Bandhaus (Schloß Presteneck)

Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Ehem. Konvent, Südflügel - Stammhaus

ID: 202271795713  /  Datum: 30.10.2023
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: Klosterplatz
Hausnummer: 3
Postleitzahl: 78337
Stadt-Teilort: Öhningen

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Konstanz (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8335061020
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
keine Angabe

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
1. Beinhaltet Bauteil: Ehem. Konvent, Südflügel - Pfarrhaus

Umbauzuordnung

keine

Weitere Objekte an diesem Wohnplatz

Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Phase 0: Archäologisch nachgewiesene frühe Bauten des 11./12. Jh. östlich des Probsteiflügels (Jenisch, Laschinger, Hald 2023, S. 57.)
Phase 1 - Mitte des 12. Jh. Erster Bau im Bereich des Pfarrhauses (P-I) als Teil einer größeren Anlage.
Phase 2 - 2. Hälfte 13. Jh. (?): Errichtung des Stammhauses (S-I).
Phase 3 - 13./14. Jh. (?): Errichtung des zweiten Pfarrhausbaus (P-II).
Phase 4 - 15. Jh. (?): Umbau und Aufstockung des Pfarrhauses; der dritten Pfarrhausbau (P-III) entsteht.
Phase 5 - Um 1500: Das Stammhaus wird aufgestockt (S-II).
Phase 6 - 1684 (d): Neubau des Pfarrhauses (P-IV).
Phase 7 - 18. Jh.: Umbauten und barocke Ausstattung in beiden Gebäudeteilen.
Phase 8 - 19. Jh.: Auflösung des Stiftes. Herrichtung für Neunutzungen. Wohnungen im Pfarrhaus.
Phase 9 - 20. Jh.: Umbauten und Modernisierungen.


1. Bauphase:
(1000 - 1100)
Phase 0:
Archäologisch nachgewiesene frühe Bauten des 11./12. Jh. östlich des Probsteiflügels (Jenisch, Laschinger, Hald 2023, S. 57.)
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Untergeschoss(e)

2. Bauphase:
(1150)
Phase 1 - Mitte des 12. Jh. Erster Bau im Bereich des Pfarrhauses (P-I) als Teil einer größeren Anlage. Reste der Südostecke dieses Bauwerks sind noch heute im Untergeschoss des Pfarrhauses erhalten.
Betroffene Gebäudeteile:
keine

3. Bauphase:
(1250 - 1300)
Phase 2 - 2. Hälfte 13. Jh. (?): Errichtung des Stammhauses (S-I) als wahrscheinlich dreigeschossiger Bau (Untergeschoss, Erdgeschoss, erstes Obergeschoss). Die Umfassungsmauern dieses Baus sind noch im heutigen Stammhausbau erhalten.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)

4. Bauphase:
(1300 - 1400)
Phase 3 - 13./14. Jh. (?): Errichtung des zweiten Pfarrhausbaus (P-II). Dafür Abbruch oder vorausgegangene Zerstörung des ersten Bauwerks an der Stelle des heutigen Pfarrhauses. Die Lage der heutigen Südfassade des Pfarrhauses geht auf diesen Bau zurück. Reste des Mauerwerks sind dort im Sockel erhalten. Die Rückwand des Arkadengangs des heutigen Pfarrhauses steht wahrscheinlich in der Achse der Nordwand dieses zweiten Pfarrhausbaus. Der Bau reichte noch nicht an das Stammhaus heran. Die Geschossigkeit ist unklar. Gesichert gab es ein verfülltes Untergeschoss und ein Erdgeschoss; ein Obergeschoss ist anzunehmen, aber nicht nachweisbar.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)

5. Bauphase:
(1400 - 1500)
Phase 4 - 15. Jh. (?): Umbau und Aufstockung des Pfarrhauses; der dritten Pfarrhausbau (P-III) entsteht. Dieser Bau verfügte über ein verfülltes Untergeschoss, ein Erd- und zwei Obergeschosse. Spätestens jetzt entsteht der Vorbau vor der Südfassade. Es ist aber auch denkbar, dass Teile dieses Vorbaus älter sind.
Mit dieser Phase rückte der Pfarrhausbau an den Ostgiebel des Stammhauses heran. Der Bau brachte auch Umbauten im Stammhaus selbst mit sich. Davon ist aber nur noch ein Schornstein in der östlichen Giebelfassade des Stammhauses nachweisbar. Das Dach ist wahrscheinlich auf der Westseite als Krüppelwalm ausgebildet gewesen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)

6. Bauphase:
(1496 - 1521)
Phase 5 - Ab 1496 (d) wird das Stammhaus grundlegend umgebaut und aufgestockt: Zunächst werden die Geschossdecken ausgebaut und weite Teile des 1. Obergeschosses abgebrochen; das Dach wird vollständig abgebrochen. Dann werden neue Geschossdecken eingezogen, das Mauerwerk vor allem der Nord- und Südfassade wird neu aufgemauert; an den Gebäudekanten wird eine Eckquaderung eingebracht. Auf dem neuen zweiten Obergeschoss wird 1521 (d) ein Dachwerk mit doppelt liegendem Stuhl und zwei Kehlbalkenlagen aufgeschlagen.
Im Untergeschoss wird der Zugang durch den heutigen Kellerhals neu geregelt. Im ersten Obergeschoss entsteht ein großer, repräsentativer Saal, wahrscheinlich der Konventsaal. Im 2. Obergeschoss entsteht eine Raumflucht kleinerer Räume. Reste der Ausmalung dieser Phase sind erhalten und zum Teil restauratorisch freigelegt.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)

