Datenbank Bauforschung/Restaurierung

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Stadtmauer, Sternspitze

ID: 206078703811  /  Datum: 11.05.2023
Datenbestand: Bauforschung
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Objektdaten

Straße: keine
Hausnummer: keine
Postleitzahl: 79206
Stadt-Teilort: Breisach am Rhein

Regierungsbezirk: Freiburg
Kreis: Breisgau-Hochschwarzwald (Landkreis)
Wohnplatzschlüssel: 8315015003
Flurstücknummer: keine
Historischer Straßenname: keiner
Historische Gebäudenummer: keine
Lage des Wohnplatzes: Lage des Wohnplatzes
Geo-Koordinaten: 48,0333° nördliche Breite, 7,5775° östliche Länge

Kartenansicht (OpenStreetMaps)

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Objektbeziehungen

Ist Gebäudeteil von:
1. Gebäudeteil: Stadtmauer

Besteht aus folgenden Gebäudeteilen:
keine Angabe

Umbauzuordnung

keine

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Bauphasen

Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen:

Errichtung wohl als Bastion im 16. oder im frühen 17. Jahrhundert.


1. Bauphase:
(1500 - 1625)
Errichtung wohl als Bastion wohl im 16. oder im frühen 17. Jahrhundert.
Betroffene Gebäudeteile:
keine
Lagedetail:
  • Befestigungsanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigungs- und Verteidigungsanlagen
    • Element der Befestigungsarchitektur

Besitzer:in

keine Angaben

Fotos

Abbildungsnachweis
Südostecke aus großen Tuffquadern mit ausgearbeiteter Eckkante in etwas hinter die Mauerflucht zurückgesetzter Lage / Stadtmauer, Sternspitze in 79206 Breisach am Rhein (12.2021 - S. King)
Abbildungsnachweis
Nordwestecke aus großen Tuffquadern / Stadtmauer, Sternspitze in 79206 Breisach am Rhein (12.2021 - S. King)
Abbildungsnachweis
Verbliebener Kanal eines einst ins Mauerwerk eingebetteten Balkens knapp unterhalb der Ebene mit Wechsel des Böschungswinkels / Stadtmauer, Sternspitze in 79206 Breisach am Rhein (12.2021 - S. King)
Abbildungsnachweis
Sich durchs Mauerwerk ziehender Kanal mit Mörtelabdruck des früheren Balkens mit breiter Waldkante rechts oben / Stadtmauer, Sternspitze in 79206 Breisach am Rhein (12.2021 - S. King)
Abbildungsnachweis
Einstige Öffnung im Mauerfuß der Nordflanke: Lücke im Bruchsteinmauerwerk 154cm, Öffnung zwischen Backsteinwandungen 65cm, oben zurückversetzt Stichbogenwölbung aus Backstein / Stadtmauer, Sternspitze in 79206 Breisach am Rhein (12.2021 - S. King)
Abbildungsnachweis
Stichbogenwölbung, von hinten her mit Erdreich verschüttet / Stadtmauer, Sternspitze in 79206 Breisach am Rhein (12.2021 - S. King)
Abbildungsnachweis
Ansicht und Grundriss mit Baubefunden / Stadtmauer, Sternspitze in 79206 Breisach am Rhein (12.2021, 09.2021 - S. King, svGeosolutions, Freiburg)

Zugeordnete Dokumentationen

  • Anmerkungen zur Baugeschichte

Beschreibung

Umgebung, Lage:
Die Sternspitze einer ehemaligen Bastion der Stadtbefestigung von Breisach befindet sich im Nordosten des früheren Burgareals und heutigen Festspielgeländes.
Lagedetail:
  • Befestigungsanlage
    • allgemein
Bauwerkstyp:
  • Befestigungs- und Verteidigungsanlagen
    • Element der Befestigungsarchitektur
Baukörper/Objektform (Kurzbeschreibung):
Die hohe Mauer an der Ostseite und die niedrigen Mauerreste an der Nordseite waren einst
Teil einer Bastion auf dreieckigem Grundriss.

