind die Maschikulis aus vier übereinander liegenden Werksteinkonsolen und obiger Abdeckplatte mit rechteckigem Loch noch vollständig erhalten. Westlich des Turms sind noch zwei Konsolen vollständig erhalten. Östlich des Turms sind von ehemals vier Konsolen jeweils nur noch die unterste Konsolenlage erhalten, die darüber liegenden Konsolen sind wandbündig abgearbeitet. Die Abdeckplatten der erhaltenen Maschikulis sind jeweils schräg zum rechteckigen Loch hin gearbeitet. Dies zeigt, dass die Löcher eher nicht zum Abwurf von Steinen gedacht waren. Vielmehr sollten sie eine möglichst umfassende Beschießung des Mauerfußes von oben ermöglichen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Obergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Burganlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigungs- und Verteidigungsanlagen
    • Turm

6. Bauphase:
(1500 - 1599)
Bauphase 16. Jahrhundert
Auch diese Bauphase ist eher als relative Chronologie zu verstehen. Gesichert ist nur, dass die hier beschriebenen Bauschritte in der ältesten erhaltenen Abbildung der Burg von 1643 bereits ablesbar sind.
Vorrangig fällt in diese Bauphase die Anlage des Äußeren Zwingers. Der Äußere Zwinger wurde durch eine umfangreiche Abgrabung und Versteilung des Felssporns unter der Kernburg angelegt. Er wurde mit einer umlaufenden Zwingermauer mit Brustwehr und zahlreichen Türmen versehen.
Nach der Anlage des Äußeren Zwingers wurde die Westhälfte der südlichen Innenzwingermauer abgebrochen und durch eine neue Innenzwingermauer ersetzt. Diese neue Innenzwingermauer schloss nun nicht mehr an die Kernburgmauer an, sondern führte mit etwa 1-3m Abstand westlich und nördlich um die Kernburg herum. Diese Mauer hatte am Mauerfuß eine Toröffnung, die heute nur noch im Ansatz zu erkennen ist. Vermutlich diente die Tür nur dazu, den nicht versteilten Geländebereich oberhalb des Äußeren Zwingers begehen und pflegen zu können.
An der verbliebenen Osthälfte der Innenzwingermauer wurden die Maschikulis wieder entfernt und durch eine mauerbündige Brustwehr ersetzt.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Burganlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigungs- und Verteidigungsanlagen
    • Turm
    • Wehrmauer

7. Bauphase:
(1896 - 1999)
Bauphase 20. Jahrhundert
Diese Bauphase fasst alle früheren Sicherungsmaßnahmen der Burgruine nach dem Brand der Kernburg 1865 zusammen. Tatsächlich sind bereits Sicherungsmaßnahmen 1896 bekannt. Mangels ausreichender Unterscheidbarkeit und fehlender Dokumentation wurden dies Maßnahmen einer „erweiterten“ Bauphase 20. Jahrhundert zugeschlagen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)
Lagedetail:
  • Burganlage
    • allgemein

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Orthobildplan Innenzwingermauer, Außenseite / Innenzwinger Hohenrechberg in 73529 Schwäbisch Gmünd - Rechberg, Hohenrechberg (April 2023 - Michael Hermann)
Abbildungsnachweis
Orthobildplan Innenzwingermauer, Innenseite / Innenzwinger Hohenrechberg in 73529 Schwäbisch Gmünd - Rechberg, Hohenrechberg (April 2023 - Michael Hermann)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauhistorische Untersuchung und Orthobildpläne

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Innere Zwingermauer zog sich von der Südostecke südlich des Kernburgtores etwa parallel zur Südmauer der Kernburg bis zur Südostecke der Kernburg und endete dort mit dem Innenzwingertor. Von dieser Inneren Zwingermauer ist die östliche Hälfte weitgehend erhalten. Im Bereich des nachträglich angebauten Maschikuliturms ist die Innere Zwingermauer unterbrochen. Die westliche Hälfte der Inneren Zwingermauer ist durch eine jüngere Zwingermauer ersetzt, die nicht mehr an die Kernburg anschließt, sondern mit Abstand um die Kernburg herum weiter führt. Diese jüngere westliche Innenzwingermauer war nicht Gegenstand der aktuellen Untersuchung.
Nördlich am Innenzwingertor schließt eine zeitgleich zu datierende Außenzwingermauer an, die zuerst in nordöstliche Richtung verlief und dann nach Norden abknickte. Diese Äußere Zwinger ist noch im direkten Anschluss an das Innenzwingertor sowie in der Nordwand des Torhauses und nochmals nördlich des Nordturms im Außenbereich vor der äußeren Zwingermauer zu beobachten.
Lagedetail:
keine Angaben
Bauwerkstyp:
  • Befestigungs- und Verteidigungsanlagen
    • Burg, allgemein
    • Wehrmauer
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Die Innenzwingermauer ist in der unteren Wandhälfte weitgehend in der Substanz des späten 13. Jahrhunderts als Buckelquadermauerwerk erhalten, wobei auf der Innenseite der Mauer die Buckel der Quader überwiegend nachträglich plan gearbeitet sind. Die Brustwehr und der Anschlussbereich zum Maschikuliturm sind nachträglich aus unlagigem Bruchsteinmauerwerk ergänzt.
Entlang der Nordseite der Innenzwingermauer befindet sich ein historischer gedeckter Kanal, der das Regenwasser im Innenzwinger sammelte und im Bereich des Innnenzwingertors durch die Innenzwingerwand hindurch ableitete. Der Kanal besteht aus seitlichem Trockenmauerwerk und hat eine Abdeckung aus weitgehend unbearbeiteten flachen Bruchsteinen, die mit Abstand verlegt sind. Die Kanalsohle besteht aus einem Lehmschlag, der mit grobem Schotter durchmischt ist.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
keine Angaben
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Buckelquader
Konstruktion/Material:
keine Angaben

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