7. Bauphase:
(1684 - 1700)
Phase 6 - 1684 (d): Neubau des Pfarrhauses P-IV. Für diesen Bau wurde der Bestandsbau P-III fast vollständig abgebrochen; denkbar ist auch eine (Teil-?) Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg. Nur Mauerwerk im Sockel auf der Südfassade bleibt erhalten. Denkbar ist auch, dass Teile des Mauerwerks der Nordfassade des Vorgängerbaus P-III in die Rückwand des Arkadengangs des Neubaus (P-IV) aufgehen (?). Mit den Neubau war auch der Garten vor der Südfassade geschaffen worden. Zudem wird der Anbau vor der Südfassade nun niedergelegt. Dieser war durch einen erstmalig geschaffenen Kellerraum zu betreten. Dieser Kellerraum korrespondierte mit der neu geschaffenen Stiftsküche im Erdgeschoss des Neubaus (heutiger Bernhardsaal). Der Arkadengang auf der Nordfassade wird nun geschaffen. Alle Obergeschosse entstehen sowie das heutige Dachwerk mit einem zweifach liegenden Stuhl und zwei Kehlbalkenlagen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Dachgeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)

8. Bauphase:
(1700 - 1799)
Phase 7 - 18. Jh.:
Wichtige Räume im Stammhaus werden umgestaltet: 1738 werden (einige?) Räume im 2. Obergeschoss mit barocken Stuckaturen versehen. 1747 wird der Konventsaal vollständig neu gestaltet. Die Stuckaturen beinhalten auch ein Halbrelief der Südansicht des Stiftes auf der Decke. Um 1750 entsteht die Innenraumgestaltung in einem Raum an der Südwestecke des Stammhauses, 2. Obergeschoss. Zum Ende des 18. Jh. erhält das Stammhaus die heutige barocke Treppe in der Nordostecke.
Im Pfarrhaus werden wahrscheinlich Veränderungen in der Raumgliederung vorgenommen, auch Deckenstuck könnte auf diese Zeit zurückgehen.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)

9. Bauphase:
(1800 - 1899)
Phase 8 - 19. Jh.: Auflösung des Stiftes 1803.
Herrichtung für Neunutzungen. Im Pfarrhaus werden nun Wohnungen für den Messner, den Pfarrer und Kaplane eingerichtet. Damit auch Umbau der Treppe im Anschluss an den Probsteiflügel. Einrichtung von Aborten.
Im Stammhaus kommt es zunächst zur Verlegung des Treppenzugangs an die heutige Stelle. Zum Ende des Jahrhunderts entstehen Aborte und zusätzliche Räume an der Westfassade.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)
  • Untergeschoss(e)

10. Bauphase:
(1900 - 1999)
Phase 10: Umbauten und Erweiterungen kurz nach 1900. In der zweiten Hälfte - vornehmlich in den 1960er Jahren Modernisierungen im Pfarrhaus. Im Stammhaus ein Raum in der Nordostecke des 2. Obergeschosses, Treppenabtrennung im ersten Obergeschoss, Einrichtung Badezimmer.
Betroffene Gebäudeteile:
Betroffene Gebäudeteile
  • Erdgeschoss
  • Obergeschoss(e)

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

keine

Zugeordnete Dokumentationen

  • Bauaufnahme

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Ortskern Öhningen, Lage am Hang, Pfarr- und Stammhaus bilden den Südflügel der Anlage (Pfarrhaus Mittelbau, Stammhaus im Westen), angeordnet um einen Innenhof im Westen Westflügel, im Osten Propsteiflügel, im Norden (die letzten drei Gebäude sind hier nicht Bestandteil der Untersuchung).
Lagedetail:
  • Klosteranlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Sakralbauten
    • Chorherrenstift
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Stammhaus viergeschossiger Massivbau mit Satteldach, Stufengiebel nach West und auf der Nordhälfte nach Ost.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
Stammhaus mit Gewölbekeller, Lagerraum über gesamtes EG mit freistehenden Pfeilern, 1. OG mit großem ehem. Konventsaal (und Gästezimmer) im Süden, Nebenräume, Treppenaufgang im Nordosten, 2. OG Raumgruppe im Süden, große Diele im Norden, Nebenräume.
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Insgesamt guter baulicher Zustand, Setzungsrisse Stammhaus.
Bestand/Ausstattung:
Reste einer Renaissancegestaltung (Fassungen), umfassende Stuckaturen des 18. Jh., einzelne barocke Türblätter und Türbekleidungen.

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Dachform
    • Satteldach
Konstruktion/Material:
Stammhaus Massivbau mit Feldsteinmauerwerk, teilweise Mischmauerwerk, Eckquaderung.

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