Ostflanke
Das Plateau des früheren Burgareals und heutigen Festspielgeländes endet nach Nordosten an der Oberkante einer hohen Mauer. Diese läuft in einem flachen Spitzwinkel in den Hang, weshalb sich bei etwa gleicher Oberkante ihre Höhe von 3 m am südlichen Ende bis auf etwas mehr als 12 m zur Mitte hin steigert, wo die Mauerkrone abbricht und das Mauerwerk im weiteren Verlauf verstürzt ist, während der Hang hier um weitere 3 m abfällt.
Nach Norden bricht die Mauerfläche ab. In fast deckungsgleichem Verlauf zur Abbruchkante ist in der Tiefe ein 5 cm weit klaffender Riss zu beobachten, durch welchen sich das nördlich anschließende Kernmauerwerk ablöst. Dieser Riss bildete eine Zäsur, bis zu der von Norden her die Außenschale abgefallen ist.
Etwas unterhalb der Ebene, wo der Böschungswinkel wechselt, verläuft innerhalb des Mauerwerks ein Kanal parallel zur Mauerflucht (24 cm hoch, 28 cm breit, Abstand von der Außenflucht 55 cm, Länge ab dem nördlichen Austritt 540 cm). Im Inneren ist der Mörtelabdruck eines einst ins Mauerwerk eingebetteten Balkens mit teilweise breiten Waldkanten zu erkennen, von dem jedoch nichts verblieben ist. Der Balken hat wohl unweit des offenen Austritts geendet und wäre lediglich zur Verstärkung eingelegt worden und nicht Bestandteil eines an den Ecken kraftschlüssig miteinander verbundenen Ankerbalkensystem gewesen.

Nordflanke
Von einem nach Westen ziehenden Mauerzug gibt es nur noch niedrige Reststücke. Aus dem Schnittpunkt von östlicher und nördlicher Flucht ist die frühere Lage der nordöstlichen Eckkante zu ermitteln, die einen spitzen Winkel von 70 Grad bildete, wobei der nahe Eckbereich obertägig vollständig abgängig ist. Für die Ostflanke ergibt sich daraus eine frühere Länge von rund 24 m. Innerhalb der Nordflanke finden sich unweit der Eckkante die Reste einer ehemaligen Öffnung im untersten, vertikal ausgerichteten Mauerabschnitt.

Innerhalb einer Lücke im Bruchsteinmauerwerk, deren gestufter linkseitiger Rand erkennen lässt, dass es sich um einen Ausbruch handelt, sind leicht zurückgesetzt backsteinerne Wandungen im Abstand von 65 cm eingefügt. Backsteinformat misst 24/12,5/4,5-5 cm. Der untere Abschluss steckt im Erdreich verborgen und der obere Abschluss fehlt. Ein Stück nach hinten versetzt liegt der Abbruch einer Stichbogenwölbung, als Teil eines rechtwinklig verlaufenden Gangs gleicher Breite und mit gleichem Backsteinformat. Am unteren Ansatz der Wölbung hatte man einen Rücksprung zur Auflage der Bogenschalung angelegt. Der Gang ist bis zum Wölbungsansatz und von hinten ab einem Abstand von 335 cm ab der Außenflucht verschüttet. Der Scheitel der Wölbung liegt nur wenig unterhalb des Mauerabsatzes der Ostflanke, womit die Öffnung vollständig innerhalb des vertikal verlaufenden Mauerwerks gelegen hatte.
Ein Stück nach Westen abgerückt, liegt weiter oben im Hang ein längeres Stück eines geböschten Mauerzugs in gleicher Ausrichtung. Er schließt im Westen mit einer Ecke ab, die in Entsprechung zur Südostecke mit großformatigen Tuffquadern besetzt ist und im Grundriss einen Winkel von 115 Grad beschreibt, allerdings Buckel und zurückgesetzte Eckkante vermissten lässt, was aber durch Bewitterung verloren gegangen sein könnte. Die Oberkante der Mauer liegt mehrere Meter tiefer als bei der Ostseite und die Quermauer verschwindet sogleich im Hang. Die Außenschale hat sich in großem Umfang abgelöst und wird nur noch vom Bewuchs gehalten.
Die Strecke von Ecke zu Ecke misst etwa 24 m und hat etwa gleiche Länge wie die Ostflanke. doch der Mauerzug liegt nicht in einer Flucht mit den tiefer liegenden Mauerresten, sondern etwa 1,5 m nach Norden vorversetzt, wobei man im Gegenteil ein starkes Zurückweichen aufgrund der Böschung erwarten sollte. Dass der gesamte Mauerblock am Stück durch Abrutschen seine Lage verändert hat, kann nicht ausgeschlossen werden. Auf diese Weise ließe sich auch der steilere Böschungswinkel des Mauerstücks mit 10 cm Abweichung auf eine Höhe von 100 cm, der dem Winkel des unteren Abschnitts der Ostseite entsprechen würde, erklären.
Die Nordflanke verläuft etwa parallel zur Nordwand des Burgareals bzw. Festspielgeländes, wo sich keine Merkmale für einen Anschluss finden ließen. Die Eckkante, mit der der höhere Mauerabschnitt der Nordwand des Burgareals im Osten abschließt, liegt mehr als 5 m westlich davon.

Interpretation
Die beschriebenen Mauerzüge bildeten eine Bastion mit spitzwinklig zulaufender, exponierter Ecke, Seitenlängen von 24 m und stumpfwinkligen Ecken an den zurückliegenden Flankenenden. Sie wurde so in den steilen Hang gesetzt, dass die nicht mehr erhaltene Spitze die größte Höhe hatte (ca. 15 m). Unklar ist, ob es innerhalb der Nordflanke eine Stufung gab oder ob der dort erhaltene Mauerblock abgerutscht ist.
Die Flankenmauern stehen im untersten Abschnitt vertikal, gehen nach einer leichten Stufung in eine Böschung über, die 2,7 m höher in einen flacheren Böschungswinkel übergeht. Der vertikale Abschnitt mit Stufung könnte als Fundamentmauerwerk interpretiert werden, das anschließend unter Erdreich zu liegen kommen sollte, wogegen während des Baus eine Änderung des Böschungswinkels vorgenommen worden sein könnte, als man die statischen Verhältnisse anders eingeschätzt hatte. Die 65 cm breite Öffnung am Mauerfuß der Nordseite setzt sich nach hinten in einem überwölbten Gang fort (Ausfallpforte oder Zugang zu vorgelagerter Kaponniere?). Er ist aus Backstein gemauert und endet in einem Ausbruch im Bruchsteinmauerwerk der Bastionsflanke, wonach er erst zu späterer Zeit angelegt worden ist. Er müsste der Gang an ein unterirdisches Gangsystem angeschlossen oder über einen Treppenschacht von der Plattform aus erreichbar gewesen sein. Das Bauwerk hat ein Pendant an der Südostecke des Burgareals, wo eine Bastion von etwas geringeren Abmessungen dem Grabenbereich vorgelagert ist und einen vergleichbaren Aufbau zeigt. Die Flankenflächen sind ebenfalls aus Bruchsteinmauerwerk beschaffen und die Ecken sind aus Tuffsteinquadern mit flachen Buckeln, meist zwei nebeneinander versetzt, aufgebaut.
Innerer Aufbau/Grundriss/
Zonierung:
keine Angaben
Vorgefundener Zustand (z.B. Schäden, Vorzustand):
Ostflanke
Optisch fallen drei Reparaturstellen aus der jüngeren Vergangenheit ins Auge. Mit der einen wurde ein Überhang der Abbruchkante durch ein kurzes Mauerstück in stark verschwenkter Ausrichtung unterfangen und mit den anderen beiden wurden Fehlstellen geflickt.
Bestand/Ausstattung:
keine Angaben

Konstruktionen

Konstruktionsdetail:
  • Steinbau Mauerwerk
    • Bruchstein
Konstruktion/Material:
Ostflanke
Das Mauerwerk besteht vorwiegend aus Bruchsteinen vulkanischen Materials mit einem geringen Anteil eingestreuter Backsteine. Durchlaufende Mauerlagen sind nur stellenweise zu finden. Der Mauermörtel wurde mit grobem Zuschlag angemischt. Die südliche Eckkante ist aus Quadern aus vulkanischem Tuffstein aufgebaut und weist im Grundriss einen Winkel von 115 Grad auf. Die Mauerfläche ist geböscht gemauert, wobei ein Wechsel des Neigungswinkels zu beobachten ist, der sich vom Grund gemessen in rund 2,7 m Höhe vollzieht. Auf die Höhe von 100 cm weicht die Böschung unterhalb 10 cm und oberhalb 25 cm von der Vertikalen ab. Innerhalb einer am Grund vorgenommen Schürfung von 100 cm Tiefe zeigt sich annähernd an der Oberkante ein Mauerabsatz von 10 cm, unterhalb der die Mauerfläche vertikal verläuft. Die nur über eine kurze Strecke freistehende Mauerflucht der südlichen Quermauer hat eine Böschung mit 14 cm Abweichung auf 100 cm Höhe. Ihre Länge und wo sie angeschlossen hat ist nicht zu erkennen, da im Erdreich verborgen. Die Eckquader tragen überaus unterschiedlich weit vortretende Buckel nach beiden Richtungen und sie verbindet eine markante Eckkante aus schmalen Randschlägen. Nach oben endet das Mauerwerk unvermittelt und es bieten sich keine Hinweise zur früheren Höhe und zur einstigen Ausbildung der Mauerkrone.
Nach Lage und Höhe der Mauer muss davon ausgegangen werden, dass sich dahinter eine aufgeschüttete Hinterfüllung befindet, was die Frage nach der Mauerstärke aufwirft. Aufgrund von Tiefenmessungen in Kernbohrungen (Ergebnisse selbst lagen noch nicht vor) deutet sich eine große Mauerstärke unten und eine starke Abnahme nach oben an.
Die Art und Weise der Gründung konnte nicht geklärt werden, aufgrund der Standhaftigkeit ohne erkennbare Deformationen, ist zu vermuten, dass sie auf solidem, felsigem Grund steht.

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